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Full text: 68, 1940

270 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1940, 
von Bord der „Meteor“ aus aufgenommene submarine Relief bei den Azoren 
entstanden sein, obwohl zwar sialisches Gestein, das nach dem Voranstehenden 
in der Längserstreckung des Sockels der Azoren vorhanden sein muß, auf ihnen 
mit Sicherheit nicht nachgewiesen ist, Gemäß der Streichrichtung der unter- 
meegrischen Strukturen in Richtung WNW—ESE ergibt sich überdies der in 
Tab, 1, Nr. 15 angegebene hohe Sialanteil auf dem zugehörigen Großkreisschnitt 
in Übereinstimmung mit der hier vorgetragenen Auffassung, Hierdurch erklärt 
sich vielleicht, daß die mutmaßlich von der Oberfläche des Sials ausgehenden 
Spalten später das Sial ganz durchsetzten, so daß Magma bis an die Meeresober- 
fläche empordringen. konnte. Meine Erklärung der Struktur des Meeresbodens 
bei den Azoren deckt sich zum Teil mit der von C1008s (so) gegebenen; vgl, auch 
Cloos (s). Doch bleibt Cloos, abgesehen von unbestimmten Äußerungen wie 
„Zustands- oder Ortsveränderungen des Magmas“ und einem Hinweis auf Weg- 
mann (47), die Erklärung schuldig, warum die Hebung und Aufwölbung der von 
ihm betrachteten Schollen stattfindet; vgl, (8), S. 510 u, 516, Ich behaupte, daß 
die ständig aufrechterhaltene Überschwere des Simas bzw. Unterschwere des Sials 
mit der Folgeerseheinung des isostatischen Ausgleichs eine der gesuchten Ursachen 
ist; vgl. S. 263/264, 
Der Vorgang der Spaltenbildung im Sial, wie er hier auf Grund des Wachs- 
tums der Materie geschildert ist, hat, abgesehen von der Ähnlichkeit mit der 
Vorstellung und den Versuchen von Cloos, eher Ähnlichkeit mit A, Wegeners 
Bild des Auseinandertriftens von Sialschollen im Sima oder mit Keindls Bild 
des andauernden Aufsteigens von Sima in sich verbreiternden Spalten als mit 
dem Bild von Bernauer (z), der ähnlich dem Zerreißen einer starren Kruste 
quer zu einer darumter in Bewegung befindlichen Magmaunterlage, ins Große 
übertragen, annimmt, daß beispielsweise unter dem nördlichen Island ein in 
Richtung E—W verlaufender Simastrom vorhanden sei, weil dort die Spalten 
vorwiegend in Richtung N—S streichen, Bei Betrachtung der vier hauptsäch- 
lichen Streichrichtungen von Verwerfungen, Spalten und Yulkanreihen in Island, 
die nach der Karte von Sonder (so) in den Richtungen N—S, E—-W, NW—SE 
und NE—SW verlaufen, kann man die Meinung von Bernauer höchstens auf- 
rechterhalten, wenn man nacheinander verschiedene Richtungen des unter- 
lagernden Magmastromes annimmt, wofür aber dann wieder ein ausreichender 
Grund diehlt. | | 
Die Überprüfung der von Sonder (ss) behaupteten „Rotes Meer-Island- 
Zonalen“ mittels des Verfahrens der Ermittlung des Sialanteils in den Großkreis- 
querschnitten, die sie durchsetzt, spricht für ihr tatsächliches Vorhandensein, 
Da. diese Zonale mitten durch dem Festlandblock der alten Welt geht, ist es 
ziemlich selbstverständlich, daß sich höhe Sialanteile ergeben; vgl. Tab, 1, Nr. 8, 
9, 17 und 18. 
Von höherem Gewicht für die Richtigkeit des hier Vorgetragenen ist die 
Richtung von Verwerfungen und Spalten in Neuseeland, da es von einigen Groß- 
kreisen geschnitten wird, die wenig Sial enthalten, Auch hier ergibt sich eine 
Bestätigung meiner Behauptung, wie leicht aus der von vom Rath (2) nach 
8. P. Smith gegebenen. Beschreibung der auf der Nordinsel von Neuseeland 
befindlichen, von NE nach SW verlaufenden großen Verwerfungsspalte zu ersehen 
ist, die mit einer Reihe von Yulkanen zusammenfällt und die beim Ausbruch 
des Tarawera im Jahre 1886 mit einer Höchstbreite von 2,5 km erneut aufbrach, 
Die zugehörigen Großkreisschnitte enthalten 40 bis 50% Sial; vgl. Tab. 1, Nr. 18, 
Diese große Verwerfungsspalte kann mit zum Bereich der parallel laufenden 
Kermadec-Rinne gerechnet werden; vgl. Tab, 1. Nr. 12, 
Auch Beobachtungstatsachen, wie die beiden folgend beschriebenen, lassen 
sich leicht erklären, wenn ein verschieden schnelles Wachstum verschieden dichter 
Gesteine angenommen wird, 
Haarmann (16) bringt ein Bild eines mit spezifisch schwerem basischen 
Gestein angefüllten Ganges auf Ljangskär in Älands Schärenhof, dessen. Granit- 
Seitenwände sich vor der Füllung wahrscheinlich scherend bewegt haben derart, 
daß die Trappfüllung des Ganges verschieden breit ist, Aus dem Bilde ist gut
	        
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