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Full text: 68, 1940

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August IM0, 
Die von japanischen Forschern zum Zwecke der Erdbebenprognose zusammen- 
getragenen geophysikalischen Forschungsergebnisse bieten eine Fülle von Bestäti- 
gungen für meine Auffassung der Schollenteilung gemäß Bild 18 bis 24, Beispiels- 
weise geht nach Tsuboi (44) aus nach mehreren Jahrzehnten wiederholten 
Niveaumessungen in Japan hervor, daß allmähliche Aufwölbungen von Schollen 
bei randlicher Senkungstendenz auftreten, ganz 8o, wie es Bild 19 im Schema 
zeigt. Ein anderes Beispiel wird ersichtlich aus von Myabe (ss) mitgeteilten, 
in Japan erfolgten Messungen von Schwereabweichungen und von Nivenuände- 
rungen der Erdoberfläche, bezogen auf den Meeresspiegel, Solange der Vorgang 
der stetig zunehmenden Emporwölbung einer Sialscholle wirksam ist gemäß 
Bild 19, muß eine „positive Korrelation‘, wie Miyabe es nennt, oder eine Ent- 
sprechung mit gleichem Vorzeichen zwischen der Landhebung und der Schwere- 
abweichung auftreten, weil der den Auftrieb für die isostatisch gefragene Scholle 
liefernde randliche Schwimmgürtel der Scholle allmählich immer tiefer eintaucht 
(negative Landhebung) bei gleichzeitiger Vergrößerung der negativen Abweichung 
der Schwere, bzw. weil die immer höher aufgewölbte Mitte der Scholle (positire 
Landhebung) einer Zunahme der hier positiven Schwereabweichung entspricht, 
Greift jedoch gemäß Bild 23 oder 24 die Teilung einer Scholle Platz, dann muß 
eine „negative Korrelation“ oder eine Entsprechung mit entgegengesetztem Vor- 
zeichen zwischen Landhebung und Schwereabweichung bestehen; denn der rand- 
liche Schwimmgürtel der Scholle taucht nun auf (positive Landhebung) unter 
Verkleinerung der hier herrschenden negativen Schwercabweichung, während 
die gehobene Mitte der Scholle absinkt (negative Landhebung) unter Verkleinerung 
der hier bestehenden positiven Schwereabweichung, Weiter stimmt überein mit 
dem Schema gemäß Bild 19, daß in Gebieten positiver Korrelation, also z,B, im 
Kwantö-Gebiet nach Miyabes Fie. 5, mehr heftige Erdbeben stattfinden als in 
Gebieten negativer Korrelation, denen Bild 24 bzw. 23 entsprechen; denn im 
Falle der positiven Korrelation (Bild 19) nehmen die Schweresbweichungen und 
damit die Spannungen in der Erdkruste allmählich zu bis zum plötzlichen Aus- 
gleich in Gestalt eines Erdbebens, während sie im Falle der negativen Korrelation 
(Bild 24) abnehmen und schließlich verschwinden; vgl. mit Karte der Erdbeben- 
häufigkeit nach Tsuboi (ss). Die von Reck (sı) angegebenen Erdbeben- und 
Yulkanzonen machen in Verbindung mit der von Miyabe gebrachten Karte der 
Gebiete der positiven und negativen Schwereabweichung gleichfalls das in Bild 19 
und 24 gegebene Schema der Schollenteilung wahrscheinlich, denn vielfach ver- 
laufen diese Zonen, wie sich leicht durch Vergleichen der beiden Karten ersehen 
jäßt, so, daß sie die Verbindungslinie zweier Gebiete negativer Schwereabweichung 
senkrecht schneiden, Der Vorgang der Emporwölbung gemäß Bild 19 ruft meines 
Erachtens die von Miyabe gesuchten “orogenic or eptrogenie movements other 
ihan isostatie” hervor, Aber wie ich in (15) und (17) dargelegt habe, unterliegt 
auch dieser Vorgang vollkommen dem Gesetz der Isostasie, Die Angaben von 
Miyabe (2s), Fig. 1, 3 und 5, betreffend die Gebiete der Landhebung und -senkung, 
die Gebiete der Über- und Unterschwere und die Gebiete der positiven und 
negativen Korrelation in Japan lassen im Sinne der Krustensprengungshypothese 
auch Rückschlüsse auf die Größe der heutigen Sialschollen zu mit dem Ergebnis 
von 250 bis 400 km als Maß für den größten Schollendurchmesser, Das gelingt 
noch besser, wenn der Nullpunkt der Schwereabweichung in Japan etwa um 
5 Milligal in positiver Richtung verschoben wird, weil dann die Gebiete der 
negativen und positiven Korrelation geschlossener herrortreten, 
Die neue, oben beschriebene Erklärungsweise der Entstehung der Tiefsee- 
rinnen beeinflußt den Vorgang der Schollenteilung und der Gebirgsbildung gemäß 
Bild 18 bis 24 nur insofern, als in. Großkreisschnitten der Erde, die Bild 16 ent- 
sprechen, die durch das allgemeine Wachsen aller Massen gemäß ihrer Dichte 
auftretende, in (15) und (ı7) ausführlich beschriebene zu stärke Krümmung der 
Sialschollen infolge eines vom Sima ausgehenden Druckes noch gefördert wird. 
In. diesen Großkreisen der Erde muß daher die Aufteilung der in ihnen vor- 
handenen Sialblöcke im immer kleinere Blöcke schneller fortschreiten als in 
Großkreisen vemäß Bild 17. Wie ein Blick auf den Globus lehrt, ist der geringe
	        
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