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Full text: 68, 1940

Die ozeanographischen Verhältnisse an der Meeresoberfläche im Golfstromsektor usw. 35 
Monat später (Schnitt 2) ist die 34.50 %/,-Isohaline von der Oberfläche völlig 
verschwunden. Auch in der Tiefe sind die Wassermassen bedeutend salzärmer 
zeworden; im ganzen Schnitt bleiben die Werte unter 35.00 %, Die Salzgehalts- 
abnahme an der Oberfläche beträgt gegenüber dem vorangegangenen Monat in 
50° W etwa 0.4 %/.. Der dritte Schnitt zeigt uns endlich die Salzgehaltsverteilung 
Anfang September, An der Oberfläche ist in der Salzgehaltsverteilung keine 
große Änderung mehr eingetreten, nur in der Tiefe ist das Wasser noch salz- 
ärmer geworden, als es im August war; im ganzen Schnitt sind die Werte kleiner 
als 34,90 °/4. Die Salzgehaltsabnahme zwischen August und September ist also 
bedeutend. geringer als die zwischen Juli und August, und wir werden kaum 
fehlgehen, wenn wir annehmen, daß zwischen September und Oktober wieder 
eine Zunahme des Salzgehaltes eintreten wird. Ein periodischer Gang der Salz- 
führung des Labradorstromes, östlich und nordöstlich von Neufundland, mit 
einem Minimum im August—$September und einem Maximum vielleicht im 
Februar— März ist auch ohne weiteres verständlich. Die gewaltigen Frisch- 
wassermengen, die während des Sommers im Ursprungsgebiet des Labrador- 
stromes durch Flüsse, Gletscher und. Abschmelzen des Eises an der Wasserober- 
fläche dem Meere zugeführt werden, gelangen mit dem Labradorstrom nach 
Süden und geben zu einer Aussüßung dieses Stromes Anlaß, die sich im Bereich 
der Neufundlandbank erst im August—September am deutlichsten zeigen wird. 
In der Nähe der Neufundlandbank finden nun im Grenzgebiet zwischen Golf- 
und Labradorstrom dauernd Einwirbelungen und folglich auch starke Ver- 
mischung der beiden Wasserarten statt, Dem Golfstrom wird auf diese Weise 
im August— September besonders salzarmes und im Februar— März besonders 
salzreiches Wasser beigemischt und von ihm weiter nach ONO verfrachtet. Der 
Jahresgang des Salzgehaltes in den östlicher gelegenen Feldern wird dann zu einem 
gewissen Teil ebenfalls durch die Jahresschwankung des Salzgehaltes im Labrador- 
strom bestimmt sein, doch nimmt die Amplitude dieser periodischen Schwankung, 
wahrscheinlich in erster Linie als Folge der turbulenten Vermischung, immer mehr 
ab. Es ist aber doch erstaunlich, wie weit dieser Einfluß des Labradorstromes 
auf den Jahresgang des Salzgehaltes in den Nordatlantischen Ozean hineinreicht, 
Von’ selbst drängt sich uns nun die Frage auf, ob vielleicht auch Schwan- 
kungen in der Salzführung des Golfstromes in unserem Untersuchungsgebiet 
eine Rolle im Jahresgang des Oberflächensalzgehaltes spielen können. Leider 
reicht das Material nicht aus, um den J-{FHMAMJ WAS DL 
Jahresgang des Salzgehaltes bis ins a ; 
Ursprungsgebiet des Golfstromes hinein 
zu verfolgen. Ch. F, Brooks (ze) hat 
aber zeigen können, daß Intensitäts- 
schwankungen der Passate eine sehr 
kräftige Wirkung auf die Abweichungen 
der Golfstromtemperaturen, nicht nur Abb. 19, 
in der Straße von Florida, sondern bis ‚Mittlere Luftdruckdifferenzen (mm) zwischen 
hinauf nach Neufundland, haben, Diese *?" N und 17° N in der mittleren Länge 45° W, 
Temperaturabweichungen können direkt oder indirekt einen wesentlichen Einfluß 
auf die jahreszeitliche Witterung von Westindien bis Island und sogar in Mittel- 
guropa haben, Wenn sich diese Temperaturschwankungen, trotz des Einflusses 
von Strahlung, Wind und Wetter, beim Wassertransport über mehrere 1000 km 
erhalten können, ist es nicht ausgeschlossen, daß ähnliche Schwankungen auch 
im Salzgehalt bestehen. Zwischen zwei Zonen von 2° Breite und 10° Länge in 
29° N und 17° N und der mittleren Länge von 45° W_ wurde aus den hollän- 
disehen Eingradfeldmittelwerten die Luftdruckdifferenz für jeden Monat be- 
rechnet. Der jährliche Gang der Luftdruckdifferenz, dem ja der jährliche Gang 
der Windgeschwindigkeit proportional zu setzen ist, zeigt ein Maximum im 
Sommer und ein Minimum im Winter (Abb. 19). Der NO-Passat erreicht danach 
in diesem Gebiet seine größte Stärke im Sommer. Stärkere NO-Winde werden 
eine stärkere Zufuhr salzreichen Wassers aus den nördlichen Randgebieten des 
Nordäquatorialstromes verursachen, welches dann weiter in den Antillenstrom 
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