294 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1940.
mitteleuropäischer Zeit gegeben. Für Bremerhaven werden die Wasserstände
in stündlichen Intervallen ermittelt, für Swinemünde zu den Stunden 0, 6, 12
und 18 Uhr, bei den übrigen Ostseestationen durch Abschätzung des Mittel-
wertes der ganzen Tageskurve von Mitternacht zu Mitternacht, Die Monats-
mittel beziehen sich bei Bremerhaven auf die Zeiten von 0 Uhr am Ersten bis
23 Uhr am Letzten des Monats, bei Swinemünde von 0 Uhr am Ersten bis 18 Uhr
am Letzten des Monats.
Längere Störungen des Pegelbetriebes traten ein:
bei Marienleuchte von Anfang September bis 7. November,
Stolpmünde vom 11. Juli bis 10. August,
„ Pillau » 27, bis 31. Dezember,
Die für diese Monate trotzdem angegebenen Werte sind aus-den restlichen,
aufgezeichneten Werten ermittelt und infolgedessen unsicher,
Durch kleinere Störungen gingen die Pegelaufzeichnungen der nachstehend
aufgeführten Tage verloren. Die fehlenden Wasserstände konnten in graphischer
Form ergänzt werden,
Travemünde: 15, bis 19. März,
Marienleuchte: 12, November, Hochwasser am 22. Dezember 6h 55»,
Wismar: 20. Dezember,
Swinemünde: 30, Oktober,
Starke Dämpfung zeigten die Pegelkurven bei
Marienleuchte vom 22. bis 31. Dezember,
Wismar » 1, August bis 14. Dezember,
Swinemünde » 1. bis 6. November,
A
2, Klimatographische Witterungsschilderung. Nr. 149: Tripolitanien, —
Aus der Sammlung des überseeischen. metecorologischen Dienstes der Deutschen See-
warte. — Allgemein- und anthropo-klimatische Beobachtungen während
giner Reise von der Mittelmeer-Küste bis Mursuk im Spätsommer und
Herbst 1937, (Hierzu Tafel 23.)
Der Wetterablauf in Nord-Tripolitanien, und zwar 200 bis 300 km südlich
des Mittelmeeres, im September 1937 war insofern bemerkenswert, als nach einer
längeren Trocken-Periode zum ersten Male wieder ergiebigere Regenfälle ein-
traten, und der Übergang vom Sommer zum Winter mit dem Auftreten von Ge-
witterregen. früher als gewöhnlich einsetzte. Seit 1934 sollte es nur sehr wenig
geregnet haben; 1936 brachte die Regenarmut denn auch eine Katastrophe.
Futtermangel trat ein, und das Vieh starb in Mengen. ;
Schon auf der Hinreise wurde in Süd-Sizilien bei Siracusa am 3, September
das erste Gewitter beobachtet, das die ersten Regenfälle nach drei Monaten
völliger Trockenheit brachte. Am 5. 9. ging das zweite starke Gewitter über
den Hochflächen Südsiziliens nieder, und über Tripoli-Stadt fiel der erste
schwache Regen am Abend des 8. 9. Um 1% morgens am 10. September blitzt
und donnert es heftig über dem Meere, die ersten Gewitter mit ergiebigen Regen-
fällen traten aber erst in den frühen Nachmittagsstunden des 10. 9, über der
Stadt und ihrer Umgebung ein. Eine wesentliche Abkühlung ist nicht zu be-
merken. Uber Nacht kommt ein heftiger Südwind (Ghibli) auf, der die Tem-
peraturen auf über 30° ansteigen läßt und am 12. 9. dichte Staubwolken über
lie Stadt treibt, so daß vom Ufer aus die Hafenmolen und die ankernden Schiffe
kaum zu erkennen sind, An diesem Tage fuhr ich nachmittags im Auto von
Tripoli durch die Dünengebiete der Gefara nach Garian, Es ist außerordent-
lich heiß und drückend. Der SE-Wind fegt in gewaltigen Stößen Sand- und
Staubmassen von den Dünen her über die Straße, die das Auto in einen nebligen
Schleier hüllen. Man sieht die braunen Staubwolken mit den Windstößen heran-
kommen und vor oder hinter dem Auto vorübereilen. Es bleibt so bis an den
Fuß der Gebirgstufe bei Bu Gheilan (357 m). Man ist jetzt gegen den Wind
yeschützt, und in Garian (712 m), das gegen 17b erreicht wird, ist es wesentlich
frischer und staubfrei, Die Ebene im N bleibt am Abend noch in braune Staub-
wolken gehüllt.