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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 68 (1940)

Löhle, F,:- Über Fernsichten, 
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Gegenstand der Untersuchung macht, indem der Dunst gleichsam an die Referenz- 
fläche des Himmels bzw. die horizoentnahen Teile derselben. projiziert wird. Ist 
die Luft im Absinken begriffen, so ergibt sich dabei das Bild der sogenannten 
Dunstschichtung, Über der Konvektionsobergrenze treten, bevorzugt in Höhen 
von rund 2500 m und 4000 m mehr oder weniger scharf begrenzte und farbig 
getönte Schichten wechselnder Mächtigkeit mit dunstfreien Zwischenräumen auf, 
Den Begleiterscheinungen dieser Dunstschichtung, nämlich den in den Aufzeich- 
nungen der Flugzeug-Meteorographen auftretenden Stellen der Temperaturumkehr 
wurde bisher lediglich im Zusammenhang mit Überlegungen über die jeweilige 
Intensität der Absinkbewegung Aufmerksamkeit geschenkt. Gar keine Beachtung 
fand die Erfahrungstatsache, daß die Auflösung der feinen Dunstschichten noch 
viel enger mit Veriikalbewegungen in der freien Atmosphäre gekoppelt ist als 
die Bildung derselben. Für die prognostische Bedeutung der jeweiligen Ansicht 
der Dunstschichtung ist der Umstand wesentlich und ausschlaggebend, daß der 
Zerfall der Dunstschichten auf zweierlei verschiedene Art und Weise vor sich geht 
und daß die daran beteiligten Vorgänge mit den Vertikalbewegungen in der 
Hochtroposphäre zusammenhängen, Wird die Zyklogenese in der Umgebung eines 
Hochdruckgebietes aufgefrischt, so zerfallen die Dunstschichten ruckartig, stirbt 
dagegen die Störungstätigkeit in der Nachbarschaft eines Schönwettergebietes 
langsam ab, so geht die Auflösung der Dunstschichten parallel mit dem allmäh- 
lichen Abbau des Hochdruckgebietes, Eine gleichzeitige Berücksichtigung der 
Druckverteilung in der Hochtroposphäre ergibt, daß die Zerfallserscheinungen 
der Dunstschichtung abhängig sind von dem Phasenunterschied zwischen der 
hohen und niedrigen Druckwelle, Beträgt dieser — A/4, d.h. bleibt die hohe 
hinter der niedrigen Druckwelle um eine viertel Wellenlänge zurück, so deutet 
die ruckartig erfolgende Auflösung der Dunstschichten auf eine Verstärkung der 
Amplitude und eine beschleunigte westöstliche Drift der hohen Druckwellen hin; 
liegt eine Phasendifferenz von + 4/4 vor, so wirkt die hohe Druckwelle ab- 
schwächend auf die Bodendruckverteilung und die Vertikalbewegungen. Dem- 
entsprechend erfolgt der Zerfall der Dunstschichtung nur träge, 
Die Höhenaufstiege der Wetterflugstellen geben die Möglichkeit, die täg- 
lichen. Änderungen in der Ansicht von Dunstschichten zu verfolgen und daraus 
prognostisch wichtige Schlüsse herzuleiten, Zur Erleichterung der Vergleiche 
empfiehlt es sich, die wechselnden Ansichten der Dunstschichtung in Skizzenform 
festzuhalten, Dabei hat sich die Benutzung der folgenden Zeichen als zweck- 
mäßig herausgestellt: 
Bedeutung: 
Schmutzig-gravverhüllte Dunstschicht (Schwarzverhüllung) 
Milchig-weißverhüllte Dunstschicht (Weißverhüllung) 
Silberner Glanz des Luftlichtes 
Farbige Tönung 
Scharfe Grenzen 
anne Verwaschene. Konturen 
Mit Hilfe dieser Zeichensprache lassen sich die beiden auf verschiedene Art 
und Weise vor sich gehenden Vorgänge der Auflösung von Schönwetter-Dunst- 
schichten. durch die in Abb, 1 und 2 (s, S. 198) skizzierten Schemata zur Darstellung 
bringen, Die Abb. 1 zeigt die beschleunigte Auflösung einer Schönwetter-Dunst- 
schichtung von einem Tag zum anderen als Folge einer Auffrischung der Zyklo- 
genese in der Nachbarschaft eines Hochdruckgebietes. Abb, 2 stellt den trägen, 
allmählichen Zerfall von Schönwetter-Dunstschichten. von einem Tag zum anderen 
im Zusammenhang mit dem langsamen Abbau eines Hochdruckgebietes dar. Die 
beiden verschiedenen Zustände unterscheiden sich auch bezüglich der Färbung 
des Himmelsblaus im Zenit bezogen auf ein und denselben Sonnenstand, Der 
Ant d. Hydr. new. 1040, Heft VL *
	        
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