182 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1940,
4es Luftstroms vor Eintritt in den Assmann der
Turbulenzzustand der angesaugten Laft nicht
wesentlich verändert wird. Für Köhlers zweiten
Nebelapparat wird, wie nach Findeisen und
ZSyvensson beim Assmann selbst, laminare Um-
Strömung der Thermometergefüße angenommen
Zine turbulente Strömung hätte sich (nach S, 303
Jurch eine Erhöhung Im Stande des feuchten
Chermometers bemerkbar gemacht, wird aber durch
zahlreiche Vergleiche mit dem gewöhnlichen Ass-
mann nicht bestätigt, Im übrigen konnten auch
Jie grundlegenden Unte suchungen von KR. Ass-
mann 1892 über die Wirkung des äußeren und
inneren Hüllrohrs um die Thermometergefäße be
stätigt werden. .
Bei dem Vergleich der Feuchtewerte des ge-
heizten Assmann mit denjenigen eines normalen
Gerätes im Bereich unter 100% REF, die theoretisch
‘übereinstimmen sollten, ergab sich cine bessere
Übereinstimmung, wenn statt der Psyehromeler-
jormek von Sprung die von A. Svensson 1932
angegebene Formel benu’zt wurde, Vgl, hierzu
and zur Luftströmung im The rmometergefäß auch
Bongards, Feuchtigkeitsmessung, München-Berlin
1926, 8. 167 0. 144. Georgi.
Lettau, H.: Das Horizontaldoppelpandel, (Geoph
Inst. d. Upivers, Leipzig, Bl, X, Anhang 2
Leipzig 1937, $. $3/142.)
Zur Erzielung einer größeren instrumentellen
Empfindlichkeit bei der Registrierung von Bodens
peigungen, als bisher erreicht worden ist, wurde
mit Erfolg das Prinzip des Horizontaldoppel-
pendels angewandt. Es wurden in besonderer
Weise zwei einfache Horizontalpendel in der
Zöllnerschen Aulhängnng mechanisch mitein-
ander gekoppelt. Die theoretische Behandlung
der dabei vorliegenden statischen Verhältnisse
lehrt, daß man z. B., ohne etwa an die Grenze des
Erreichbaren gelangt zu sein, bei einer Neigung
on 0,002” gut einen Ausschlag von I mm auf
dem Registrierbogen erhalten kanı. Auch wird
die Theorie der Apparatur bei freien und er
zwungenen Schwingungen ausführlich entwickelt,
Mitteilungen über einige vorläufige Ergebnisse be-
treffs der Aufzeichnung von Lotstörungen in Ver.
bindung mit den Gezeiten der Erdrinde, von lang-
samen Sechollenneigungen koöntinentalen Au-maßes
im Gefolge von Luktdruckschwankungen sowie von
Neigungsunrahe zeigen schließlich den weiren An-
rendungsbereich. dieses neuen für die Geophysik
vedeutsamen Insitrumentes, E, Tams.
K. Brocks, Vertikaler Temperaturgradient und
lerrestrische Refraktion, insbesondere im Hoch-
gebirge. Veröff, cd. Met. Inst, d, Univ, Berlin,
Hand IL1, Heft 4, 1939.
