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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 68 (1940)

1Y Die internat. Golistrom-Untersuchurig Frühsommer 1938 im Gebiete nördlich der Azoren, 
durch wesentlich detailliertere und vertiefte Untersuchung bestimmter ozeano- 
graphischer Probleme läßt sich in der Dynamik der Meeresströmungen weiter- 
kommen, weiter über die großen Züge des ozeanischen Geschehens, die uns 
durch ein weitmaschigeres Netz von 0zeanographischen Stationen gegeben werden, 
die aber jedenfalls bekannt sein müssen, um darauf weiterbauen zu können. 
Solche Überlegungen waren neben Ergebnissen von speziellen Untersuchungen, 
die im Norwegischen Meere 19835, 1936 und. 1937 ausgeführt worden waren”), 
in der Hauptsache die Veranlassung, daß auf der Tagung der internationalen 
Union für Geodäsie und Geophysik in Edinburgh im September 1936 Prof, 
Bj. Helland-Hansen (Bergen, Norwegen} in der Assoziation für physikalische 
Ozeanögraphie einen Antrag einbrachte, eine Internationale Untersuchung des 
Golfstromes zwischen. Amerika und Europa in die Wege zu leiten. 
Die Assoziation nahm den Vorschlag an und setzte ein Komitee ein mit dem 
Auftrag, ein entsprechendes Arbeitsprogramm aufzustellen und die erwünschte 
Teilnahme möglichst vieler Forschungsschiffe zu sichern. Zu Mitgliedern des 
Komitees wurden die Vertreter folgender Länder gewählt: M. Knudsen (Däne- 
mark), A. Defant (Deutschland), D. Cot (Frankreich), X A. Edgell (Groß- 
britannien), Bj. Helland-Hansen (Norwegen, Vorsitzender des Komitees) und 
CC. O’D. Iselin (U.S.A. Nordamerika). Bei den Beratungen über das Programm 
der Untersuchungen stellte es sich in Anbetracht der Ergebnisse der norwegischen 
Untersuchungen im Europäischen Nordmeer als empfehlenswert heraus, vor der 
endgültigen Festlegung des Arbeitsprogramms einige Untersuchungen prinzipieller 
Natur innerhalb des zu erforschenden Golfstromgebietes auszuführen. In erster 
Linie bestand. der Wunsch, eiwas über den Umfang und die Art der innerhalb 
des Golfstromsystems des Nordatlantischen Ozeans vorkommenden Schwankungen 
der özeanographischen. Faktoren und, des Stromes selbst zu wissen, bevor an 
eine große Expedition mit mehreren Schiffen geschritten werde, Auf deutscher 
Seite bestand Geneigtheit, sich an eine solche im Sommer. 19838 auszuführende 
Untersuchung des Golfstroms im Gebiet nördlich der Azoren zu beteiligen und 
nach Beratungen mit Vertretern des Oberkommandos der Kriegsmarine (Nautisch- 
wissenschaftliche Abteilung, Konteradmiral Dr, Fr, Conrad) und der Deutschen 
Forsehungsgemeinschaft (Oberreg.-Rat C. Zimmermann) wurde der Plan ange- 
nommen und die Mitwirkung von deutscher Seite mit einem Forschungsschiff 
zugesagt, Norwegen war bereit, mit einem zweiten Forschungsschiff mitzutun. 
Das Programm der Zusammenarbeit beider Schilfe wurde auf einer Zusammen- 
kunft in Berlin Februar 1938 im Detail festgelegt. 
Die deutsche Kriegsmarine charterte für das Unternehmen den Handels- 
dampfer „Altair“ (4000 t, Kapitän Geerken) der Argo Reederei Bremen. und 
stellte ihn, nachdem er auf der Marinewerft Wilhelmshaven unter der Obhut 
des Marine-Observatoriums (Direktor Dr. G. Böhnecke) zu einem Forschungs- 
schiff umgebaut worden war, in den Dienst dieser Aufgabe, Das norwegische 
Forschungssechiff war der bekannte „Armauer Hansen“, ein kleines Schiff von 
nur 57 Bruttotonnen, das aber schon eine Reihe erfolgreicher ozeanographischer 
Expeditionen. durchgeführt hat. | 
Der Plan der Unternehmung war folgender; Die beiden Schiffe treffen sich 
Ende Mai in Horta (Insel Fayal, Azoren), Von jedem Schiff wird auf der An- 
fahrt nach Horta eine Anzahl ozeanographischer Stationen mit einem durch- 
schnittlichen Abstand von 20 sm ausgeführt, und zwar vom norwegischen 
Forschungssehiff auf einem Profil vom Englischen Kanal, vom deutschen von 
den Kanarischen Inseln bis zu den Azoren. Sodann werden zur Auffindung des 
Stromstriches des Golfstrames und einer geeigneten Stelle für eine Ankerstation 
von beiden Schiffen ozeanographische Erkundungsprofile quer durch den Golf- 
strom nördlich und nordwestlich der Azoren durchgeführt; die Stationen sind 
im Abstand von 20 sm bis zu Tiefen von 1500 m in Aussicht genommen, jede 
4. Station bis zum Meeresboden, Nach Rückkehr der Schiffe nach Horta und 
1) Bj. Helland-Hansen, Untersuchungen über Örtliche und zeitliche Veränderungen des 
„Golfstromes“ im Norwegischen Meer und Planlegung einer Internationalen Golfetrom-Untersuchung 
im Nordatlantik, Norsk Geogr. Tidsskr, Bd, YIX 1939 (Oslo),
	        
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