90 Die ozeanopgraphischen Verhältnisse an der Meeres oberfläche im Golfstromsektor usw.
Wasser höherer Temperatur erfährt, ähnlich wie der schmale Streifen wärmerer
Wassermassen. nördlich davon durch etwas Lielere Temperaturen unterbrochen
wird. Ein drittes Gebiet, das sich deutlich von seiner Umgebung durch tiefere
Temperaturen abhebt, liegt in etwa 41°N 30° W, Diese Kaltwasserzunge scheint
von Osten mit Temperaturen von weniger als 19.0° einzudringen, findet aber
schon. zwischen 30° und 31° W ein ziemlich plötzliches Ende, Nördlich dieser
Kaltwasserzunge in 42° N treffen wir wieder Wasser mit höherer Temperatur
an. Im Bereich der westlichen Profile südlich. von 42° N scheint die Temperatur-
verteilung viel gleichförmiger und ungestörter zu sein als im östlichen Bereich
südlich dieser Breite. Auch in der Nähe der Azoren haben die Isothermen einen
‚ziemlich gleichmäßigen und fast zonalen Verlauf.
2, Horizontale Salzgehaltsyerteilung.
Wegen der verhältnismäßig geringen Jahresamplitude des Salzgebaltes im
Bereich unserer Profile, insbesondere wegen der geringen Schwankung zwischen
Mai und Juli (s, Kap. V), konnte auf eine Reduktion der gemessenen Überflächen-
salzgehalte verzichtet werden, Die beobachteten Salzgehalte wurden direkt zur
Konstruktion der Isohalinen herangezogen. Das ganze Material ließ sich sehr
gut zu einer synoptischen Darstellung der Salzgehaltsverteilung an der Ober-
fläche im Monat Juni 1938 vereinigen, Wenn bei den Oberflächentempersturen
eroße Unterschiede zwischen den Beobachtungen der zweiten Hälfte der letzten
Profile und den auf den früheren sechs Profilen gemachten Beobachtungen auf-
traten, so sind dagegen im Salzgehalt nur geringe Veränderungen festzustellen,
Bei der Konstruktion der Isohalinen galten dieselben Grundsätze wie bei den
Isothermen. Die horizontale Salzgehaltsverteilung an der Meeresoberfläche nörd-
lich und nordwestlich der Azoren im Juni 1938 ist in Abb. 9 (s, S. 21) dargestellt.
Im Verlauf der Isohalinen ist im ganzen Bereich unseres Untersuchungs-
abschnittes eine weitgehende Übereinstimmung mit den Isothermen festzustellen,
indem mit hohen Temperaturen, hohe Salzgehalte verbunden sind. Wo kleinere
Abweichungen auftreten, scheinen sie in den Mängeln des Beobachtungsmaterials
begründet zu sein. So können in der Temperaturverteilung, schon allein wegen
des täglichen Temperaturganges, Differenzen bis 0.4° zu erwarten sein, Dagegen
ist ein täglicher Gang des Salzgehaltes im Oberflächenwasser nach den Beob-
achtungen der „Carimare“ nicht vorhanden. Wenn man aus den periodischen
Schwankungen der Temperatur und des Salzgehaltes einen Schluß auf die Ver-
änderlichkeit dieser Größen an der Meeresoberfläche in unserem Untersuchungs-
gebiet ziehen kann, so muß man annehmen, daß die Temperatur viel größeren
zeitlichen Veränderungen an einem Ort der Meeresoberfläche unterliegt als der
Salzgehalt, Wie wir später (Kap. VI) sehen werden, können aber auch im Salz-
gehalt an der Oberfläche starke, insbesondere unperiodische Störungen auftreten,
die Schwankungen von beträchtlichem Ausmaß zur Folge haben, Doch scheinen
diese Störungen, wenn sie durch Niederschläge bedingt sind, nur von kurzer
Dauer zu sein. ;
In. der Umgebung der Ankerstation und weiter hinaus nach NO finden wir
den der Temperaturverteilung analogen. Vorstoß salzärmeren Wassers. Ein
Streifen höherer Salzgehalte durchquert die Profile von 43° N 35° W etwa in
Richtung ONO. Die Achse dieser Zunge sSalzreichen Wassers deckt sich fast
genau mit der wärmeren Wassers, In etwa 44,9 N und 31'/,°“ W zweigt von
dieser salzreichen Wasserzunge ein. Ast nach NO ab, der bis in westliche Rich-
tung weiter drehend noch nördlich der Ankerstation in 45° Breite durch salz-
reicheres Wasser deutlich wird. Auch diese Abzweigung finden wir in der
Temperaturverteilung durch wärmeres Wasser angedeutet, Von 431/,° N und
30° W bis 42° N und 35° W ist sehr deutlich eine zweite Zunge salzärmeren
Wassers zu verfolgen, die in 43° N 32° W eine kleine Abzweigung nach Süden
entsendet. Es ist dies derselbe Wasserstreifen, der sich in der Temperatur-
verteilung durch kälteres Wasser hervorhebt, nur kommen die Verhältnisse in
der Balzgehaltsverteilung schärfer ausgeprägt und bedeutend übersichtlicher
zum Ausdruck,