Neuere Veröffentlichungen,
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Durch die lawinenartige Anschwellung des
Scholot- Beobachtungsmaterials, insbesondere für
Jen Atlantischen Ozean, ist die Forderung nach
einer sogenannten Quellenkarte, die für die Unter-
suchung der topographischen Verhältnisse des
yzeanischen Meeresbodens sämtliche verfüg- und
rerwendbaren Tiefenangaben enthalten soll, immer
dringlicher geworden, Da sich herausgestellt hat,
laß die vom Internationalen Hydrograpbischen
Bureau (Monaco) veröffentlichten Quellenkarten
anzuverlässig sind, soll von dieser Stelle aus noch
einmal betont werden, daß die vom Tnstitut für
Meereskunde, Rerlin, unter der fachmännischen
Leitung des Verfassers dieses Artikels herausge-
zebene Quellenkarte für den gesamten Atlantischen
Izean für alle Zeiten richtungweisend bleiben wird.
Der Maßstab und die flächentreue Projektion dieser
Grundkarte ozeanischer Lotungen sind so ge
wählt, daß sie allen Anforderungen der modernen
Dzeanographie gerecht wird. Weiterhin ist diese
aus 14 Blättern bestehende Quellenkarte (Abb. 1)
in ihren Grundzügen so angelegt, daß sie unter
Anwendung bestimmter und sinnreicher Signataren
der auf verschiedenen Wegen gewonnenen Lotzahlen
von jedem Benutzer handschriftlich laufend rver-
7olktändigt werden kann, Neben jedem punkt-
jörmig gekennzeichneten Lotort steht der betreffende
Schifisname, Für den Atlantischen Ozean sind
allein 400 Schiffe, deren Namen leicht lesbar ver-
schlüsselt werden müssen, bekannt, Der Verfasser
weist in dieser Arbeit nochmals nachdrücklich
darauf hin, daß die von ihm mo Grundkarte
der ozeanischen Lotungen des Atlantischen Ozeans
hicht nur ein Sammelbecken sämtlicher Lotwerte
darstellt, sondern daß sie auf Grund ihrer wohl-
Jurehdachten und bis heute einzigartigen Anlage
zu erkennen gibt, welche Lotzahlen bei der Ein-
tragung als unzuverlässig gelten. Der Fachmann
kann z.B. solche Werte, die mit großen Ortsfehlern
behaftet sind, von vornherein ausmerzen. Es ist
interessant, welche geradezu unsinnigen, leider von
Menschenhand verursachten Fehler bei den Lot-
angaben entdeckt werden. Selbst auf ernst zu
aehmenden Karten kommen die merkwürdigsten
Fehler vor, wie falsche Positionsangaben, Verwechse-
of von West- und Ostlänge sowie Nord- und
Südbreite. Ferner treten die meisten Fehler bei
der Umrechnung von engl, Faden in m oder um.
gekehrt auf, Statt Meterzahl wird Fadenzahl und
umgekehrt. eingetragen. Dadurch werden Bänke
oder „ozeanische Depressionen“ an Punkten ent-
deckt, wo man sie nie und nimmer vermutet hätte,
Es wird daher angekündigt, daß aus einer karto-
/hekarischen Sammlung sämtlicher Tiefenangaben
heraus nach Abschluß Kieser Grundkarte eine Liste
der fehlerhaften Lotzahlen veröffentlicht werden
soll, so daß sie bei späteren Untersuchungen auf
diesem Gebiet beachtet werden können,
Als Beispiel dieses einzigartigen deutschen
Kartenwerkes gibt der Verfasser in der Anhang-
tafel (Taf, VI) einen Ausschnitt aus dem bereits
veröffentlichten Blatt S112% und dem in Druck
befindlichen SII3, Eins der in geomorphologischer
Hinsicht schwierigsten Gebiete des ozeanischen
Meeresbodens wird hier zur Darstellung gebracht.
Es ist das Gebiet des Südantillen-Meeres und des
Südantillen-Bogens, dessen auffallende Parallelität
ron Rücken und Tiefen mit ähnlichen Gebilden des
Portoriko-Grabens und der zahlreichen Bögen und
Depressionen des Pazifischen Ozeans hervorsticht.
