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Full text: 68, 1940

46 Die ozeanographischen Verhältnisse an der Meereso beriläche im Golfstromsektor usw. 
(> 835° N bzw. > 25° 8) von 0.29° und im Mittel für alle Beobachtungen im offenen 
Weltmeer 0.33°, Dagegen gibt W., Brennecke (sı) für die tägliche Schwankung 
der Wassertemperatur in den äquatorialen Gebieten des Atlantischen Ozeans 
0.42° und für die in höheren Breiten 0,51° an, 
Da die tägliche Temperaturschwankung des Oberflächenwassers stark von 
der Bewölkung und der Windstärke abhängt [G. Schott (ss)], werden wir mit 
jahreszeitlichen Schwankungen in der Amplitude des täglichen Temperaturganges 
in unserem Untersuchungsabschnitt rechnen müssen; im Sommer ist bei geringerer 
Bewölkung und schwächerer Luftbewegung eine größere Amplitude zu erwarten 
als im Winter, Da die Messungen der „Carimar€“ im Juni gemacht worden sind, 
erscheint die Amplitude von 0.40°C durchaus plausibel, Die Eintrittszeit des 
Minimums der täglichen Temperaturschwankung‘ um 2b nachts scheint ganz den 
normalen Verhältnissen zu entsprechen, während das Maximum um 12% sicher 
etwas verfrüht ist, Im allgemeinen findet man das Maximum des täglichen 
Temperaturgänges in niederen Breiten zwischen 14 und 15%, das Minimum zwischen 
ah und 3b; in höheren Breiten verspäten sich die Extreme anscheinend etwas. 
Im täglichen Gang der Lufttemperatur tritt das Maximum um 13%, 
das Minimum zwischen 0% und 1% auf; die Amplitude beträgt 0.42°%°. E. Kuhl- 
brodt (so) findet im Durchschnitt für das Gebiet südlich von 28° S das Minimum 
um 4b und das Maximum zwischen 13—14h bei einer Amplitude von nahezu 
0.3°. Auffallend ist, daß in den Temperaturkur ven von Kuhlbrodt fast überall 
eine kleine Temperaturerhöhung gegen Mitternacht oder mindestens eine vorüber- 
gehende Abschwächung des nächtlichen Temperaturfalles eintritt, ähnlich wie es 
in der Temperaturkurve des Oberflächenwassers in unserem Untersuchungsgebiet 
angedeutet ist, 
Die von uns gefundene Amplitude des täglichen Ganges der Lufttemperatur 
ist, mit den Ergebnissen Kuhlbrodts verglichen, vielleicht etwas zu hoch, Die 
Lage des Temperaturmaximums, welches eine Stunde nach -dem Maximum der 
Wassertemperatur eintritt, stimmt aber gut mit den „Meteor“- Beobachtungen 
überein. Die Eintrittszeit des Temperaturminimums erscheint dagegen kurz 
nach Mitternacht etwas zu früh, 
Eine auffallende Erscheinung im täglichen Temperaturgang der Luft ist die 
Abschwächung der vormittägigen Temperaturzunahme, Erst von 9h steigt die 
Baaık® (9m 9% z Temperatur wieder sehr rasch bis 
. zum Maximum an. Bis zu einem 
gewissen Grade ist diese Ab- 
schwächung auf eine unperiodische 
Temperaturabnahme am 1. Juni zu- 
rückzuführen. Werden die in Frage 
stehenden Beobachtungen nicht be- 
rücksichtigt, dann wird die Erschei- 
nung abgeschwächt, bleibt aber als 
solche bestehen, Man könnte an 
einen Einfluß der Windstärke auf 
den Ablauf der täglichen Tempe- 
raturschwankung denken, Aus den 
stündlichen Beobachtungen der 
„Carimare“ läßt sich durch arith- 
metische Mittelbildung, ohne Rücksicht auf die Windrichtung, ein täglicher 
Gang der Windstärke ableiten, wie Abb. 28 zeigt. Die Amplitude ist sehr 
groß; sie beträgt etwa ein Beaufortgrad, also ungefähr 1.5 m/sec, Das Maxi- 
mum der Windstärke fällt angenähert mit dem abgeschwächten Anstieg der 
Lufttemperatur zusammen. Nach der Espy-Köppenschen Theorie der täg- 
lichen Periode der Windstärke ist das Auffrischen des Windes am Vormittag 
auf verstärkte Turbulenz in den untersten Luftschichten zurückzuführen, Über 
Land wird das Maximum der Windstärke dabei gewöhnlich um Mittag erreicht, 
Damit aber bei der stärkeren turbulenten Durchmischung in den untersten 
Luftschichten eine Abkühlung eintreten kann, ist es nötig, daß die potentielle 
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