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Full text: 68, 1940

Wedemeryer, A.: Die Tangente der Azimutgleiche, 
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P.Pa (E%) schneiden sich die Radien unter dem Winkel Null. Dieser Schnitt- 
winkel wächst von Punkt zu Punkt auf © bis er seinen Höchstwert z erreicht, 
Der Xa-—gß kann also nur einmal vorkommen, Mithin ist & die Tangente an 
die Azimutgleiche A und zugleich Tangente an alle Richtungsgleichen in S, bei 
denen der Unterschied der Richtungswinkel = aß ist. Damit ist zugleich eine 
Aufgabe gelöst, die bislang noch nicht gelöst wurde. 
Durch x—ß und A ist das A PSF voll bestimmt. Da DL von S aus auf 
dem Lot SE unter dem größten Winkel & — ß gepeilt wird, so muß auch NF 
von S auf © unter dem größten X A = f + (@«— 0) + Pf gepeilt werden). 
Andere Ableitungen gewinnt man durch azimutale Abbildung des Kugel- 
äreiecks NSF mit 5 als Hauptpunkt. In der „Hansa“ 1925 und im Jahrbuch für 
drahtlose Telegraphie, Bd. 25, Heft 6, habe ich die gnomonische Abbildung benutzt. 
Damit ist der Beweis erbracht, daß die Ableitung des Tangentenwinkels an die 
Azimutgleiche elementar leicht durchzuführen ist, viel leichter als die Kon- 
struktion der Tangenten. an Kegelschnitte, auf die Harms besonderen Wert legt, 
Mißyrerständnisse würden beseitigt, wenn man im ebenen Kreise den Tangenten- 
winkel a —= 90° — & und nicht a =— 4 schreiben würde. 
Kleinere Mitteilungen, 
i. Gedanken zum Problem der Wetterentwicklung. In den letzten Jahren 
ist in der Meteorologie wohl viel Kleinarbeit geleistet worden, doch das Haupt- 
problem, die Erweiterung der Vorhersage, hat nur geringe Verbesserungen 
erfahren. Ein Schritt vorwärts war die Langfristvorhersage, wie sie von Baur 
betrieben wird. Auch die Methode der Vorhersage des Witterungscharakters im 
allgemeinen auf längere Sicht (Groißmayr) ist richtungsweisend für die Weiter- 
entwicklung der praktischen Meteorologie, Die Erfolge der Langfristvorhersage 
beweisen, daß eine Ursache vorhanden ist, die den Welterablauf im bestimmte 
Bahnen zwingt. Wir haben es bei unserem Wetter nicht nur mit Vorgängen in 
der Troposphäre zu tun, wo verschieden temperierte Luftmassen zusammen. 
wirken, sondern diesen Vorgängen unten sind noch andere in der Stratosphäre 
überlagert, die nun teils hemmend, teils treibend. auf die Entwicklung in der 
Troposphäre wirken und entscheiden, ob das planetarische, das Monsunsystem 
oder keines von beiden vorherrschen soll. Es ist anzunehmen, daß diese Vor- 
gänge in der Stratosphäre, auf deren Mechanismus später eingegangen wird, 
bestimmten Gesetzen unterliegen, 
{m Laufe der meteorologisehen Entwicklung sind verschiedene Theorien 
entstanden, die jede auf ihre Art die Entwicklung der Druckgebilde und den 
Wetterablauf zu erklären versuchen, Die bekannteste davon ist wohl die Polar- 
{ronttheorie von Bjerknes, Sie hätte volle Gültigkeit, wenn in der Stratosphäre 
keine zusätzlichen Druckänderungen vorhanden wären, Sie befaßt sich haupt- 
sächlich mit der Troposphäre und ist daher nicht universell anwendbar, 
Als fruchtbares Ergebnis der Forschungen derer, die mit der allgemeinen 
Gültigkeit der Polarfronttheorie nicht einverstanden waren, insbesondere da ihre 
Anwendbarkeit in unseren Breiten schon stark nachläßt, wurde durch Stüwe die 
Theorie der Steuerung der Vorgänge in der Troposphäre durch die Stratosphäre 
entwickelt, 
Die Leipziger Schule hat mit ihrer Wellentheorie ebenfalls einen inter- 
essanten Einblick in die Mechanik des Wetterablaufs gegeben, Als wichtigstes 
Ursprungsgebiet der kurzperiodischen Wellen kommt für uns das XIslandtief in 
Frage, Durch seine Speisung mit arktischer Kaltluft von Grönland her tritt 
eine Steigerung seiner Aktivität ein, Die hierdurch hervorgerufene Zentrifugal- 
kraft bewirkt einen Sog im Zentrum des Tiefs wodurch Luft aus der Stratosphäre 
nach unten gesaugt wird und der Tropopausentrichter (Palmen) entsteht. Die 
Erwärmung dieser Luft beim Absinken erklärt die warme Stratosphäre im Tief. 
Palmen fand jedoch, daß die heruntergesaugten Luftmassen nicht ganz so warm 
u Marine-Rundschau, Mai 1940,
	        
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