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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 17 (1889)

Segel-Anweisungen für Fahrten in den Chinesischen Gewässern. 
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anfangs nach SE, später nach Süd. Von hier arbeite man zwischen 8° und 
7° N-Br nach Westen, bis man Kap St. James in NWzN oder bei schlecht 
kreuzenden Schiffen in NNW gebracht hat, und liege auf das Kap zu; kann 
man es nicht in einem Sehlage erreichen, und ist ein Wenden nöthig, so wende 
man südlieh von 8° N-Br, weil man nördlich dieser Breite in einen mit 40 Sm 
nach NEzN setzenden Strom geriethe, wähi’end westlich der Prince of Wales- 
Bank und südlich von 8° N-Br sehr wenig Strom ist, der bei schönem Wetter 
vor Juli sogar nach Westen läuft. Der Wind, welcher sich von Juli bis Ende 
September sehr westlich hält und zwischen SW und WNW weht, zieht sieh 
jedoch etwas südlicher, sowie man die Breite von Pulo Condore passirt und je 
näher man Kap St. James kommt, während gleichzeitig die hohe See abnimmt. 
Sollte er hier zwischen den Bänken flau werden, so ankere man während der 
Nacht, da ein Strom mit ea l‘/s Kn Geschwindigkeit nach ENE läuft. Lootsen 
kommen selten und im SW-Monsun fast nie aufserhalb des Kaps. Hat man 
noeh keinen Lootsen, wenn das Kap in Ost ist, so bringe man den Leuchtthurm 
in ESE und den Einschnitt der beiden Berge (Coeoanut-B&\) in Ost und ankere 
in 18—13 m Wasser. Die Ebbe setzt aufserhalb des Kaps ESE und die Pluth 
WSW. Innerhalb oder West vom Kap setzt die Fluth flufsaufwärts ca NNW 
und die Ebbe recht heraus; der Strom läuft dicht unter Land am stärksten, 
wo die Ebbe im SW-Monsun oft eine Geschwindigkeit von 5 Kn ei'reicht. 
Abendä wird es im SW- wie im NE-Monsun gewöhnlich still; um 12 h Nachts 
weht ein Landwind gewöhnlich von Nord, nimmt bis 4 h a. m. an Stärke zu und 
hört um 8 b oder 9 h a. m. ? mitunter auch schon früher auf. 
19. Vom Norden Chinas «ach Bangkok oder Singapore im SW-Monsnn. 
Es giebt zwei Routen, eine äufsere östlich von Formosa und den 
Philippinen und eine innere durch die Chinesische See. Auf der ersteren gehe 
man durch die ßiMo-Passage, um mit dem dann südlich vom Aequator 
herrschenden SE-Wind, nördlich von Jam, durch die Karimata- oder Gaspar- 
Strafse, nach den Natunas und in den Golf von Siam resp. nach Singapore zu 
steuern. Diese Route ist vom Juni bis Ende September am besten, besonders 
wenn man starken SW-Monsun antrifft. Die Hauptschwierigkeit wird darin 
bestehen, von Formosa aus bei starker nördlicher und östlicher Strömung die 
GWo/o-Passage zu erreichen; der hier veränderlich zwischen Süd und West und 
selbst bis NW gehende Wind wird jedoch diese Aufgabe erleichtern. 
Auf der zweiten Route durch die Chinesische See arbeite man, wie unter 
17. angegeben, nach 7° N-Br und von hier zwischen 5° und 3° N-Br nach den 
Natunas, um dann wo möglich mit einem Schlage nach der Mitte des Golfes 
von Siam resp. nach Singapore zu liegen. Nach Juli ist es rathsam, nach der 
3/a/acca-Küste hiniiberzulaufen, da an der Cambodja-Seite und iu der Mitte des 
Golfes häufig schlechtes Wetter, Regen und Böen Vorkommen. 
Von Hongkong aus ist die letztere Route stets vorzuziehen. 
20. Von China und Manila nach Java. 
Von Anfang November bis Ende März empfiehlt Kapt. Polaek die Route 
durch die Chinesische See zu nehmen, im April und Mai durch die Sulu- und 
Celebes-Sees und die Aiacöiiur-Strafse, da südlich von Sapata zu dieser Zeit viel 
Windstillen zu erwarten sind, von Juni bis September die östliche Route durch 
die Gilolo- und Pfft-Passage. 
21, Von Futscliau nach Australien. 
Wenn man Futschau von Mitte Februar bis Ende Oktober verläfst, um 
nach Sydney zu segeln, so hat man die östliche Route durch den Stillen Ocean 
zu wählen. Man gehe nördlich von Formosa und südlich der Lw<A«-Inselu oder 
durch eine der Strafsen zwischen letzteren und Japan. Von Mer liege man auf 
35° bis 37° N-Br nach 148° bis 150° O-Lg; stellen sich bereits auf 30° oder 
32° N-Br frische westliche oder nordwestliche Winde ein, so steuere man auf 
dieser Breite entlang, dann von ca 150° O-Lg an einen südöstlichen Kurs bis 
zu der Region der veränderlichen Winde im Wendekreise uud- von hier nach 
Süden. Ist der NE-Passat erreicht, so versuche man mit demselben den Aequator 
in 162° bis 165° O-Lg zu schneiden; es ist dies nicht zu schwierig, da von 
Aon. d, Hydr. 1SS9, Heft 3X 4
	        
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