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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 68 (1940)

Die ozeanographischen Verhältnisse an der Meeresoberfläche im Golfstromsektor usw, 55 
Über die Ursache dieser auffallenden Temperaturzunahme an der Oberfläche 
können wir nur Vermutungen anstellen, Da selbst die Möglichkeit einer ober- 
flächlichen Wasserverschiebung wegen der Konstanz des Salzgehaltes fortfallen 
muß, können wir vielleicht die Temperaturzunahme an der Oberfläche durch 
erhöhte Strahlungsintensität, verbunden mit ruhiger See, erklären. Tatsächlich 
wurde auch nach den Schiffstagebucheintragungen, während der Zeit vom 
an an 20°. 3576 3580 83580 3600 3610 
030 £0 809600 0 
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Abb. 26, 
Vergleich der Vertikalkurven der Temperatur und des SM het der Station AH 136 
mit den Stationen A.65 und A 26. 
A463, a A226, CO AH136. 
24. Juni 12% bis 26. Juni 12% bei vorwiegend südwestlichem Wind Stärke 2 bis 3 
und heiterem Wetter, leicht bewegte See beobachtet. Diese Verhältnisse waren 
für die Ausbildung einer oberflächlichen warmen Deckschicht besonders günstig, 
während bei den Beobachtungen am Anfang und in der Mitte des Monats stärker 
bewegte See- und vorwiegend stärkere Bewölkung für die Ausbildung einer 
solchen Deckschicht ungünstig waren. 
Zusammenfassung, 
Die Hauptergebnisse dieser Untersuchung können wie folgt zusammen- 
gefaßt werden: | 
I. An der Meeresoberfläche nördlich und nordwestlich der Azoren treten in 
der mittleren Temperatur- und Salzgehaltsverteilung deutlich ausgeprägte 
Wasserzungen hervor, die fingerförmig ineinandergreifen und. sehr kom- 
plizierte dynamische Verhältnisse vermuten lassen. Der einfache und aus- 
geglichene Isolinienverlauf, wie er in den früheren Mittelkarten der Tempe- 
ratur und des Salzgehaltes zu finden ist, bringt die charakteristischen Züge 
des ozeanographischen Zustandes der Meeresoberfläche in diesem Gebiet auch 
nicht einmal andeutungsweise zum Ausdruck, eine Folge der in den meisten 
Fällen zu weit getriebenen Ausgleichung des Beobachtungsmaterials, Auch 
in der mittleren Wasserbewegung auf Grund von Besteckversetzungen wurden, 
entgegen früheren Anschauungen, statt eines einzigen breiten Golfstrom- 
bandes, drei Zweige, die voneinander durch Gegenströme getrennt zu sein 
scheinen, erkannt. Das schematische Bild der Wasserbewegung läßt sich 
gut mit dem Verlauf der Isothermen und Isohalinen vereinen, 
Während der Internationalen Golfstromuntersuchung 1938 wurden im 
wesentlichen ähnliche Verhältnisse, sowohl im thermischen und halinen, als
	        
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