Lotz, K.: Über Trajektorien der Luft und deren Divergenz, 243
Mit Hilfe dieser Ergebnisse wurde wieder für die Wetterlage vom 30. November
1935 bis 6. Dezember 1935 für die deutschen Nordseestationen, also für dasselbe
Gebiet wie oben, der zeitliche Ablauf der Divergenz des Reibungswindes aus-
gerechnet und ebenfalls mit dem Gang der Bewölkung verglichen. (Die Bewöl-
kungsanguben der Stationen sind dem „Täglichen Wetterbericht“ der Deutschen
Seewarte entnom- __- a 3.12.35
men.) Abb. 21. Es a | N !
zeigt sich aber auch BeWäHENg m Zehntel
hier keine Paralle-
ütät in den beiden
Abläufen, Wenn man
Jagegen den mitt-
leren Betrag der Di-
rergenz des Windes
erster Näherung mit
dem des Reibungs-
windes vergleicht
(Abb. 19 u. 21), dann
HÄndet man, daß der
Einfluß der Rei-
bung auf die Di-
vergenz der Strö-
mung größenordnungsmäßig fast eine Zehnerpotenz geringer ist als
der Einfluß der bisher besprochenen Kräfte
Die Betrachtung des Reibungswindes hatte sich ergeben, weil anzunehmen
war, daß die geringe Übereinstimmung der Kurven in Abb. 19 durch die Ver-
nachlässigung dieser Größe hervorgerufen wurde. Da dies aber, wie sich oben
ergeben hat, nicht der Fall ist, soll der Fehler bei der Bestimmung der Divergenz
mit Hilfe des Windes erster Näherung noch einmal etwas genauer untersucht
werden, —
Es sind nämlich noch zwei Fehlerquellen vorhanden, die noch nicht so genau
untersucht sind; die erste ist, daß sich die Isobaren Oft nicht so genau zeichnen
lassen, wie es wünsch ONSWErt erscheint, die zweite, daß man, wie schon erwähnt,
d D . .
nicht De sondern —— bestimmt, Was den Fehler betrifft, der durch ungenau6
Darstellung der Isobaren entsteht, so hängt er davon ab, wie viele und wie viele
richtige Druckwerte in dem zu untersuchenden Gebiet vorhanden sind. Den
andern Fehler, der durch Ermittlung des Differenzenquotienten an Stelle des
Differentialquotienten hereinkommt, betrachtet man am besten getrennt nach
Bahnbeschleunigung und Zentrifugalbeschleunigung. Wenn man annimmt, die
Bahnbeschleunigung sei konstant, wie in den beiden betrachteten Druckfeldern,
db; 4v x
dann ist I = = konst,, der Fehler also gleich Null. Aber auch im allge.
meinen wird der Fehler nicht sehr groß sein, wenn nur, wie schon früher bemerk
die Veränderungen innerhalb des Zeitintervalls genügend klein sind,
, N 4b
Es bleibt noch zu erwägen, wie groß der Fehler durch Einsetzen von a?
db
anstatt ra in bezug auf die Zentrifugalkraft wird. Nimmt man an, es sel im
einem stationären Druckfeld nur die Zentrifugalkraft wirksam, die Isobaren also
konzentrische Kreise, dann entspricht der individuellen Beschleunigung des
db bo |
geostrophischen Windes --— ein -&, genau so, wie in diesem Falle die wirkliche
3 . . .
Zentrifugalbeschleunigung E gleich ist der individuellen Beschleunigung N des
4b be rn
wirklichen Windes. Man muß also —& mit vergleichen, Aus Abb. 22 (s. S. 244)
_