Das Relief des Azorensockels und des Meeresbodens nördlich und nordwestlich der Azoren. 5
des Fürsten von Monaco} benannt. In der letzten, vOrnehmlich auf den Ergebnissen
Thoulets!) beruhenden Tiefenkarte Schotts®), die in Abb, 1 in verkleinerter
Form und unter Hervorhebung der für die Struktur des Azorensockels
wichtigen Tiefenstufen wiedergegeben ist, wird der „Hirondelle“.Graben
als ein riesiger Einbruchskesse]l von etwa 90 km Länge und 30 km Breite
zwischen den Inseln San Miguel und Terceira dargestellt und durch zwei submarine,
diese beiden Inseln verbindende Rücken von weniger als 1500 m Tiefe
abgeschlossen, Thoulet®) hat dieses merkwürdige Gebilde, das Schott geradezu
als ein „Spiegelbild der Insel San Miguel“ bezeichnete, wie folgt charakterisiert:
u.
Mezerestiefen bei den Azoren
Mech Thule 17903) u. Short a3)
ZZ 0-500m 1000 -1500m
FF 00-000 [1 1500 m
SF
Pe
%
A
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w. v Gr. .
Abb. 1.
Tiefenkarte des Azorengebietes in der früheren Auffassung von Thoulet (1903) und Schotf (1934),
„Clest en realit& un immense cratüre hemicireulaire dont la concavit& est tournee
vers le sud. L’ensemble, heriss6 de caldeiras et de pics abrupts, offre l’aspect
d’un paysage lunaire“,
Es erhebt sich zunächst die Frage, ob die Annahme eines solchen submarinen
Abschlusses des „Hirondelle“-Tiefs in der Temperaturverteilung
eine Stütze findet, Wertvolles Material hierfür verdanken wir W. Brennecke*%),
der im „Hirondelle“-Tief eine Temperatur- und Salzgehaltsserie und vier Lotungen
mit Bodentemperatur und Bodensalzgehalt niederbrachte und aus diesen
zur Auffassung gelangte, daß „die Hauptmasse des Wassers durch Schwellen
von etwa 1500 m Tiefe gegen die Umgebung abgeschlossen ist, daß aber andererseits
diese Schwellen zum Teil durchbrochen sind bis zu Tiefen von mehr als 2000 m,
und daß in diesen tieferen Einschnitten etwas kälteres Wasser eindringt“.
Brennecke deutet an, daß möglicherweise die auffallend hohe Temperatur und
geringe Dichte am Boden des „Hirondelle“- Tiefs „durch Abgabe von Wärme aus
dem vulkanischen Meeresboden ermöglicht wird“. Diese Fragen können aber nicht
#3, Thonlet: Carte generale bathymetrique des Iles Acores usw. }: 795000. Mit Nebenkarte
(Princesse Aliee-Bank), Paris 1903.
vi = G. Schott: Geographie des Atlantischen Ozeans, 2. Aufl, Hamburg 1926, S. 118 und
18. I
6 3) J, Thoulet: La fosse de l’Hirondelle dans Parchipel des Acores, Compt. Rend, Ace, Seh.
Paris, 1904, 8. 241/242.
4) W. Brennecke: Die özeanographischen Arbeiten der Deutschen Antarktischen Expedition
1911/12. Archiv d. Deutschen Seewarte XXXIX, Hamburg 1921, S. 89.