28 Die ozeanographischen Verhältnisse an der Meereso berfläche im Golfstromsektor usw.
aus denen der Mittelwert abgeleitet wurde, angegeben. Durch die nördlichen
Fünfgradfelder unseres Untersuchungsabschnittes geht der Hauptdampferweg
Kanal—New York. Hier finden wir die meisten Beobachtungen, die im offenen
Nordatlantischen Ozean überhaupt gemacht worden sind,
Wie aus der Zusammenstellung der Monatsmittelwerte hervorgeht, ist der
jährliche Temperaturgang im ganzen. Untersuchungsgebiet in den einzelnen
Fünfgradfeldern nur wenig verschieden. Das Maximum der Temperatur wird
im August, das Minimum im Februar oder März erreicht, nur in den Amplituden
treten. von. Feld zu Feld größere Unterschiede auf, Die Jahresgänge in den
verschiedenen Feldern lassen sich am übersichtlichsten vergleichen, wenn sie
harmonisch analysiert und die Amplituden und Phasen gesondert betrachtet
aan , Men raten Are _- ® werden, In Tab. 3 sind
X Heli 3.__Jahresgang der Temperatur des Oberilächen wassers © die Ergebnisse der harmo-
Feld nischen Analyse unserer
anausgeglichenen Monats-
mittelwerte mitgeteilt. Die
Unterschiede in den Pha-
sen der Hauptweile sind
nur gering; in den west-
lichsten Feldern ist der
Phasenwinkel etwa 10°
kleiner als in den Öst-
lchsten, So tritt z.B. in
Feld 6 das Maximum der
Temperatur bei x=223,2°,
in Feld 2 bei x = 215.1° auf. (Januar: x=0, Februar: x=30, März: x=60 usw,).
Die Verfrühung in der Eintrittszeit des Maximums in Feld 2 gegenüber Feld 6
beträgt also nur 8,1° oder umgerechnet etwa 8 Tage.
Die Unterschiede in den Amplituden des jährlichen Temperaturganges in
den einzelnen Feldern sind sehr bedeutend. Im westlichsten aller Felder beträgt
die Amplitude nach der harmonischen Analyse 9.98°, während sie in Feld 2 nur
5.60° erreicht. OÖ, Krümmel {so} erklärt die hohen Amplituden südlich und
südwestlich der Neufundlandbank und ebenso die im Pazifischen Ozean südöstlich
von Yezo durch periodische Verlagerungen der Grenze zwischen den warmen und
kalten Meeresströmungen, die in diesen Gebieten scharf aneinander grenzen,
Gegen diese einfache Erklärung der großen Temperaturschwankung sprechen aber
im Gebiet südlich der Neufundlandbank zwei wichtige Tatsachen. Durch die Unter-
suchungen von 0. H. Felber ({sı) wird es wahrscheinlich gemacht, daß die Grenze
zwischen den polaren, kalten Wassermassen und den warmen des Golfstromes,
die Polarfront, nur unbedeutenden jahreszeitlichen Schwankungen unterliegt,
die nicht einmal ausgesprochen periodischen Charakter zeigen. Im Mittel scheint
die Grenze im Sommer allerdings etwas nördlicher zu liegen als im Winter und
könnte so vielleicht nur einen geringen Teil zur Verstärkung der Temperatur-
schwankung beitragen. Wäre die hohe Amplitude bei der Neufundlandbank aber
vorwiegend auf abwechselndes Vordringen von Golfstromwasser und Labrador-
stromwasser zurückzuführen, dann müßte der Jahresgang des Salzgehaltes in
diesem Gebiet einen ähnlichen Verlauf zeigen wie die Temperatur, also ein
Maximum im Sommer und ein Minimum im Winter, Im nächsten Abschnitt dieses
Kapitels werden. wir aber feststellen müssen, daß das Gegenteil der Fall ist; der
Jahresgang des Salzgehaltes ist gerade invers zum Jahresgang der Temperatur.
— Eine Karte der mittleren Jahresschwankung der Temperatur des Ober-
flächenwassers [Böhnecke (1)] läßt erkennen, daß wir die höchsten Amplituden
nicht im eigentlichen Grenzgebiet zwischen Golfstrom und Labradorstrom zu
erwarten haben, sondern westlich von Neufundland im St. Lorenzgolf oder in
der Cabotstraße. Es liegt nahe, die starke Schwankung des Wärmetransportes
durch den St. Lorenzstrom während ‘eines Jahres und die Landnähe dieser
Gewässer mit ihren starken Strahlungsunterschieden vom Sommer zum Winter
für die große Amplitude der Oberflächentemperatur südlich und südwestlich yon