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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 68 (1940)

Hilgenberg, 0.C.: Zur Frage der Trift der Kontinente und der Permanenz der Ozeane. 9269 
Anteil des Sials in dem Großkreisschnitt nach Bild 16 tatsächlich weitgehend 
zerstückelt im Gegensatz zum Schnitt nach Bild 17, in dem nur wenige große 
Sialblöcke auf den Erdumfang verteilt sind und das schwächere Wachstum auf 
ihm durch zwei mit Erstarrungsgestein von mutmaßlich höherer Dichte als der 
des Simas ausgefüllte Spalten ausgeglichen wird. Je weiter ein Sialblock kleinen 
Ausmaßes sich inmitten eines Ozeans, von großen Sialschollen entfernt, befindet, 
um 80 größer wird die Wahrscheinlichkeit, daß er auf Großkreise zu liegen 
kommt, die Bild 16 entsprechen, so daß dann mit weiterer Zerstückelung zu 
rechnen ist, Von St, Helena (vgl. Tab. 1, Nr. 22) behauptet Ihering (zı) auf 
(irund tiergeographischer Belege, daß die heute £oO kleine Insel im Miozän eine 
Größe gehabt habe, wie etwa heute die Insel Jamaica hat, Die von mir gegebene 
Erklärung der von Keindl „Ozeanschew großer Inseln“ genannten Tatsache 
weicht von der von Keindl (ss) gegebenen, nach der Krälte bestehen, die das 
Triften, bezogen auf das Sima, von großen Inseln in die Ozeanmitte verhindern, 
ganz erheblich ab. | | 
Gemäß Bild 25 und 26, die aus Bild 24 in geringfügiger Abwandlung der 
Art der Bruchlinie entstanden sind, kann die Atlantische Schwelle als vom Sima 
jsostatisch getragenes Sialbruchstück geringerer Mächtigkeit als die Festland- 
Sialscholle betrachtet werden, Bild 26 ist so aus Bild 25 entstanden zu denken, 
daß das in die Spalten s, und s, von Bild 25 eingedrungene Sima die nur mäßig 
wachsenden Sialschollen auseinandersprengte, indem es stärker wuchs als sie, 
Bild 26 gibt eine Erklärungsmöglichkeit dafür, daß die Tieflseesenken des Atlantik 
quer ab von der Atlantischen Schwelle liegen; denn über der Oberfläche des 
Simas befindet. sich eine höhere Wassersäule als über dem mutmaßlichen Sial der 
Schwelle und verschärft die olıne das Meerwasser isostatisch hervorgerufenen 
Höhenunterschiede, 
Das oben geschilderte, infolge des unaufhörlichen Wachsens der Materie 
fortgesetzt aufrechterhaltene, durch den ständig überschweren Ozeanboden und 
das ständig unterschwere Sial isostatisch bedingte Emporwölben von Sialschollen 
in ihrer Mitte bei vom Sima niedergehaltenen Rändern der Scholle ruft für sich 
allein, unabhängig von den oben. beschriebenen Druck- und Zerrungstendenzen 
auf den Schollenquerschnitt, entsprechend dem Sialanteil des zugehörigen Groß- 
kreisquerschnitts, und unabhängig von den im Zusammenhang mit der Schollen- 
teilung im (15) bzw. {z7) beschriebenen, parallel zur Erdoberfläche wirkenden 
Druckspannung an der Oberseite und Zerrungsspannung an der Unterseite von 
Sialschollen (vgl. Bild 19), umgekehrt eine Zerrungsspannung an ihrer Oberseite 
und eine Druckspannung an Ihrer Unterseite hervor, Jedoch heben. sich die 
beiden zuletzt genannten Wirkungen nicht auf, da bei mehr oder weniger läng- 
lichen Sialschollen die Ebenen der in den beiden Fällen entstehenden Zerrungs- 
spalten zwar senkrecht zur Erdoberfläche, aber auch senkrecht zueinander stehen, 
Eine längliche Sialscholle würde dementsprechend auf Grund der in (15) bzw. (17) 
geschilderten Beanspruchung von der unteren, dem Erdinnern zugewandten Seite 
aus, parallel zu ihrer schmalen Seite Zerrungsrisse bekommen; vgl. Bild 20 und 24, 
Sie würde jedoch auf Grund der Überschwere des Simas und der Unterschwere 
des Sials an ihrer oberen Seite, also der Erdoberfläche bzw. dem Ozeanboden, 
Zerrungsrisse bekommen, die parallel zu ihrer langen Seite verlaufen. 
Auf die Atlantische Schwelle in Gestalt eines Sialbruchstücks großer Länge 
gemäß Bild 26 bezogen, folgt, daß sie an ihrer Oberfläche parallel zu ihrer 
Längserstreckung aufgespalten sein muß, Wie aus den Ausführungen von Stocks 
[G1), Abb. 3 u. 4] sowie Dietrich {1o) hervorgeht, stehen die an Bord der „Meteor“ 
gemessenen Lotungsprofile in gutem Einklang hiermit, In weiterer Überein- 
stimmung ist die Atlantische Schwelle nach Tams in ihrer ganzen Erstreckung 
stark seismisch bevorzugt; vgl. Tams (42), 2. Teil, S. 267. 
Als Beispiel für eine quer zur Längserstreckung einer Sialscholle verlaufende, 
vermutlich yon ihrer Unterseite ausgehende Zerrungsspalte kann die Romanche- 
Rinne gelten; vgl, Stocks (41), Tafel 1, Abb. 6. 
In ähnlicher Weise wie die beschriebene Aufspaltung der Atlantischen Schwelle 
parallel. zu. ihrer Längserstreckung kann auch das von Wüst {so} beschriebene,
	        
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