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Full text: 68, 1940

362 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, August 1940. 
klarer Weise das der größeren der beiden behaupteten Scherungen entsprechende 
Lineament hervor. In der Karte (e) treten besonders in der Südwestecke des 
Prinz-Albert-Parkes, etwa in 53° 30’ N/166° 30‘ W, südöstlich des De-Laronde- 
Sees im Lineament die Richtungen N 45° W, NS und EW hervor, die, wie in (15) 
yezeigt wurde, ebenso wie die Richtung N 45° E die behauptete Scherung an 
dieser Stelle bestätigen, In der Karte (7) herrscht die Richtung senkrecht zur 
Scherung vor, nämlich N 45° E bis N 50° E, und zwar besonders südöstlich des 
Großen-Bären-Sees. Riley (ss), der einen Teil des Gebietes auf der Ostseite des 
Sees, nämlich die Lindsley-Bai, beschreibt, berichtet über große von Osten nach 
Westen und nordost-südwestlich verlaufende Verwerfungen, Gänge und Adern, 
Im südöstlichen Saskatehewan ist die behauptete Scherung außerordentlich 
wahrscheinlich geworden durch die systematische Bearbeitung der Ergebnisse 
von Tiefbohrungen durch Wickenden (ss), Aus ihr geht hervor, daß zwischen 
Moose Jaw und Regina, in unmittelbarer Nähe der vermuteten Scherungslinie 
ein parallel zu ihr, nämlich von NW nach SE verlaufender Rücken aus paläozo- 
ischem Gestein mit steilem Hang auf der Südwestseite, wo eine Verwerfung ver- 
mutet wird, die nordöstliche Begrenzung eines Jura- und später eines Untere- 
Kreide-Meeres bildete; vgl. Bild 94). 
Die beiden von mir behaupteten großen Scherlinien in Nordamerika standen 
natürlich im Vordergrund bei dem Meinungsaustausch, der sich meinem Vortrage 
im Februar 1934 am Geologisch-Paläontologischen Institut der Technischen Hoch- 
schule Berlin anschloß. Sein damaliger Vorsteher, Herr Prof, Dr.-Ing. A. Born t, 
erklärte nicht nur das von mir als Beweis angeführte Lineament für überhaupt 
nicht vorhanden (man könne jede beliebige Richtung durch Verwerfungs- und 
Strukturlinien stützen), sondern erhob auch den Einwand, daß eine mutmaßliche 
unterirdische Verbindung der Appalachen mit den Ouachita-Bergen der von mir 
behaupteten Scherung entgegenstünde, welche Meinung gleichfalls aus Arbeiten 
von van Waterschoot van der Gracht (&) und Boesch (s) hervorgeht, Diesem 
Einwand wird jedoch durch die magnetometrischen Messungen von Jenny (s2) 
der Boden entzogen. Nach diesen Messungen ergeben sich östlich der Scherungs- 
linie magnetische Strukturlinien parallel zur Streichrichtung der Appalachen, 
westlich der Scherungslinie, nämlich im südwestlichen Teil von Alabama und 
im westlichen Teil von Florida, jedoch magnetische Strukturlinien parallel zur 
jehaupteten Scherungslinie bzw, senkrecht zur Streichrichtung der Appalachen, 
Auch Adams (:) hält eine Fortsetzung der Appalachen in den OQuachitabergen 
für unwahrscheinlich, weil die kristallinischen Gesteine der Appalachen. dort kaum 
vertreten sind, 
Der Beweis für das frühere Bestehen der Erde als Schelfkugel (Bild 1 bis 8) 
läßt sich vielleicht durch Lotungen im Nordpolarmeer erbringen; vgl, Hilgen- 
berg (19). 
Die vermutlich gemäß Bild 10 bis 15 vor sich gegangene Krustensprengung 
der Erde und die noch immer wirksame weitere Sprengung der sialischen 
Krustenbruchstücke der Schelf-Erdkugel lassen sich am besten so deuten, daß 
angenommen wird, die zeitliche Zunahme von Masse an Masse und Rauminhalt 
erfolge verhältnisgleich zu der Dichte der gegebenen Masse. Wie in (18), S. 70, 
und in ({15), S. 23, dargelegt ist, ziehe ich auch als möglich in Betracht, daß 
infolge des ständig zunehmenden Druckes im Erdinnern die Dichte eines dort 
befindlichen Stoffes allmählich zunimmt, so daß auf diese Weise überhaupt erst 
ein die Aufsprengung der Erde bewirkendes, genügend großes Dichtegefälle 
längs des Erdhalbmessers entstand. Auf Grund seismischer Messungen kommt 
nach Schmerwitz (34) den heutigen Bruchstücken der Erdkruste eine Mächtig- 
keit von etwa 50km zu. Sie müssen jedoch früher ganz wesentlich mächtiger 
gewesen sein; vgl. (ır), S. 129. 
Wenn wirklich eine derartige Zunahme an Masse und Rauminhalt aller stoff- 
lichen Körper mit der Zeit stattfindet, was sich in absehbarer Zeit durch weitere 
Ausmessungen der Urmeterstäbe einwandfrei entscheiden Jassen muß, so erhalten 
zwei geophysikalisch wichtige Hypothesen, die Trift der Festländer und die 
Permanenz der Ozeane, einen erheblichen Auftrieb, wenngleich der Ausdruck
	        
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