958 Arnalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1940,
Verlag EB. 6. Tenbner. Leipzig und Berlin 1939
und 1940, Preis kartoniert. RM. 2.—, 1,80.
Z—, 180,
Auch auf die kürzlich erschienene weitere Folge
dieser Schriftenreihe zei hier die Aufmerksamkeit
yelenkt*;. Beim Erscheinen dex ersten Heftes
wurde ausgeführt, daß die Herausgeber sich die
Aufgabe gestellt haben, einzelne geopolitische Fragen
und Gedanken in Bonderveröffentlichungen durch
sachkundige Verfasser behandeln zu lassen, um
dadurch Gelegenheit zu haben, besonders aktuelle
Fragen eingehender und mehr unter Berücksichtt
gung der jeweils neuesten Ereignisse darzustellen
als es in naturgemäß x, T, schoell veralteten Hand-
büchern möglich ist. Die Themen der oben an-
gezeigten Hefte behandeln. in der Tat jetzt be-
sonders im Vordergrund des Interesses stehende
geopolitische. Fragen und werden den Hefren die
gleich gute Aufnahme sichern wie die früher er-
schienenen sie gefunden haben, B. Schulz
L. Breitfuß, Arktis, der derzeitige Stand unserer
Kenntnisse über die Erforschung der Nordpolar-
gebiete, Text zur historischen und physikalischen
Kurte, mit einem Vorwort von Wilhelm
Filehner, Verlag von Dietrich Reimer, Berlin
1939, 2008, zweisprachiger Text (deutsch und
englisch) und zwei farbige Karten 1:10 Millionen,
Preis RM. 23.—.
Den wesentlicheten Kero der vorliegenden Ver-
öffentlichung bilden die beiden Karten 1: 10 Millio-
nen, welche etwa das Gebiet von der Südspitze
Grönlands bis zu den Aleuten und von der innersten
Ob-Bucht bis zum Großen Sklaven-See umfassen;
sie sind mit gefälliger Farbengebung technisch
zinwandfrei gedruckt. Auf der physikalischen Karte
szind außer den Höhen- und Tiefenverhältniesen
a. a. die Waldgrenze und Grenze des ständigen
Frostbodens, weiter die Oberflächen- and Tiefen-
strömungen, die mittlere Treibeisgrenze sowie die
Grenzen der Meere und der Interessengebiete der
Anliegerstaaten des A angegeben, Die
Nordgrenze, bis zu welcher Schiffe jemals im freier
Fahrt vorgedrungen sind, jet durch eine zusammen«
hängende Linie bezeichnet; sie bewegt sich auf
der enrasiatischen Seite zwischen 73° und 83° N.
Breite, auf der amerikanischen Seite zwischen 70°
and 821/,° N-Breite, die nördlichsten Stellen liegen
bei den Neu-Sibirischen Inseln und im Robeson-
Sund zwischen Grönland und Grant-Land, Das
schnelle Fortschreiten der Erkenntnis brachte es
mit sich, daß während des Druckes der Karte
zwar noch Lotungsergebnisse der Drift der „Sedow“
eingetragen, das Isobathenbild «diesen aber nicht
mehr angepaßt werden konnte (vgl. Nähe der
DATEN Die mittlere Treibeisgrenze ent-
spricht nicht den heutigen Verhältnissen, sie ist
bei weitem zw ungünstig angenommen. Die im
gleichen Maßstabe gegebene historische Karte gibt
eine sehr dankenswerte Übersicht über die Wege
der einzelnen Polarexpeditionen und der Lage der
Stationen des ersten und zweiten internationalen
Polarjalres. . .
In dem Begleittext wird auf 28 Seiten eine
gedrängte Übersicht über unsere Keuntnis des
Nordpolargebietes gegeben, in welcher die auf
eigene Erfahrungen gestützte Beurteilung der Nord-
westpassage und besonders der Nordostpassage von
besonderem Werte sind. Den wesentlichsten Raum
des Textes (68 Seiten) nimmt die Zusammenstellung
Vol, ds. Zechr 1937, S_ 129, 587: 19338. 8, BL
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der wichtigsten Reisen und Ereignisse. in der Arktis
seit Anfang unserer Geschichte ein, beginnend mit
dem Jahre 860, wo die Wikinger Island entdeckt
haben sollen und endend mit 1938. Zu bedauern
st, daß diese wertvolle Zusammenstellung gänzlich
zuf Literaturangsben verzichtet, nach dieser Rich-
ang bildet die von Hassert gegebene Darstellung
ler Geschichte der Polarforschung‘ eine anüber-
troffene Ergänzung, .
