Das Relief des Azorensockels und des Meeresbodens nördlich und nordwestlich der Azoren. 7
submarine Verbindung mit der nordwestlich gelegenen Insel Terceira, sondern
vielmehr eine solche nach WNW mit San Jorge und Pico dar. Zwei schmale,
sich annähernd über 190 km hinziehende Rücken flankieren die San Miguel-
Senke, wie wir nunmehr den „Hirondelle“-Graben nennen wollen, und finden
über dem Wasser ihre Fortsetzung in den langgestreckten Inseln San Jorge und
Pico. Sie umschließen zusammen mit diesen Inseln und San Miguel die sich von
ESE nach WNW hinziehende Senke, welche rund 150 km lang und 30 km breit
ist und im WNW bzw. in der Mitte ziemlich gleichbleibende Tiefen von 1200
Dis 1500 bzw. 1500 bis 2000 m aufweist, Im ESE sinkt sie ziemlich rasch zu
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Abb. 2,
Potentielle Temperatur und Salzgehalt innerhalb und außerhalb des „Hirondelle“-Tiefs
(etwas schematisch).
einem über 3000 m tiefen, unregelmäßig geformten Becken mit dem „Hirondelle“-
Tief (3509 m) ab. In seiner tektonischen Analyse der Karte bemerkt Cloos?),
daß diese Janggestreckte Depression „in ihrer Grundriß- und Querschnittsform
den kontinentalen Gräben gleicht und ähnlich wie diese mit den vulkanischen
Förderspalten verknüpft erscheint“. Wir wollen die beiden sie einschließenden
Rücken, die im allgemeinen zwischen 800 und 1500 m kulminieren, den „San
Jorge-Rücken“ und den „Pico-Rücken“ nennen, und durch drei, ihrer Lage nach ganz
hypothetische Einsattelungen entsprechend den obigen thermischen Befunden
andeuten, daß in ihnen einige tiefere Durchlässe (bis etwa 1800 m) existieren.
Um den morphologisch-tektonischen Charakter der San Miguel-Senke und
ihrer Umrandung näher festzustellen, wurden auf „Altair“ zwischen San Miguel
und Tereceira zwei Echolotprofile mit sehr engabständigen Lotungen (Lotungs-
abstand 750, 850 und 1500 m) möglichst senkrecht zu der damals vermuteten
Streichrichtung der submarinen Rücken abgefahren. Die neue Tiefenkarte lehrt
zwar, daß diese Echolotprofile — infolge der zu modifizierenden Streichrichtung —
1) H, Cloos; Zur Tektonik der Azoren, Abh. d. Preuß. Akd, d. Wiss. Jahrgang 1939, Phys.-
math, Klasse Nr. A.