Die ozeanographischen Verhältnisse an der Meeresoberfläche im Gollstromsektor usw.
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z. B. die Temperatur in 35° W zwischen 42° und 43° N um etwa 1,8°, das ist ein
mittlerer Gradient von 0.3°/10 sm, Um diese schroffen Gegensätze in der Tem-
peraturverteilung besser zu veranschaulichen, denken wir uns ein Temperatur-
profil für die Oberfläche quer zur Ausbreitungsrichtung der Zungen gelegt, wie
in Abb, 4 dargestellt ist. Das Profil geht von 38° N 265° W, das ist zwischen
Terceira und San Miguel, nach 46° N 38,5° W, schneidet also die beiden am
stärksten ausgebildeten Kalt- „x u u4t 26 un
wasserzungen und eine schwä- *“ "7" 7
chere nördlich der Azoren in
etwa 8391/,°N. Der Vorstoß
kälteren Wassers in etwa 44° N
und 30°W wird von diesem
Profil nicht berührt. Die
breite Warmwasserzunge in
etwa 42°N ist zu beiden Sei-
ten von kälterem Wasser um-
geben, wobei sehr starke Tem-
peraturgradienten zwischen
den Wasserkörpern auftreten,
An der linken Flanke dieses Warmwasservorstoßes fällt die Temperatur auf
einer Strecke von 60 sm um 1.6°, das bedeutet einen Gradienten von 0,27°/10 sm.
Auf der rechten Seite fällt die Temperatur um 0.,8° auf 35 sm, das ist ein Tempe-
raturgradient von etwa 0.23° pro 10 sm.
(3. Böhnecke (se) hat in einer neueren Arbeit, die im Rahmen des Meteor-
werkes erschienen ist, den Begriff der subtropischen Grenze als Front zwischen
„gemäßigtem“ und „subtropischem'“ Wasser eingeführt. Diese subtropische Grenze
soll sich ähnlich wie die Polarfront und die subtropische Konvergenz im meri-
dionalen Temperaturprofil durch eine Zone verstärkten Temperaturgefälles
herausheben und in einer Breite von 45° N bis etwa 80° W zu verfolgen sein,
Wie das Temperaturprofil in Abb. 4 zeigt, treten starke Temperaturgradienten
an verschiedenen Stellen auf, so z. B. zwischen 45° und 46°N, in 43°N und
sogar in etwa 39° N, Von einem ganz besonders stark hervortretenden Tempe-
raturgradienten kann in unserem Profil zwischen 38°N und 46°N eigentlich
nicht gesprochen werden. Alle drei sind untereinander gleichwertig und eine
Folge des fingerförmigen Ineinandergreifens der Kalt- und Warmwasserzungen.
2, Horizontale Salzgehaltsverteilung.
Wenn auch unsere Kenntnisse über die Verteilung des Salzgehaltes an der
Oberfläche der Ozeane in den letzten Jahrzehnten, dank der fleißigen Arbeit
der Expeditionsschiffe und einzelner Kriegs- und Handelsschiffe, erheblich fort-
geschritten sind, so können wir aber immer noch nicht behaupten, über Einzel-
heiten im Verlauf der Isohalinen spezieller Meeresgebiete vollkommen im klaren
zu sein. In den wesentlichen Grundzügen kann die Salzgehaltsverteilung an der
Oberfläche des Atlantischen Ozeans aber trotzdem als bekannt gelten, Eine
gute Darstellung der Salzgehaltsverhältnisse für die Oberfläche des Nord-
atlantischen Ozeans verdanken wir G. Böhnecke (4), der sämtliche Salzgehalts-
beobachtungen bis 1934 zur Konstruktion der monatlichen Karten herangezogen
hat. Für die Salzgehaltsverteilung gilt dasselbe, was im ersten Abschnitt dieses
Kapitels einleitend über die Temperaturverteilung zu bemerken war. Worauf
es uns besonders ankommt, ist eine möglichst in Einzelheiten gehende Übersicht
über den Verlauf der Isohalinen in unserem ganz speziellen Gebiet zu gewinnen,
Zur Darstellung der mittleren Salzgehalktsverteilung an der Oberfläche im
Monat Juni wurden die im Böhneckeschen Tabellenband des Meteorwerkes
für jedes Eingradfeld veröffentlichten Salzgehaltsmittelwerte benutzt. Diese
Mittelwerte beruhen auf einer viel geringeren Anzahl von Einzelbeobachtungen
als die Temperaturmittelwerte, Für unser Gebiet ist das Verhältnis zwischen
den Temperatur- und Salzgehaltsbeobachtungen im Durchschnitt ungefähr 1:22,
Der Wert des Eingradfeldmittels wird durch diese geringe Anzahl von Beob-
achtungen natürlich stark vermindert, Um nun aber im Stil der Darstellung