5
Die ozeanographischen Verhältnisse an der Meeresoberfläche im Golistromsektor usw.
15h und vom 22, Juni 7h bis 24, Juni 6% befand sich das Schiff in dem auf der
Karte schraffierten Gebiet. Es wurden hier insgesamt 520 Temperaturbeob-
achtungen gemacht und 260 Salzgehaltsproben geschöpft. Da das ganze Gebiet
kaum eine Fläche von der Größe eines halben Zweigradfeldes bedeckt, sind
die Beobachtungen darin durchaus als örtlich homogen zu bezeichnen. Die
Positionen der einzelnen Beobachtungen der „Carimar6“ sind zusammen mit
Datum, Zeit und Wetter in Tab, IIL gegeben,
Das von den drei genannten Schiffen im Juni 1938 gesammelte Beobachtungs-
material soll die Grundlage für die Untersuchung des ozeanographischen Zu-
standes der Meeresoberfläche in dem böatrachteten Zeitabschnitt bilden. Wie
aber schon einmal hervorgehoben wurde, soll es ein weiteres Ziel dieser Arbeit
sein, den gefundenen synoptischen Zustand der Meeresoberfläche mit dem nor
malen Zustand zu vergleichen, Um aber etwas über Schwankungen oder Ab.
weichungen vom normalen bzw. mittleren Zustand aussagen zu können, müssen
wir zunächst versuchen, uns ein Bild von den mittleren Verhältnissen an der
Meeresoberfläche. im Untersuchungsgebiet zu verschaffen.
2. Eingradfeldmittelwerte aus Einzelbeobachtungen verschiedener Jahre.
Ein Bild von den normalen Verhältnissen unseres Untersuchungsgebietes
können wir vielleicht in der Weise erhalten, daß viele Beobachtungen aus ver-
schiedenen Jahren zu Mittelwerten vereinigt werden. Sind genügend viele Be-
obachtungen für die betreffende Flächeneinheit, z. B. für ein Eingradfeld, vor-
handen, dann kann man hoffen, daß der Mittelwert wirklich den normalen
Zustand ausreichend genau darstellt. Die Grundlage für diesen Versuch einer
Darstellung des normalen Zustandes der Meeresoberfläche bildet die, den ganzen
Atlantischen Ozean umfassende Sammlung von Temperatur- und insbesondere
Salzgehaltsbeobachtungen, wie sie in dem von G. Böhnecke (@) zusammen-
gestellten. Tabellenband in den „Wissenschaftlichen Ergebnissen der Deutschen
Atlantischen Expedition auf dem Forschungs- und Vermessungsschiff „Meteor“
[925 bis 1927“ unter Verwertung alles erreichbaren Beobachtungsmaterials er-
schienen ist, In diesen Tabellen sind die Mittelwerte des Salzgehaltes und der
Temperatur zusammen mit der Anzahl der Beobachtungen, aus denen das
Mittel berechnet wurde, für Eingradfelder als Flächeneinheit und für jeden
Monat angegeben. Da in dem Tabellenband von G. Böhnecke nur die Tempe-
raturmittelwerte‘ für diejenigen Eingradfelder angegeben sind, für die auch
mindestens eine Salzgehaltsbeobachtung vorlag, wurde zur Ergänzung dieser
Tabellen auf die Temperaturmittelwerte des vom Koninklijk Nederlandsch
Meteorologisch Instituut, de Bilt, herausgegebenen Tabellenbandes (s) zurück-
gegangen, Die Temperaturmittelwerte der Eingradfelder im Atlantischen Ozean
3ind bisher nur für die Monate Dezember bis Mai veröffentlicht, Die Direktion
des Koninklijk Nederlandsceh Meteorologisch Instituut hatte jedoch die Liebens-
würdigkeit, die noch nicht veröffentlichten Angaben für die Monate Juni bis
November handschriftlich mitzuteilen. Dem freundlichen Entgegenkommen der
Direktion dieses holländischen Institutes verdanken wir einen großen Teil der
Temperaturmittelwerte, die für die Bearbeitung des zweiten Kapitels und für
die Untersuchung des jährlichen Ganges der Temperatur nötig waren. Dem-
selben holländischen Tabellenwerk verdanken wir auch die Stromversetzungen,
auf die sich die Darstellung der mittleren Wasserbewegung an der Oberfläche
stützt, Die einzelnen Besteckversetzungen in verschiedenen Jahren sind für
jedes Eingradfeld vektoriell gemittelt und zusammen mit der Anzahl der Einzel-
beobachtungen und der Beständigkeit für jeden Monat angegeben.
1. Die ozeanographischen Verhältnisse an der Meeresoberfläche nördlich und
nordwestlich der Azoren auf Grund langjähriger Mittelwerte,
1. Horizontale Temperaturverteilung,
Um einen Überblick über die mittleren Temperaturverhältnisse in unserem
Untersuchungsgebiet zwischen den Breiten 36° und 49°N und den Längen 25°
and 40°W zu verschaffen, müssen wir auf die Eingradfeldmittelwerte von