Die ozeanographischen Verhältnisse an der Meeresoberfläche im Golfstromsektor usw, 49
Abb. 29 zeigt drei Fälle mit Salzgehaltsbeobachtungen vor, während und nach
dem Regen, Mit 0 ist die Stunde des Regenfalles bezeichnet oder in den Fällen,
wo der Regen längere Zeit angedauert hat, die Zeit vom Einsetzen bis zum Auf-
hören des Regens, Die positiven Zahlen bedeuten die Stunden nach, die negativen
Zahlen die Stunden vor dem Regen, Der Salzgehalt vor und nach dem Regen ist
in Abweichungen vom Wert zur Zeit des Regenfalles angegeben. Die absoluten
Salzgehaltswerte können dem Tabellenanhang (Tabelle III) entnommen werden.
Übereinstimmend in allen drei Fällen wird der geringste Salzgehalt zur
Zeit des Regenfalles beobachtet, Nach dem Regen erfolgt zuerst ein sehr rascher,
allmählich aber immer langsamer werdender Anstieg des Salzgehaltes; doch
scheint die Ober-
Häche in den meisten
Fällen schon etwa
2 bis 3 Stunden nach
dem Regen wieder
Salzgehaltswerte auf-
zuweisen, diesichnur
sehr wenig (etwa 0.05
bis 0.10 9a) von den
vör dem Regen beob-
achteten unterschei-
den. Am 8. Juni 17%
ist eine ganz besonders
starke Erniedrigung des
Oberflächensalzgehaltes
von mehr als 1.1 °/.9 fest-
zustellen (Beispiel 2 in
Abb. 29), Eine solche
starke Aussüßung des
Oberfiächenwassers kann
nur durch einen starken
und auf kurze Zeit kon-
zentrierten Regenschauer
erklärt werden, Während
des Regens vom 6. Juni 8" bis 7, Juni 4h beträgt die Salzgehaltserniedrigung
dagegen nur etwa 0,3%. Der geringste Salzgehalt (36.12 %/,9) wurde am 6. Juni
um 13% beobachtet. Auf diesen Wert beziehen sich auch die Abweichungen des
Salzyehaltes von Beispiel 1.
Bei dem Regenfall am 16, Juni 2* (Beispiel 3) läßt sich die Erniedrigung
Ades Salzgehaltes nicht eindeutig feststellen, weil zur Stunde des Regens keine
Wasserprobe geschöpft wurde. Der eine Stunde nach dem Regen beobachtete
Salzgehalt ist etwa 0.1 °%,, geringer, als der eine Stunde vor dem Regen beob-
achtete, was aber gut mit den andern beiden Beispielen übereinstimmt,
S, W. Visser (st) findet bei der Bearbeitung des Oberflächenmaterials der
„Snellius“ Expedition eine Abnahme des Salzgehaltes während des Regens um
etwa 0.6 % einen Wert, der sich zwischen den von uns in Beispiel 1 und 2
angegebenen einfügt.
Die Erniedrigung des Oberflächensalzgehaltes wird außer von der pro Zeit-
einheit gefallenen Regenmenge, auch noch wesentlich vom Zustand der See ab-
hängen. Die stärkste Aussüßung des Oberflächenwassers werden wir bei Wind-
stille beobachten können, weil dann auch die Oberfläche des Meeres am wenigsten
gestört sein wird. Vielleicht trägt dieser Umstand auch dazu bei, daß am
3. Juni 17b eine so auffallend starke Salzgehaltserniedrigung eingetreten ist.
Es ist nicht ausgeschlossen, daß ein sehr starker Regenschauer bei einer ver-
hältnismäßig ruhigen See, wie sie in diesem Falle bei einer Windstärke von
2 Beaufort erwartet werden kann, imstande ist, den Oberflächensalzgehalt auch
um 1,0%.) oder sogar noch mehr zu erniedrigen, wie es auch G. Schott (ss)
in der Malakkastraße vom fahrenden Schiff beobachten konnte.
PS