accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: 68, 1940

Neuere Veröffentlichungen, 
35 
Durch die lawinenartige Anschwellung des 
Scholot- Beobachtungsmaterials, insbesondere für 
Jen Atlantischen Ozean, ist die Forderung nach 
einer sogenannten Quellenkarte, die für die Unter- 
suchung der topographischen Verhältnisse des 
yzeanischen Meeresbodens sämtliche verfüg- und 
rerwendbaren Tiefenangaben enthalten soll, immer 
dringlicher geworden, Da sich herausgestellt hat, 
laß die vom Internationalen Hydrograpbischen 
Bureau (Monaco) veröffentlichten Quellenkarten 
anzuverlässig sind, soll von dieser Stelle aus noch 
einmal betont werden, daß die vom Tnstitut für 
Meereskunde, Rerlin, unter der fachmännischen 
Leitung des Verfassers dieses Artikels herausge- 
zebene Quellenkarte für den gesamten Atlantischen 
Izean für alle Zeiten richtungweisend bleiben wird. 
Der Maßstab und die flächentreue Projektion dieser 
Grundkarte ozeanischer Lotungen sind so ge 
wählt, daß sie allen Anforderungen der modernen 
Dzeanographie gerecht wird. Weiterhin ist diese 
aus 14 Blättern bestehende Quellenkarte (Abb. 1) 
in ihren Grundzügen so angelegt, daß sie unter 
Anwendung bestimmter und sinnreicher Signataren 
der auf verschiedenen Wegen gewonnenen Lotzahlen 
von jedem Benutzer handschriftlich laufend rver- 
7olktändigt werden kann, Neben jedem punkt- 
jörmig gekennzeichneten Lotort steht der betreffende 
Schifisname, Für den Atlantischen Ozean sind 
allein 400 Schiffe, deren Namen leicht lesbar ver- 
schlüsselt werden müssen, bekannt, Der Verfasser 
weist in dieser Arbeit nochmals nachdrücklich 
darauf hin, daß die von ihm mo Grundkarte 
der ozeanischen Lotungen des Atlantischen Ozeans 
hicht nur ein Sammelbecken sämtlicher Lotwerte 
darstellt, sondern daß sie auf Grund ihrer wohl- 
Jurehdachten und bis heute einzigartigen Anlage 
zu erkennen gibt, welche Lotzahlen bei der Ein- 
tragung als unzuverlässig gelten. Der Fachmann 
kann z.B. solche Werte, die mit großen Ortsfehlern 
behaftet sind, von vornherein ausmerzen. Es ist 
interessant, welche geradezu unsinnigen, leider von 
Menschenhand verursachten Fehler bei den Lot- 
angaben entdeckt werden. Selbst auf ernst zu 
aehmenden Karten kommen die merkwürdigsten 
Fehler vor, wie falsche Positionsangaben, Verwechse- 
of von West- und Ostlänge sowie Nord- und 
Südbreite. Ferner treten die meisten Fehler bei 
der Umrechnung von engl, Faden in m oder um. 
gekehrt auf, Statt Meterzahl wird Fadenzahl und 
umgekehrt. eingetragen. Dadurch werden Bänke 
oder „ozeanische Depressionen“ an Punkten ent- 
deckt, wo man sie nie und nimmer vermutet hätte, 
Es wird daher angekündigt, daß aus einer karto- 
/hekarischen Sammlung sämtlicher Tiefenangaben 
heraus nach Abschluß Kieser Grundkarte eine Liste 
der fehlerhaften Lotzahlen veröffentlicht werden 
soll, so daß sie bei späteren Untersuchungen auf 
diesem Gebiet beachtet werden können, 
Als Beispiel dieses einzigartigen deutschen 
Kartenwerkes gibt der Verfasser in der Anhang- 
tafel (Taf, VI) einen Ausschnitt aus dem bereits 
veröffentlichten Blatt S112% und dem in Druck 
befindlichen SII3, Eins der in geomorphologischer 
Hinsicht schwierigsten Gebiete des ozeanischen 
Meeresbodens wird hier zur Darstellung gebracht. 
Es ist das Gebiet des Südantillen-Meeres und des 
Südantillen-Bogens, dessen auffallende Parallelität 
ron Rücken und Tiefen mit ähnlichen Gebilden des 
Portoriko-Grabens und der zahlreichen Bögen und 
Depressionen des Pazifischen Ozeans hervorsticht. 