Der gesamte Text ist in englischer Sprache
riederholt, die Verbreitung des Buches in Ländern
meglischer Sprache hat ein Londoner Verlag über-
YOMMEN, B. Schulz
Dr. K. Schütte: Wann geht die Sonne auf und
unter? Zweite Auflage, IX 8. und 37 Tafeln,
Ferd. Dümmlers Verlag, Bonn und Berlin 1940,
Preis kart, RM 3,50,
In der augenblicklichen Zeit der Verdunklung“
and der Sommerzeit koramt der Frage: „Wann
zeht die Sonne zuf und unter?“ zweifellog eine
arhöhte allgemeine Bedeutung: zu, Die üblichen
\ngaben der Kalender genügen zur Beantwortung
Hieser Frage nicht, da die in ihnen aufgeführten
Zeiten stets nur für einen Ort gelten, der zumeist
nicht einmal näher bezeichnet ist, In dem Gesamt-
zebiet des großdeutschen Reiches können sich aber
die Sonnen-Auf- und -Untergangszeiten. zwischen
5stlich und westlich. gelegenen Orten an ein und
demselben Tage bis zu über einer Stunde unter-
zebeiden.
Sch ütte beantwortet nun diese in allen Kreisen
mmer aktuelle Frage für jeden Tag des Jahres
ınd gleichzeitig für alle Orte Mitteleuropas auf
yraphischem Wege in seiner jetzt bereits in zweiter
Auflage erscheinenden Tafel,
_ Er gibt auf 37 Karten von Mitteleuropa
‚Grenzen, etwa in Breite -+—42° und -/- 58°, in
Länge 7% und 22° Sstlich Greenwich) für 37 Tage
les Jahres, die um 10 Tage auseinanderliegen
Januar 1, 11, 21 usw.) Kurven, die die Orte
zleicher Sonn NEO bzw. gleicher Sonnen-
antergangszeit verbinden, Das Intervall dieser
Kurven hai 10 Minuten, Am Rande der ein-
zelnen Kartenbilder werden. außerdem die täglichen
Änderungen dieser Sonnen-Anuf- und -Untergangs-
‚eiten sowie die jeweilige Dauer der bürgerlichen
Dämmerung gegeben,
Die in dieser Form der Darstellung erreich-
bare Genauigkeit der Tafeln von etwa 2 bis 3 Mi+
xuten dürfte fast allen Ansprüchen des bürger-
lichen Lebens gerecht werden. .
Neu aufgenommen ist in diese zweite Auflage
ine Tafel, die die Kürzung der Dauer der bürger-
‚chen Dämmerung bei verschieden bewölktem
Aimmel zu entnehmen pestattet, Näheres über
Jie Entstehung dieser Tafel ist in der Arbeit:
X. Schütte, Der Einfluß der Bewölkung: auf die
Dauer der bürgerlichen Dämmerung. Ann. der
HAydr. u. Mar. Set, 1936, Seite 305, zu finden.
lit dieser Sondertafel ist der Verfasser einem
schon oft geäußerten Wunsche nachgekommen,
denn gerade die Frage nach der Verkürzung der
Dämmerungsdauer bei verschieden bewölktem
Himmel spielt im bürgerlichen Leben, insbesondere
m Verkehrswesen und in der Rechtsprechung eine
oft bedeutsame. Rolle. ”
Eine Vorbemerkung‘ pibt kurz und klar die
für die Benutzung‘ der Tafeln erforderlichen ein-
{sachen Erläuterungen sowie einige Tabellen (Immer-
währender Kalender, Osterdaten von 1901 bis 1960
and die Tageslängen für jeden 10, Tag des Jahres
innerhalb der Breiten von -— 42° bis -- 58°)