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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 68 (1940)

Kleinere Mitteilungen. 
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Um 155 tritt eine kurze Windstille ein; das Maximum-Thermometer ist auf 30.7° 
gestiegen. 
Gegen 15%b dreht der Wind auf WNW und weht, allmählich schwächer 
werdend, bis um 17%, Dann setzt Windstille ein. Empfindliche Pflanzen haben 
an den beiden Windtagen viele Blätter verloren, z. B. Kaffee, der trotz der in 
den einzelnen Schlägen gepflanzten Windschutzhecken sehr leidet, Blumen, z. B. 
Rosen, verdorren an den Sträuchern. 
Die „Windzeit“ setzt meist bald nach dem Ende der großen Regenzeit ein, 
also im allgemeinen Mitte Mai, und bis Mitte oder Ende Juni wiederholen sich 
diese Windtage periodisch etwa alle zwei Wochen. Sie halten selten einen oder 
zwei Tage hintereinander an, meistens währen sie drei, vier oder mehr Tage, 
H. von Mohl. 
Neuere Veröffentlichungen. 
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben, 
M. Robitzsch: Ausführliche barometrische Re- Eriksson, G.I,. Prüfung einer neuen Konstruk- 
duktions- und Höhentafeln. Leipzig (W. Keller) tion des Köhlerschen Apparates zur Bestimmung 
1939, (45, . des Wassergehaltes der Wolken, Medd, fran 
Die Veröffentlichung dieser ausführlichen Upeala Univ. Met, Inst, Geografiska Annaler 
Höhentafeln, die keine vereinfachenden Annalımen 1938, H. 34, 5. 276—307. 
im Aufbau der Höhenformel voraussetzen und dabei Verf, untersucht die möglichen Fehlerquellen 
äußerst einfach zu handhaben sind, schließt eine des geheizten Assmann in einer zweiten, 1930 von 
erhebliche Lücke, und wir sind dem Verfasser für Hilding Köhler entwickelten Ausführungsform. 
die Durchführung der sehr umfangreichen Rechen- Die Arbeit gibt uw. a. Wichtige Hinweise für die 
arbeit zu großem Dank verpflichtet, Die Tafeln Benutzung des normalen Assmann für genaue 
sind sowohl für geometrische als auch für dyn@ Temperatur- uud Feuchtemessungen; (S. 280) Be- 
mische Meter aufgestellt und deshalb universell rücksiehtigung der TVEmERNT des herausragenden 
benutzbar. R Scherhag. Fadens, Feststellung derselben <urch ein Hilfs- 
‘hermometer. Fehler gewöhnlich < 0.03 mm, Ab- 
lesungen durch Fernrohr aus 2 bis 3 m Entfernung 
„konnten mit größerer Schnelligkeit und Genauig- 
keit gemacht werden, als mit unbewaffnetem Auge . ‚“ 
U’hermometerskalen 0,2%, Ablesungen auf 0.05%; 
‚ede Einzelablesung besteht aus einer größeren 
Zahl (> 10) von Ablesungen, die pgemittelt und 
auf Q.U1° angegeben werden, Fehler der Tempe- 
raturbestimmung, Nullpunkt- und Skalenverbesse- 
rung „können ia, auf <0.03° geschätzt werden“, 
Durch Verwendung zweier feuchter Thermo- 
meter in demselben Assmann konnte Verf. zeigen, 
aß die Art des Anbringens der Stoffhülle am 
feuchten Thermometer Fehler bis 0.3° verursachen 
kann, Er spricht infolgedessen (©. 281) von einem 
„Justieren“ des Stoffes, Beim Austrocknen des 
angefeuchteten Stoffes geht. die Anzeige nicht 
gleichmäßig auf die „trockene“ Temperatur hinauf. 
sondern in Stufen, 
Zum Nachweis eines etwaigen Strahlungsfehlers 
von der Heizvorrichtung her verwendet Verf. im 
gleichen Assmann gleichzeitig zwei trockene Ther- 
Mmometer mit berußtem bzw. versilbertem Gefäß. 
Bet Einwirkung‘ langwelliger Wärmestrahlung 
müßte das berußte Thermometer, entsprechend der 
starken Reflexion der Silberschicht im infraroten 
Gebiet, höhere Werte aufweisen, (Bei dem unter- 
suchten Heiz-Assmann war keine nachweisbare 
Erwärmung vorhanden.) Für alle Versuche, hei 
denen ein Assmann die zuströmende Luft nicht 
aus der freien Atmosphäre, sondern etwa aus 
Kästen, Rohrleitungen, aus der Nähe des Erd- 
bodens oder sonstiger Gegenstände entnimmt, sind 
die Angaben wichtig (S. 299 bis 305), daß nur 
schwer eine Homogenität der in den Assmann ein- 
tretenden Luft erreicht werden kann. Insbesondere 
ist nach den Untersuchungen Erikssons darauf 
zu achten, daß durch irgendwelche Hindernisse 
H. Seilkopf: Maritime Meteorologie. Handbuch 
der Fliegerwetterkunde, herausgegeben vor 
R. Habermehl, Band II. 15058. m, 35 Abb 
u, 21 Wolkentafeln, Berlin 1039 (Verlag Gebr 
Radetzki, Berlin SW 68). 
„An dem Maße, wie in dem letzten Jakhr- 
zehnt die Luftfahrt über die Kontinente 
hinaus die Weltmeere zu überbrücken ver- 
sucht und dieses Ziel heute bereits zunehmend 
verwirklicht hat, mußte auch der Blick des 
Flugmeteorologen auf eine Erweiterung seiner 
Kenntnisse über die flugmeteorologischen 
Vorgänge auf den OÖzeanen gerichtet sein. 
Es ist zweilellos ein besonderes Verdienst der 
Deutschen. Seewarte, und hier insbesondere 
des Bearbeiters dieses Bandes, Prof, Seilkopt 
und seiner Mitarbeiter, auf diesem Gebiete 
richtunggebende Arbeit geleistet zu haben. 
Der vorliegende Band stellt eine Zusammen. 
fassung der hier vorliegenden Erfahrungen 
dar.“ Diese einleitenden Worte von Ministerial 
dirigent Dr. Habermehl kennzeichnen Zweck 
und Umfang des 2, Bandes der Fliegerwetterkunde 
Es ist Prof, Seilkopf gelungen, die Beob 
achtungsmethoden und den Wetternachrichten- 
dienst auf See ebenso in knapper, aber dennoch 
erschöpfender Darstelluog zu vehandeln wie im 
3. Kapitel „Das Wetter auf See“ einen Grundriß 
der maritimen Meteorologie zu geben, wabei auch 
die letzten wissenschaftlichen Ergebnisse Berück. 
sichtigung gefunden haben und so ein Buch ent- 
standen ist, das unserem heutigen Stand der 
Wissenschaft entspricht. Eine ganze Reihe vor 
züglicher Abbildungen erläutern den anschaulich 
und leicht lesbar geschriebenen Text, so daß das 
Werk allen Meteorologen, See- und Luftfahrern 
warm empfohlen werden kann. RR, Scherhag,
	        
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