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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 68 (1940)

Die ozcanographischen Verhältnisse an der Meeresoberfläche im Golistromsektor usw. 33 
Amplitude geht in den westlichen Feldern 6, 5, 4 und 7 sehr rasch vor sich, 
verzögert sich aber immer mehr nach Osten und erreicht ein Minimum etwa im 
Gebiet auf der Verbindungslinie zwischen 45° N 25° W und 40° N 35° W. Im 
Bereich der Azoren nimmt die Amplitude wieder etwas zu, 
Wenn wir nach den Ursachen der jährlichen Salzgehaltsschwankung in 
unserem Untersuchungsgebiet fragen, dann läßt die auffällige Verschiebung des 
Maximums und die starke 
Abnahme der Amplitude + 
der ersten Welle von 
Westen nach Osten sofort 
vermuten, daß für den 
weitaus größten Teil dieses 
Gebietes die Süßwasser- 
zufuhr in der Nähe 
der Neufundlandbank eine 
sehr wichtige Rolle spielen 
wird. Die direkte Aus- 
süßung des Oberflächen- 
wassers durch abschmel- 
zendes Eis scheint dabei 
aber nur von geringem 
Einfluß zu sein. Über das 
Auftreten des Eises, Öst- 
lich und südlich der Neu- 
fundlandbank, und über 
den Ursprung des Eises 
sind wir heute sehr gut 
unterrichtet. Je nach den 
gerade herrschenden Wind- 
verhältnissen gelangt das 
Eis früher oder später in 
die Gewässer um Neufund- 
land [L. Mecking (24, 45), 
E. H. Smith (36). Unter 
normalen Verhältnissen 
ist südlich der Neufund- 
landbank das Maximum 
der KEisberge zwischen 
April und Mai zu erwarten. 
Das Minimum des Salzgehaltes tritt aber zwischen August und September auf, 
Da es sich bei dem sehr schnellen Abschmelzen der Eisberge, die zum großen 
Teil auf der Neufundlandbank stranden, um eine nicht zu unterschätzende Süß- 
wasserquelle handelt, ist es vielleicht möglich, daß die sehr starke Abnahme des 
Salzgehaltes zwischen März und April und das schwache sekundäre Minimum in 
Feld 6 durch diese an Ort und Stelle vor sich gehende Aussüßung des Oberflächen- 
wassers verursacht wird. Auch in Feld 5 sind im April in den unausgeglichenen 
Mittelwerten ähnliche Verhältnisse, nur bedeutend schwächer, angedeutet, 
Für das Zustandekommen der sehr stark ausgeprägten Jahresschwankung 
des Salzgehaltes im Feld 6 mit einem Minimum im August—$September und 
einem Maximum im Februar—März müssen andere Ursachen entscheidend sein. 
Zunächst liegt es nahe, an periodische Intensitätsschwankungen des Labrador- 
stromes zu denken, Nach den Untersuchungen von E, H, Smith, F. M, Soule 
und O. Mosby (2s) scheinen solche periodischen Intensitätsschwankungen aber 
nicht vorhanden zu sein. Es bestand bisher vielfach die Ansicht, daß die 
Intensität des Labradorstromes einen jährlichen Gang mit einem Maximum im 
Frühling und einem Minimum im Herbst und Winter hat. Diese Ansicht scheint 
aber eine Täuschung zu sein, da von der falschen Annahme ausgegangen wird, 
daß sich die jährliche Schwankung der Intensität mit der jährlichen Periode 
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