!y Siehe diese Zeitschrift 1938 auf S, 142.
Die Vielheit der in diesem Meeresgebiet gewonnenen
Lotungen hat es ermöglicht, daß die hier vorhan-
lenen Rücken und Vertiefungen sich im Karten-
»ilde in mehrere parallele Züge auflösen, Neben-
‘ücken und Nebendepressionen sind hier einwandfrei
'estgestellt worden, Trotz alledem besteht hier
ı0ch eine große Unsicherheit in der Isobathen-
‘ührung (siehe die Signaturen der Tiefenlinien auf
lem zugehörigen durchsichtigen Deckblatt),
Zum Abschluß dieses Referates soll hier noch
änmal unterstrichen werden, daß der Geophysik,
ler physikalischen Geographie und der Geologie
ir ihre Aufgaben mit dieser Quellenkarte eine
nzig dastehende kartographische Grundiage, die
70n keiner meeresforschenden Nation der Erde
Abertroffen werden wird, gegeben wurde. Es ist
aicht übertrieben, wenn der Verfasser selbst auf
3rund dieser Tatsache von einem epochalen Wende-
punkt in der ozeanischen Vermessung und Karto-
graphie spricht. Erich Goedecke,
Die atmosphärischen Kondensationskerne in ihrer
physikalischen, meteorologischen und bioklima-
tischen Bedeutung, bearbeitet von H, Burck-
bardt und H. Flohn mit Berichten über
Meßergebnisse von E. Flach und L, Schulz,
mit 23 Abbildungen, Abhandlungen aus dem
Gebiet der Bäder- und Klimakunde, Heraus-
gegeben von H. Vogt-Breslau und K, Knoch-
Berlin, Heft 3, Preis brosch. 12.60 RM.
Die ausgezeichnete Monographie gliedert sich
n folgende Hauptabschnitte:
Einleitung: Das Problem der Kondensations-
zerne und seine Bearbeitung im Reichsamt für
Wetterdienst (von H, Burckhardt- Berlin),
1. Teil: Die physikalische Bedeutung der
Kondensationskerne (Burckhardt)
2, Teil: Klimatologie und Meteorologie der
Kondensationskerne (Bureckhardt}.
3. Teil: Bioklimatik der Kondensationskerne
°H, Flohn),
4. Teil: Ergebnisse von Kera- und Staub-
antersuchungen im westfälischen Mittelgebirge.
5. Teil: Kernzahlenmessungen in Brauplage
im Harz,
Literatur, Sachverzeichnis.
Die Einleitung gibt zunächst eine Übersicht
über die geschichtliche Entwicklung dieses Ge-
dietes; sodann wird an Hand einer Karte eine
Übersicht über die an diesen Messungen TS
Dienststellen des Reichsamts eben; schließlich
»rfährt man kurz Zweck und Ziel vorliegender
Arbeit, Im 1. Teil (6—37) wird in ausführlicher
ınd sehr anschaulicher Weise die Apparatur be-
prochen; es werden Richtlinien für die Behand-
‚ung des Kernzählera gegeben, wobei besonders
des kleinen Scholzechen Zählers gedacht ist, Man
reicht, daß die Angaben der verschiedenen Zähler-
modelle im allgemeinen miteinander vergleichbar
And, wenn auch beim Vergleich von Absolut-
verten — siehe vor allem die Einstellung der ver-
;cehiedenen Beobachter zu den sog. Nachzüglern —
Vorsicht geboten ist. In diesem Zusammenhang
sei auch gleich darauf hingewiesen, daß die
noderne Apparatur genügt, um die Kerne quan-
.itatir zu erfassen, daß aber auf dem qualitativen
Gebiet [siehe hier mein Referat über die Lands-
serger Kernarbeit in dieser Zeitschr. 1939, S. 105],
wo Fragen gründsätzlicher meteorologisch-physika-
‚scher Art zur Erörterung stehen, noch viele
Probleme der Lösung harren, Wieviel es hier
noch zu erforschen gibt, ersieht man aus den die