Der Verfasser hat den gelungenen Versuch
yemacht, dieses Grenzgebiet zwischen Meteorologie
und dieodäsie unter meteorologischen‘ Gesichts-
punkten näher zu untersuchen. Brocks geht
dabei von Refraktionsmeßserien aus, die er sclbst
im Herbst 1937 auf dem Hohen Sonnblick aus-
geführt hat, und kombiniert sie mit früheren KRe-
fraktionsmessungen aus den verschiedensten Erd-
gebieten, Täglicher und jährlieher Gang der Ko-
'raktion und der Refraktionsschwankung werden
Jabei übersichtlich und durch viele graph. Dar-
tellungen unterstützt zusammengestellt, Bei der
Deutung der einzelnen Erscheinungen, d. bh. bei
lem Zusammenhang von Lichtstrahlkrümmung
nit den meteorologischen Daten, insbesondere mit
lem vertikalen Temperaturgtadienten, muß der
Verf, naturgemäß auf die eigenen Meßserien zurück-
zreifen. Dabel — wie überhaupt ia der ganzen
Arbeit — fällt die sehr genaue Diskussion der
‚erschiedenen Fehler angenehm auf. Über die
meteorologischen Ergebnisse dieser Arbeit unter-
“irhtet man sich am besten aus der inzwischen
arschienenen Brockschen Arbeit in Heft 1, 19410
tier Met. Zschr. W. Portig,
Rolf Pfau: Die 10tägige Luftdruckwelle im
Sommer 1934 und ihre Dämpfungserscheinungen,
Veröffentlichung des Geophysikalischen Instituts
der Univ, Leipzig. Zweite Serie, Band IX,
Heft 3, Leipzig 10938,
Die Untersuchung geht von der Fragestelhing
aus, welchen Einfluß gedämpfte Wellen auf das
Aussehen von Luftdrucksymmetriekurven haben,
ınd da es wahrscheinlich ist, daß gedämpfie
Wellen das Symmetriephänomen beeinflussen
zönnen, stellt sich der Verf, die Aufgabe, eine
joflche zur analysieren, Der Wert seiner Unter-
mehung liegt hauptsächlich im Methodischen: Es
wird ausführlich die theoretische uud praktische
Seite der Verecllischen Schwingungsanalyse be-
‚pröchen, weshalb die Arbeit nicht nur für die
Meteorologie, sondern auch für die gesamte (G60-
»>lıysik von Interesse ist. Die Methode besteht
zurz gesagt darin, daß durch geeignete Differenzen
yildung die gesuchte Welle punktweise gewonnen
vird, also nieht durch formelmäßige Berechnung
on Amplitude und Phase wie bei der harmo-
aischen Analyse, wodurch Dämpfungserscheinungen
sofort erkennbar werden, Die Kechenarbeit ist
:ehr langwierige, besonders wenn, wie Pfau es
jat, erst die Frequenz der zu untersuchenden
Schwingung mit der gleichen Methode buttimmt
sird, Nach diesem Verfahren werden Amplitude,
Phase und Dämpfung einer 10tägigen Welle des
Sommers 1934 von Station zu Station gewonnen
and das Ergebnis in Amplituden-, Phasen und
Dämpfungskarten dargestellt, Der Mechanismus
der gefundenen Welle ist kompliziert, und eine
befriedigende Erklärung der Erscheinung kann
nicht gezreben werden, da weder eine Abhängigkeit
des Dämpfangskoeffizienten von der Orographie
zefanden wurde noch die (seitlich) maximale Am-
plitude der Welle mit dem Zeitpunkt der Umkehr
zwischen Auf- und Abschaukeln zusammen fällt. —
Wenn auch die Analysenmethode für eine so weit
gespaunte Aufgabe wie die Untersuchung einer
Lutftdruckwelle der Rechenarbeit wegen kaum
wiederholt werden wird, so gibt die Arbeit
doch die Anregung, andere geophysikalische
Schwingungen, z. B. die einer Wassermasse, auf
gleiche Weise zu behandeln, Fr. Model.
B. Bücher- und Zeitschriftenschau.
a) Neue Bücher,
Yberkommando der Kriegsmarine, Handbuch für Preis 8 RM. Vertrieb: E. S. Mittler & Sohn,
Ceylon und die Malakka-Straße (einschl, Berlin.
Malediven, Lakediven, Andamanen und Yansische Universität. Vorträge der 38, Aus-
Nikobaren). 3. Aufl, Berlin 1939, 108 An- landswoche. Hamburg: Hanseat, Verlagsanstalt
sichten im 'Pext. 22 Abb. auf Taf. 3288. 5% 1910. 658. 89% [Darin wa.; E. Hentschel,