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Volltext: 68, 1940

348 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1940, 
dann vorkommen, wenn die Frontalzone zonal derart liegt, daß der tiefe Druck 
im Entstehungsgebiet der Kaltluft, also im Norden liegt, der hohe Druck im 
Süden. Es wurde weiterhin festgestellt, daß man, um Rückschlüsse über die 
Herkunft der Luftmassen zu erhalten, besser den geostrophischen Wind nimmt, 
als den am Boden beobachteten, weil dieser die maßgeblichen oberen Strömungs- 
verhältnisse schlechter wiedergibt als der geostrophische Wind, wenn er auch 
nur eine Annäherung an den wirklichen Wind darstellt. 
Im zweiten Teil wurden zwei quadratische Druckfelder eingehend auf die in 
ihnen vorhandenen Strömungen und Kräfte untersucht, Im Anschluß daran 
wurde bewiesen, daß eine exakte Bestimmung‘ des wirklichen Windes in einem 
beliebigen Druckfeld auf dem Umweg über ein vorgegebenes einfaches Druckfeld 
nicht eindeutig möglich ist, | 
Daraufhin wurde der „Wind erster Näherung“ geschaffen und sein Fehler 
yegenüber dem wirklichen Wind abgeschätzt, der, wie sich ergab, im allgemeinen 
nicht sehr groß ist, Die Wetterlagen, für die der Wind erster Näherung dann 
zur Bestimmung von Konvergenz und Divergenz der Strömung angewandt wurde, 
waren nach den von R. Mügge definierten Wettertypen ausgesucht worden. Es 
zeigte sich, daß bei dem sogenannten Typus I das Druckänderungsgebiet schneller, 
beim Typus II langsamer als die durchschnittliche Strömung wanderte, 
Dabei ergab sich die Notwendigkeit, auch den gesamten Einfluß der Reibung 
auf die Divergenz der Strömung zu untersuchen, Es wurde gefunden, daß die 
von ihr herrührende Divergenz etwa eine Zehnerpotenz kleiner ist als die, die 
durch die andern auf die Luft wirkenden Kräfte erzeugt wird. 
_ Schießlich scheint mir noch ein Hinweis nicht ohne Belang, daß man näm- 
lich bei der Untersuchung von Fall- und Steiggebieten auch deren Geschwindig- 
keit gegenüber der allgemeinen Strömung berücksichtigen muß, weil man erst 
dadurch die individuelle Beschleunigung ganz erfaßt und nicht immer z. B. ein 
Fallgebiet mit einem Konvergenzgebiet der Strömung identisch setzen kann, wie 
in der Arbeit gezeigt wurde, und wie auch die Erfahrung es lehrt, 
Literaturverzeichnis, 
1, W, N. Shaw und R.G, K. Lempfert: The Life History of Surface Air Currents, . 
2. F. Baur und H, Philipps: Untersuchung der Reibung bei Luftströmungen über dem Meer, 
(Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, 6, 1938). 
3, D. Bruni: Physical and )rynamiecal Meteorology, . 
4, O. Kiewel: Theoretische Betrachtungen über den Bat der wandernden Zyklone und über die 
Strömungslinien der Luft in ihnen. (Veröffentlichungen des Königlich Preußischen Meteorolo- 
gischen. Institutes, Bd, IV, Nr. 2, 1911) . 
5, F. Möller: Druckfeld und Wind. (Meteorologische Zeitschrift, 8, 1936) 
5. H, Koschmieder: Dynamische Meteorologie. 
7. F. Exner: Dynamische Meteorologie, 
3, G. Stüve: Dynamik der Atmosphäre, (Handbuch der Geophysik, Lieferung IL.) 
3. D, Brunt and C. Douglas: The modification of the x balance for changing pressure 
distribution and its effeet on rainfall, (Mem, of the Royal Met, Soc., Vol. IIL)} 
10. F, Baur and H, Philipps: Die Bedeutung der Konvergenzen und Ep des Geschwindig- 
keitsfeldes für die Druckänderungen, Beitr. z, Phys, d, fr. Alm, Bd, 24, 
Ferner wurden benutzt: . 
Die Tagen, der stündlichen Wetterkarten von der Verfilmung der Wetterlage vom 30, 11. 1935 
is 6, 12. 1935. 
Die Wetterkarten des Täglichen Wetterberichtes der Deutschen Seewarte, Hamburg. 
Die Tangente der Azimutgleiche. 
Von A. Wedemeyer, Berlin, Oberkommando der Kriegsmarine. 
Meine kurzen Ausführungen in diesen Annalen, 1939, S. 141/42, haben zu 
Mißverständnissen Anlaß gegeben, Deshalb muß ich die elementaren Ableitungen 
in mehrfacher Form erweitern, 
Die Azimutgleiche geht, wenn der Halbmesser der Kugel unendlich groß 
wird, in einen Kreis über, der in der Planimetrie behandelt wird. Die Tangenten 
an diesen beiden Gleichen müssen nach der Erklärung die Eigenschaft gemein- 
sam haben, daß man vom Berührungspunkt S aus die Sehne NF (Abb. 1) 
unter dem größten XA peilt, während die Peilungen von allen anderen
	        
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