220 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1940,
sich eine helle Ast-Schicht. Stellenweise sind dort aber auch blasse aufquellende
Cu in der Ferne erkennbar, Kleine Ast-Flächen unterbrechen das lichte Blau
über den gelblich-braunen und gänzlich vegetationslosen Bergen im SE. Blendende
Helle liegt über Küste und See. Der Stimmungsumschlag vom düsteren Bilde
des gestrigen Nachmittags zur heutigen Lichtfülle könnte kaum stärker sein.
Zarter Dunst, der noch über ferneren Bergen der Wüstenküste liegt, wirkt eher
lichtsteigernd als dämpfend. — 15%; Wind und t, sind unverändert. Die Dünung
hat sehr nachgelassen. Kaum + des Himmels ist noch bedeckt, Der blasse
Ast-Streifen, der sich über den Horizont im N und NW zieht, zeigt noch fast
das gleiche Bild. Im SW sind in geringer Höhe über der messerscharfen Kimm
blaugraue Ast-Striche zu sehen, die nur eine unbedeutende Ausdehnung haben.
An Bergegipfeln im E haften in etwa 400 m Höhe lockere, flache Cu, die sich zu
ginem schmalen Streifen ordnen, Weißer Dunst verschleiert die Küste backbord
voraus. — 17»: Der Wind ist ein wenig schwächer geworden und hat auf SE
gedreht (Stärke 3). tı 16.5°. Die Bewölkung hat wieder etwas zugenommen und
macht 4, der Himmelsfläche aus, Im NW hat sich die Steu-Bank gehoben, auf-
gelockert und waagerecht ausgedehnt. Im S stehen einige perlgraue Wolken-
striche vor blassem Blau. Sie haben keine scharfen Konturen und scheinen sich
in Auflösung zu befinden, An den Küstenbergen von SE bis E kleben nur noch
vereinzelte Cu-Reste, die nach N hin etwas häufiger und auch umfangreicher
sind. Es ist frisch. Über klarer Kimm färbt sich der dort etwas dunstige
Himmel zitronengelb. In nahen schroffen Hängen werden die eben noch so
harten Schatten durch einen feinen bläulichen Dunstanflug gemildert, Die Farben
des Wassers, des nackten Gesteins und Sandes sind satter und tiefer geworden. —
Um 51h geht die Sonne unter. Damit verlöschen alle Farben rasch. Die Be-
wölkung gewinnt durch Zerfaserung einzeln stehender Fetzen noch einmal an
Umfang. — Die Wassertemperatur, die nach vier Bestimmungen zwischen 10%
und 16% immer bei 22.0° gelegen hatte, ist um 18% auf 15.0° gesunken und bis
zum nächsten Vormittag ungefähr in gleicher Höhe geblieben, — 205; ti 16.3°.
Die Dunkelheit ist hereingebrochen; im W ist der Himmel noch ein wenig hell.
Dort ist der zerrissene Rand einer Wolkenbank erkennbar. Dr.6G, H. Schwabe.
2. Zur Genauigkeit der Distanzbestimmung. In den Lehrbüchern der
Navigation wird in der Besteckrechnung bei der Angabe der Formeln
11) d= b.seck bzw.
@) d == 2. coseck
zur Berechnung der Distanz d zwischen zwei Orten lediglich angegeben, daß die
2, Formel nur dann angewendet werden muß, wenn der Kurswinkel k in der Nähe
von 90° liegt. Irgendwelche genauere Zahlenangaben fehlen, Ebenso fehlen Angaben
über die Grenzen der Benutzbarkeit der Koppeltafel bei der Lösung der obigen Auf-
gabe. Im folgenden seien daher die Ergebnisse solcher Untersuchungen mitgeteilt,
Die Antwort auf die Frage: „Wie genau muß der Kurswinkel bestimmt
werden, um die Distanz auf 15m genau zu bestimmen?“ gibt die folgende
Differentialformel: xd
(8) dd = ag k- dk.
Setzt man dd == 18sm und löst nach dk’ auf, dann ergibt sich:
‚_ 3434. cotg k
(4) AK=
Hiernach ist die folgende Tabelle berechnet worden:
Aus der Tabelle folgt bereits, daß es sich
schon bei Kurswinkeln von 85° ab empfiehlt
die Formel d== a - coseck zu benutzen!
Beim Gebrauch der Koppeltafel
sind Fehler im Kurswinkel bis zu 30’ mög-
lich. Legt man diesen Fehler allgemein
zugrunde, dann ergibt sich die folgende
Formel für die maximale Distanz, um den
Distanzfehler kleiner als 1sm zu erhalten:
{5) Orsax = 115 .cotg k,
%