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Full text: 68, 1940

274 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1940. 
werden also länger, Windstärken unter 8 bilden nur kleine halbmöndförmige 
Wellen, die sich in der Gesamtwirkung auf die See auslöschen, so daß sie eben 
bleibt. Aufwärts 3 bilden sich dagegen Gruppen aus, die als Dünung wandern 
und immer neue Wassermassen erfassen, auch bei Abflauen des Windes als 
tote Dünung weiter wandern können, Die Wellenfroönten dieser Dünung brechen 
zunächst nicht, Ab Beaulort 3 gibt es kleine, scheibenförmige Bereiche, in 
denen einzelne kleine Wellen zunächst glasig, mit zunehmender Windstärke 
weiß überkämmen. Es sind dies die außer der Wellengruppe vorhandenen 
Einzelwellen, die meist dann brechen, wenn die schnellere Dünung sie unter- 
Jäuft, und dabei durch Interferenz instabile Formen entstehen. 
Zustand 8. Die großen. Wellen (Dünung) beginnen zu brechen, 
Dies ist ein gänzlich neuer Zustand, Ab Beaufort 6 brechen nicht nur die 
kleinen Wellen auf den großen, sondern. die großen brechen selbst über. Die 
beim Überbrechen aus dem Verband mit dem übrigen Wasser herausgerissenen 
Wassermassen und die auf der Oberfläche entstehenden Schaumfelder zwingen 
die Wellenbewegung in gewisse Maßverhältnisse, über die weiter unten be- 
richtet wird, 
Von Windstärke 6—9 jst der Zustand der See grundsätzlich. derselbe. 
Nur macht der zunehmende Winddruck auf die Wellenkuppe die Wellen laufend 
steiler, so daß Wassermassen von Metermächtigkeit überbrechen können und 
teilweise ähnliche Formen wie bei der Strandbrandung entstehen, 
Zustand 4. Der Wind reißt das Wasser aus der See heraus, 
Oberhalb 30 m/see etwa ändert sich das Aussehen der Wasseroberfläche wieder, 
In Böen bei Windstärke 10, dauernd bei 11 und 12 werden vom Winde große 
Flächen Wasser aufgewirbelt, Der Wind reißt das Wasser aus der See und 
versprüht es, Es besteht dann zwischen Luft und Wasser keine feste Grenze 
mehr, sondern es gibt eine Übergangsschicht, die mehr oder weniger von 
Wasserstaub erfüllt ist, Dabei wird ähnlich wie bei starken Regengüssen die 
Secoberfläche geglättet, Da es an der Oberfläche keinen Windsprung mehr 
gibt, sondern. die Windstärke stetig mit der Höhe zunehmen muß (aus Gründen 
der Reibung), werden die Wellen auffallend glatter als z. B. bei Windstärke 7 
bis 8. Yielfach können die Wellen nicht mehr überbrechen, da die ganze obere 
Wellenpartie einfach weggerissen wird. „Der Sturm bügelt die See glatt“ 
Wir stellen danach folgende Skala auf: 
Seezustand Wind Bee Oberfläche 
f “N Es | 
ı 5 eben stellenweise glatt. 
| raykı, 
| schefbenförmig überkänmmende kleine Wellen, 
| zahlreiche größere überkämmende Wellen. 
weiß überkänmende Wellen, 
Schaumflecke (vereinzelte). 
zahlreiche Schaumflecke. 
Schaumstreifen, 
ausgeprägte Schaumstreifen. 
einzelne Wasserflächen fliegen bei Böen auf. 
viel Wasserstaub, 
geglättet, 
Die Skala gibt in jedem Seegebiet einen eindeutigen Zusammenhang zwischen 
Wind und See, Oberfläche und Wellenformen werden getrennt. Voraussetzung 
ist tiefes, stromloses Wasser, 
Es soll nun noch auf bestimmte Maßverhältnisse des Seegangs und. der 
lebendigen Dünung hingewiesen werden; dies sind wichtige Dinge, 
Das Gesetz der Brecher, 
Kurt Wegener]) het das Gesetz der Brecher so aufgestellt (Wegenersches 
Gesetz): „Die See bricht so, daß sich eine brechende See immer vor die vor- 
hergehende setzt“. Die See bricht also nicht regellos (ab Windstärke 6), wie es 
%) Siehe auch Ann, d, Hydr. usw. 1937, S.2191£ Die Schriftwitg.
	        
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