!y Siehe diese Zeitschrift 1938 auf S, 142. 
Die Vielheit der in diesem Meeresgebiet gewonnenen 
Lotungen hat es ermöglicht, daß die hier vorhan- 
lenen Rücken und Vertiefungen sich im Karten- 
»ilde in mehrere parallele Züge auflösen, Neben- 
‘ücken und Nebendepressionen sind hier einwandfrei 
'estgestellt worden, Trotz alledem besteht hier 
ı0ch eine große Unsicherheit in der Isobathen- 
‘ührung (siehe die Signaturen der Tiefenlinien auf 
lem zugehörigen durchsichtigen Deckblatt), 
Zum Abschluß dieses Referates soll hier noch 
änmal unterstrichen werden, daß der Geophysik, 
ler physikalischen Geographie und der Geologie 
ir ihre Aufgaben mit dieser Quellenkarte eine 
nzig dastehende kartographische Grundiage, die 
70n keiner meeresforschenden Nation der Erde 
Abertroffen werden wird, gegeben wurde. Es ist 
aicht übertrieben, wenn der Verfasser selbst auf 
3rund dieser Tatsache von einem epochalen Wende- 
punkt in der ozeanischen Vermessung und Karto- 
graphie spricht. Erich Goedecke, 
Die atmosphärischen Kondensationskerne in ihrer 
physikalischen, meteorologischen und bioklima- 
tischen Bedeutung, bearbeitet von H, Burck- 
bardt und H. Flohn mit Berichten über 
Meßergebnisse von E. Flach und L, Schulz, 
mit 23 Abbildungen, Abhandlungen aus dem 
Gebiet der Bäder- und Klimakunde, Heraus- 
gegeben von H. Vogt-Breslau und K, Knoch- 
Berlin, Heft 3, Preis brosch. 12.60 RM. 
Die ausgezeichnete Monographie gliedert sich 
n folgende Hauptabschnitte: 
Einleitung: Das Problem der Kondensations- 
zerne und seine Bearbeitung im Reichsamt für 
Wetterdienst (von H, Burckhardt- Berlin), 
1. Teil: Die physikalische Bedeutung der 
Kondensationskerne (Burckhardt) 
2, Teil: Klimatologie und Meteorologie der 
Kondensationskerne (Bureckhardt}. 
3. Teil: Bioklimatik der Kondensationskerne 
°H, Flohn), 
4. Teil: Ergebnisse von Kera- und Staub- 
antersuchungen im westfälischen Mittelgebirge. 
5. Teil: Kernzahlenmessungen in Brauplage 
im Harz, 
Literatur, Sachverzeichnis. 
Die Einleitung gibt zunächst eine Übersicht 
über die geschichtliche Entwicklung dieses Ge- 
dietes; sodann wird an Hand einer Karte eine 
Übersicht über die an diesen Messungen TS 
Dienststellen des Reichsamts eben; schließlich 
»rfährt man kurz Zweck und Ziel vorliegender 
Arbeit, Im 1. Teil (6—37) wird in ausführlicher 
ınd sehr anschaulicher Weise die Apparatur be- 
prochen; es werden Richtlinien für die Behand- 
‚ung des Kernzählera gegeben, wobei besonders 
des kleinen Scholzechen Zählers gedacht ist, Man 
reicht, daß die Angaben der verschiedenen Zähler- 
modelle im allgemeinen miteinander vergleichbar 
And, wenn auch beim Vergleich von Absolut- 
verten — siehe vor allem die Einstellung der ver- 
;cehiedenen Beobachter zu den sog. Nachzüglern — 
Vorsicht geboten ist. In diesem Zusammenhang 
sei auch gleich darauf hingewiesen, daß die 
noderne Apparatur genügt, um die Kerne quan- 
.itatir zu erfassen, daß aber auf dem qualitativen 
Gebiet [siehe hier mein Referat über die Lands- 
serger Kernarbeit in dieser Zeitschr. 1939, S. 105], 
wo Fragen gründsätzlicher meteorologisch-physika- 
‚scher Art zur Erörterung stehen, noch viele 
Probleme der Lösung harren, Wieviel es hier 
noch zu erforschen gibt, ersieht man aus den die
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.