Die internat, Golfstrom-Untersuchung Frühsommer 1938 im Gebiete nördlich der Azoren. W
Besprechung der gewonnenen Ergebnisse bezieht das eine der Forschungsschiffe
die Position der Ankerstation für etwa 8 Tage, um hier stündliche Serien- und
Strommessungen auszuführen, während das andere auf Dreieckslinien Querprofile
durch den Golfstrom mit engabständigen Stationen abfährt. Nach 8 Tagen tritt
ein Wechsel der Schiffe an der Ankerstation ein.
Für das Gelingen einer solchen Unternehmung ist es von Wichtigkeit, die
Arbeiten auf den ozeanographischen Profilen durch den Golfstrom so schnell
wie möglich zu erledigen. Erstens müssen die Stationen in möglichst kurzem
Abstand voneinander genommen und ein ziemlich ausgedehntes Beobachtungs-
netz für das Studium der örtlichen Verschiedenheiten, durchgearbeitet werden.
Zweitens müssen andererseits die Forderungen an Synopsis innerhalb so enger
Grenzen wie möglich erfüllt werden, um die Beobachtungen, öhne ihren reprä-
sentativen Charakter allzuviel während der Untersuchungszeit zu verlieren,
miteinander kombinieren zu können, Die Wirkungen eventueller kurzperiodischer
Schwankungen, zum Beispiel solcher, die von internen Wellen bedingt sind,
können selbstverständlich kaum vermieden werden, die Wirkungen langsamer
vor sich gehender Schwankungen ließen sich aber bei schneller Arbeit auf ein
Minimum beschränken,
Die Dauer der ozeanographischen Feldarbeit im Azorensektor war etwa auf
vier Wochen zu veranschlagen.
Neben diesen ozeanographischen Aufgaben, die das Hauptproblem der
Expedition darstellen, waren auch meteorologische und serologische Unter-
suchungen vorgesehen, und zwar von beiden Schiffen die üblichen bordmeteoro-
logischen Beobachtungen, und dazu vom deutschen Schiff täglich 3 Radiosonden-
und möglichst oft Pilotballonaufstiege, Die aerologischen Arbeiten sollten in
Zusammenarbeit mit dem zur gleichen Zeit im Nordatlantik arbeitenden fran-
zösischen Forschungsschiff „Carimare“ stattfinden, das hier für den meteoro-
logischen Sicherungsdienst des transatlantischen Luftverkehrs eingesetzt war,
Eine Zusammenarbeit sollte auch mit den aerologischen Untersuchungen des
Forschungsschiffes „Meteor“ erfolgen, das zur Zeit in den westafrikanischen
Gewässern tätig war.
Dieser Plan der Golfstromuntersuchung wurde in der Zeit von Ende Mai bis
Anfang Juli in allen wesentlichen Punkten ausgeführt. Die beiden Forschungs-
schiffe trafen sich nach Erledigung ihrer Anfahrtsprofile am 28. Mai in Horta,
Bei dieser Zusammenkunft wurden erneut die Pläne betreffs der nun zu be-
ginnenden weiteren Arbeit im Untersuchungsgebiet nördlich der Azoren näher
besprochen. Am 31. Mai nachmittags verließ „Armauer Hansen“ Horta in der
Richtung nach Norden und kurz nachher folgte ihm der „Altair“ „Armauer
Hansen“ war die Aufgabe zugefallen, die Westseite des Untersuchungsgebietes
durch ein ozeanographisches Profil zu erforschen, während der „Altair“ ein mehr
östliches Stationsprofil.bis möglichst weit nach Norden abzufahren hatte, Beide
Schiffe gerieten in stürmisches Wetter, das für das Fortkommen der Schiffe und
der Arbeiten hinderlich war. Am 13. Juni morgens kehrte „Armauer Hansen“
nach Erledigung seiner Aufgabe nach Horta zurück. „Altair“ der nordwärts
bis zur wahrscheinlichen Nordgrenze des Hauptstromes in 47° 38’N, 34° 00 W
und zurück eine enge Stationsfolge von 45 ozeanographischen Stationen bis
durchschnittlich 1500m Tiefe gelegt hatte, lief in Horta schon am 11. Juni
wieder ein.
Bei der hierauf erfolgten eingehenden Besprechung der gewonnenen Er-
gebnisse in Horta erfolgte die Festlegung der Position der Ankerstationen, die
im zweiten Teil der Expedition zuerst vom Forschungsschiff „Altair“ bezogen
werden sollte. Es wurde hierfür eine in etwa 445° N Br. und 34° W v. Gr. bis
auf 1500 m Tiefe emporragende Bank gewählt. Der „Altair“ verließ am 14. Juni
Horta und erreichte nach einer stürmischen Fahrt am 16. Juni, 16.45h den vor-
gesehenen Ankerplatz, bei dem diesmal Tiefen von nur 980 m gelotet wurden.
Inzwischen hatte sich der Wind aus Nordwest auf Windstärke 3 Beaufort gelegt
und um 18.45h war „Altair“ mit einer Trosse von 7500 bzw. 5000 m Länge fest-
verankert, Wie sich späterhin herausstellte, war die Verankerung auf der Kuppe