354 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1940,
bis drei Richtungen und mit verschiedener Periode vorhanden sind, so wird er-
sichtlich, welche Schwierigkeiten sich ergeben, wenn es sich um die Grund-
probleme der Erforschung der Langfristrorhersage handelt.
Die Großwetterlage. Wenn auch die Erfahrung zeigt, daß die Überlagerung
der verschiedenen Einflüsse ein stetig wechselndes und nicht streng erfaßbares
Bild der Wetterlage ergibt, so scheint doch eine Konstante vorhanden zu sein,
die der Wetterentwicklung für einige Zeit eine Richtung gibt: die Großwetterlage.
Sie legt die Grenzen fest, in denen das Wetter um eine gewisse Mittellage, die
Witterung, schwankt. Sie zeigt sich oft wochenlang gegen Angriffe von außen
her immun und erweckt den Eindruck, daß sie kein Zufallsprodukt ist, sondern
einen vorherbestimmten und zeitlich verankerten Zustand darstellt. Es wäre
sonst undenkbar, daß manchmal ein stationäres Hochdruckgebiet sich zwei
oder noch mehr Wochen lang‘ über Island erhält. Der stetige Wechsel von
Tief- und Hochdruckgebieten. wurde der „idealen meteorologischen Unordnung“
in unseren Breiten viel näher kommen. Der Umschwung der Großwetterlage
erfolgt im allgemeinen. an einer Singularität, Als bekanntestes Beispiel erwähnte
ich schon den Sommermonsun, Es gibt eine Anzahl gut bekannter Singularitäten,
die in der Literatur schon öfters behandelt wurden !), Hier gilt es die Zusammen-
hänge ausfindig zu machen, die es ermöglichen, den Zeitpunkt der Witterungs-
änderung auf Grund der abgelaufenen Witterung vorherzubestimmen, Leider
sind die Arbeiten gerade auf diesem Gebiet sehr spärlich?). Das Wesentliche, was
den Zeitpunkt des Eintritts und die Stärke des Witterungsumschlages bestimmt,
scheint auch hier wieder das Druckniveau in der Höhe zu sein.
Zw untersuchen wäre, wo die Ursachen liegen, die einen Einfluß auf das
Niveau unserer Breiten ausüben. Es besteht eine große Wahrscheinlichkeit
dafür, daß die Bewegung der dynamischen Hoch- und Tiefdruckgebiete (Groß-
wetterlage) durch außerirdische Vorgänge gesteuert wird. Die Untersuchungen
von Secultetus über den Zusammenhang zwischen den Vorgängen auf der Sonne
und andern kosmischen Veränderungen mit unserem Wetter dürften daher
interessante Ergebnisse erwarten lassen,
Zusammenfassung, Das Wetter Mitteleuropas wird einerseits, vom planeta-
rischen System, andererseits vom Monsunsystem bestimmt.
Welches der beiden vorherrschend ist, hängt vom Druckniveau in der
Stratosphäre ab; dieses wiederum von stehenden Wellen, die vermutlich in
kosmischen. Einwirkungen ihre Ursache haben,
Es werden drei Arten von Druckänderungen. (Fall. und Steiggebieten) unter-
schieden:
1. Stehende Wellen, die Schaukelbewegungen darstellen oder sich langsam
in der Stratosphäre bewegen,
9, Wandernde Wellen, die sich mit Westkomponente an der Tropopause fort-
pflanzen.
Thermische Wellen. Es sind Warm- und Kaltluftkörper, die meist in
Verbindung mit wandernden Wellen und Fronten auftreten. und mit der
Gesamtströmung schwimmen,
Auf die Bedeutung der „stehenden Wellen“, die für die Großwetterlage von
Bedeutung sind, wird hingewiesen,
Es wird eine Verbindung der Bjerknes-Theorie mit der Theorie der Wellen-
steuerung durch das Prinzip der thermodynamischen Rückkoppelung versucht,
W. Laun.
9, Klimatographische Witterungsschilderung. Nr, 147: Deutsch-Ostafrika,
— Aus der Sammlung des überseeischen meteorologischen Dienstes der Deutschen
Setwarte. — Witterungsverlauf während der großen Regenzeit in
Tanana, Tag der Beobachtung: 1. April 1988,
Die Pflanzung Tanana Hegt in etwa 1450 m Meereshöhe in Ost-Uluguru in dichter Urwald-
landschaft. Das Gelände fällt von Tanana stufenweise nach Osten zur Ruwu-Ebene ab. Bei klarem
"7 1) Zeitschr. £, angew. Meteor. (Wetter) 1939, 1, 2. — % Nach Drucklegung: dieses Aufsatzes
erschien. in der Met. Zeitschr. (1940, 3, 4) eine Arbeit von Schmauß über Bingo lazitäten, Spiegelungs-
punkte und. Wellen,