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Full text: 68, 1940

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Die ozeanographischen Verhältnisse an. der Meeresoberfläche im Golfstromsektor usw, 
Man könnte zuerst einer solchen Temperaturverteilung mit den vielen Einzel- 
heiten, die darauf verzeichnet sind, etwas skeptisch gegenüberstehen, besonders 
in den Gebieten, wo die Anzahl der Einzelbeobachtungen verhältnismäßig klein 
ist, Im nördlichen Teil unserer Karte beruhen die Mittelwerte der meisten 
Eingradfelder auf mehr als 50, in einem Streifen von etwa 2° bis 3° Breite 
zwischen 48° N 25° W und 44° N 40° W sogar auf mehr als 100 Einzelbeobach- 
tungen. In diesen Feldern brauchen wir an der Zuverlässigkeit der Mittelwerte 
nicht zu zweifeln, Anders ist es aber im südlichen Teil unserer Karte. Hier 
schwankt die Zahl der Einzelbeobachtungen im. Eingradfeld zwischen 10 und 40, 
es treten sogar 5 Felder mit weniger als 10 Beobachtungen auf, Über die Anzahl 
Einzelbeobachtungen, die nötig sind, einen zuverlässigen. Mittelwert zu garan- 
tieren, läßt sich keine allgemeingültige Regel aufstellen; es hängt diese Zahl ganz 
wesentlich vom 0ozeanographischen Charakter des betreffenden Gebietes ab, 
Wahrscheinlich wird sie. in den südlichen Feldern unserer Karte geringer sein 
als in den nördlichen, und wir können hoffen, im südlichen Teil mit weniger 
Einzelbeobachtungen ein hinreichend genaues Bild der mittleren Temperatur- 
verteilung zu erhalten. Die Realität des einzelnen Mittelwertes mit geringer 
Beobachtungszahl wird außerdem dadurch gestützt, daß mehrere zusammen- 
hängende Eingradfelder denselben Verlauf der Isothermen andeuten, was be- 
sonders in den Gebieten auffällt, wo die Isothermen einen zungenartigen Verlauf 
zeigen. Die Temperaturverteilung, wie wir sie in Abb, 3 darstellen konnten, 
kann nun aber keineswegs den Anspruch erheben, ein bis in alle Einzelheiten 
vollkommenes Bild von den mittleren Verhältnissen an der Oberfläche zu 
geben, Da sich diese Karte auf Eingradfeldmittelwerte gründet, wird ihr, auch 
wenn. wir jeden einzelnen Mittelwert als reel]l annehmen können, immer noch 
etwas Schematisches anhaften, Das Eingradfeld stellt bei den hohen und stark 
wechselnden horizontalen Temperaturgradienten, die an verschiedenen Stellen 
nördlich und nordwestlich der Azoren auftreten, immer noch eine zu. große 
Flächeneinheit dar, so daß viele Einzelheiten der Temperaturverteilung bei der 
Mittelbildung der Beobachtungen innerhalb eines Eingradfeldes abgeschwächt 
oder vielleicht sogar vollkommen verwischt werden. Wahrscheinlich wird der 
Verlauf der Isothermen in Wirklichkeit noch viel bewegter gestaltet sein, als es 
uns die Temperaturverteilung in Abb, 3 zeigt. Doch können wir hoffen, durch 
die Darstellung der mittleren Temperaturverhältnisse, unter voller Berück- 
sichtigung jedes Mittelwertes, wenigstens die Hauptzüge im Verlauf der Isothermen 
angedeutet zu haben, 
Die horizontale Temperaturverteilung in Abb. 3 läßt erkennen, daß der 
Verlauf der Isothermen typische Merkmale aufweist, die im ganzen Bereich der 
Karte, südlich von 46° bis 47°N auftreten. Es sind dies die zungenförmigen 
Ausbuchtungen der Isothermen, die auf Vorstöße wärmeren oder kälteren Wassers 
schließen lassen, wobei es an manchen Stellen zu Einwirbelungen kommen kann. 
Am deutlichsten treten besonders drei Kaltwasserzungen hervor, die alle in 
Richtung NO—SW verlaufen, Die nördlichste dieser Zungen liegt im Bereich 
der Ankerstation des „Altair“ in etwa 441. °N und 34° W und. ist an beiden 
Seiten von Warmwasserzungen begrenzt, die den Eindruck erwecken könnten, 
als handle es sich in diesem Gebiet um einen großen Wirbel, In etwa 44°N 
und 30°W ist eine zweite Kaltwasserzunge angedeutet, die sich aber bei weitem 
nicht so weit nach SW ausdehnt wie die Kaltwasserzunge bei der Ankerstation. 
Trotz seiner geringen Ausdehnung ist dieser Vorstoß kälteren. Wassers aber 
doch sehr deutlich in den Mittelwerten der Eingradfelder ausgeprägt, So beträgt 
g. B. zwischen 43° und 44° N die Mitteltemperatur in der Achse dieser Kaltwasser- 
zunge 16,7%, während zu beiden Seiten die Eingradfeldmittelwerte 17.5° und 17,6° 
beitragen. Zwischen 44° und 45° N ist der Mittelwert in der Achse 16.3°, westlich 
davon 16.7° und östlich 169°. 
Besonders auffällig in der Temperaturverteilung ist die Ausbuchtung der 
Isothermen zwischen 43°N 27° W und Flores, Dies ist der am stärksten aus- 
gebildete Vorstoß kälteren Wassers in unserem Gebiet. Zwischen den zungen- 
förmigen Vorstößen kalten Wassers von Norden und warmen Wassers von Süden 
treten stellenweise sehr starke horizontale Temperaturgradienten auß So fällt
	        
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