Die ozeanographischen Verhältnisse an der Meeresoberfläche im Golfstromsektor usw. 11
möglichst alle Einzelheiten der Salzgehaltsverteilung herauszuarbeiten, so wird,
ähnlich der Temperaturverteilung, auch dieser Darstellung immer noch etwas
Schematisches anhaften,
Schon bei oberflächlicher Betrachtung zeigt uns diese Karte der Salzgehalts-
verteilung im ganzen Ausschnitt eine im wesentlichen gute Übereinstimmung
mit der Temperaturverteilung, indem mit hohen Temperaturen hohe Salzgehalte
verbunden sind. Wie bei den Isothermen, so treten auch hier bei den Isohalinen
die typischen Ausbuchtungen auf, die Vorstöße salzreicheren Wassers aus SW
und salzärmeren Wassers aus NO andeuten. In der Nähe der Ankerstation
Äinden wir Wasser mit Salzgehalten unter 35.90° 4 das mit salzärmerem Wasser
nordöstlich der Ankerstation in Verbindung zw stehen scheint. Zu beiden Seiten
Jieser salzärmeren Wassermasse schieben sich deutlich ausgeprägte salzreichere
Wasserzungen nach NO vor, wobei im Bereich der Ankerstation ein Wirbel an-
gedeutet ist, der hier noch stärker in Erscheinung tritt als in der Temperatur-
verteilung. Eine Zunge salzreicheren Wassers schiebt sich, von SW kommend,
zwischen 41° und 44° N sehr weit nach NO vor und ist bis 45°N 28°W zu ver-
folgen, Wie in der Temperaturverteilung, so beherrscht auch hier dieser Vorstoß
warmen, salzreichen Wassers fast das ganze Gebiet südlich der Ankerstation
von etwa 44°N bis 41°N a a a sm
and im westlichen Teil sogar -
bis 39°N. Der Vorstoß kal-
ten Wassers in etwa 44°N
31° W ist auch. von den Iso-
halinen nur schwach als salz-
ärmere Zunge angedeutet
und reicht auch hier kaum
über 32° W hinaus. Den am
kräftigsten entwickelten Vor-
stoß salzarmen Wassers fin-
den wir zwischen 44° N 385 W Profil durch die mitt! eS se haltsverteil d|
and Flores. Auch nördlich GUEST Cr6_Dalzgehaltsvertellung an der
der mittleren Inselgruppe der Oberfläche zwischen 46° N 38.5° W und 38° N 26,5° W,
Azoren dringt salzärmeres Wasser nach SW vor. Zwischen beide Zungen salzarmen
Wassers nördlich der Azoren schiebt sich salzreicheres Wasser ein, ähnlich wie
in der Temperaturverteilung ein schmaler Streifen warmen Wassers das breite
Band der Kaltwasserzunge in zwei Teile spaltet, wie besonders deutlich das
Temperaturprofil, Abb. 4, zwischen 39°N und 41°N zeigt. In der Salzgehalts-
verteilung treten zwischen den salzreichen und salzarmen Zungen ähnliche
schroffe Übergänge auf wie bei der Temperaturverteilung, nur kommen diese
starken Gradienten wegen des größeren Abstandes der Isohalinen nicht so
deutlich zum Ausdruck, Aus diesem Grunde scheint es hier angebracht, ein
ähnliches Profil wie für die Temperatur, auch für den Oberflächensalzgehalt
quer durch die Zungen zu legen, Das Profil (Abb, 6) hat dieselbe Lage wie
das Temperaturprofil und kann direkt mit diesem verglichen werden, Wie
stark die Gradienten des Salzgehaltes nordwestlich der Azoren zwischen den
verschiedenen Wasserzungen sind, geht erst aus diesem Schnitt recht deutlich
hervor. Zwischen 44° und 45°N, auf einer Strecke von rund 93 sm, fällt der
Salzgehalt um 0.3°/0g, das ist ein durchschnittlicher Gradient von etwa 0.03% 4
ro 10 sm. Auch an anderen Stellen, wo ein Übergang von salzärmerem zu
salzreicherem Wasser oder umgekehrt stattfindet, sind Gradienten von derselben
Größenordnung zu finden. Abgesehen von kleineren Verschiebungen in der Lage
der Zungenachsen sind im Salzgehaltsprofil die Vorstöße salzarmen oder salzreichen
Wassers genau so wiederzufinden wie im Temperaturprofil die Vorstöße kalten oder
warmen Wassers. Daß in etwa.43° N im Salzgehaltsprofil eine nicht so starke
Abnahme erscheint wie in Abb. 4 an entsprechender Stelle bei der Temperatur,
liegt daran, daß in der Salzgehaltsverteilung die Zunge salzreicheren Wassers,
westlich der Ankerstation, kräftiger entwickelt ist und weiter nach Norden vor-
dringt als die entsprechende Zunge warmen Wassers in der Temperaturverteilung.