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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 15 (1887)

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Notizen aus Java, 
Kaufleute oder Vertreter Europäischer Häuser giebt es nicht in Rembang; eben 
so wenig giebt es eine Bank, und muß man Fracht- und Geldgeschäfte in 
Samarang oder Soerabaya abmachen, wohin täglich Landpostverbindung ist. 
Dampfer laufen nicht an; eine Telegraphenstation ist vorhanden. 
Frisches Fleisch, Gemüse, Früchte u. s. w. sind stets zu mäfsigen Preisen 
erhältlich, Seeproviant und Schiffsartikel dagegen nicht. Als Trinkwasser wird 
Regenwasser benutzt, welches in Cisternen aufgefangen wird; es ist nur in 
kleinen Quantitäten und nur mit besonderer Erlaubnifs des Residenten zu haben. 
Ballast würde nöthigenfalls wohl zu beschaffen sein, aber gewifs nur mit grofsem 
Zeitverlust und gegen hohen Preis. Leichte Schmiede- und Zimmerarbeit kann 
ausgeführt werden. Unkosten hat man in Rembang weiter nicht, als das übliche 
Tonnengeld, 16 Cts. holl. für das Kubikmeter, welches alle sechs Monate einmal 
bezahlt wird. Tabangas (Micthboote) sind nicht vorhanden und können ent- 
behrt werden. 
Während unseres Aufenthaltes vom 5. bis 15. Dezember, also mitten im 
Nordwestmonsun, hatten wir stets schönes Wetter, meistens Windstille oder 
leichte Briese und immer ruhige See. Eine erhebliche Brandung am Strande 
war nie vorhanden, und konnte man mit dem Boote steis ohne Gofahr landen. 
Im Ostmonsun, wenn die Bai dem Winde ausgesetzt ist, soll die Brandung 
jedoch oft sehr stark sein und die Kommunikation stören, 
Einige Meilen ostwärts von Rembang liegt der kleine Ort Lassem und 
fast eben so weit westwärts Joana. Ueber beide läfst sich ungefähr dasselbe 
sagen, wie über Rembang; nur liegen in Joana die Schiffe weiter ab, 6 bis 7 Sm 
von der Flufsmündung, und die Stadt liegt einige Meilen flufsaufwärts, In 
Joana befindet sich ein Leuchtthurm; der Platz hat einen bedeutenden Zucker- 
export, ist durch Eisenbahn mit Samarang verbunden, und es sind mehrere 
Europäische Häuser dort vertreten. Zum Beladen der Schiffe sind grofse 
Leichter vorhanden. Lassem liegt, wie Rembang, nahe am Strande; auch liegen 
die Schiffe ebenso nahe, 2 bis 3 Sm entfernt. Von hier wird auch etwas Zucker 
und viel Holz exportirt. Der Platz steht unter dem Zoll- und Hafenamte von 
Rembang. Beide Plätze sind vom letzteren in einigen Stunden zu erreichen, 
und die dort befindlichen Schiffe sind von Rembang aus bequem zu sehen, 
Die Unkosten meines Schiffes „ Werner“ waren: 
Aus- und Einklariren . . . . 
Lukonbesichtigung und Verklarung . 
Tonnengeld für 2527,7 cbmn & 16 Cts, 
Frisches Fleisch pro kg . . . 
Kartoffeln pro Pikul (61,7 kg) 
Arbeitslohn pro Tag . . 
+ 
3. Soerabaya.’) 
Zeitsignalstation in 7° 12‘ 10“ S-Br und 112° 43‘ 51” O-Lg., 
Vom 18. Dezember 1886 bis zum 8. Januar 1887, 
Im Westmonsun von Westen kommend, muß man sich der Küste bei 
Zeiten nähern, um nicht mit dem oft starken Strom zu weit zu laufen. Von 
der Lierang- bis zur Panka-Spitze ist die Küste ganz rein; in der Nähe der 
letzteren hält sich das Lootsenfahrzeug — zweimastiger Gaffelschoner — auf, 
der aber Abends nach binnen geht und auf der Bank ankert. Die Lootsen 
thun dies auch gern bei steifer Briese und etwas Seegang, weil das Fahrzeug 
schlecht segeln und manövriren soll. Sicht man den Lootsenschoner nicht bei 
der Panka-Spitze, so muls man die Zeebank anlothen und in 7,5 bis 9m (4 bis 
5 Fad.) Tiefe ankern; im Westmonsun immer einige Meilen westlich vom Fahr- 
wasser, im Ostmonsun natürlich entgegengesetzt. Um gehörig Platz zu haben, 
das Schiff unter Segel zu bringen, und weil die flachsten Grüude in unmittelbarer 
Nähe der äufßseren Bojen anfungen, sollte man das Schiff nicht zu nahe vor das 
Fahrwasser legen; auch entfernen sich die Lootsen im Westmonsun nicht gern 
weit von Panka-Spitze, weil sie nicht wieder aufkreuzen können. 
Ueber die Zeebank führen zwei Fahrwasser. Das östlichste ist das tiefste, 
and können Schiffe mit einem Tiefgang bis 14'/a Fufs engl. dasselbe passiren; 
:) S. diese Annalen Jahrg. 1882 S, 584, 1884 S. 82, 1885 S. 138, 1887 S. 54,
	        
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