Lüders, K.z Die Ablenkung (Deviation) der Kompaßnadel in Strömungsmessern usw. 175
sind im Oktober 1935 Sonderbeobachtungen zur Untersuchung folgender Fragen
ausgeführt worden: /
a) Veränderung der Deviationsbeträge bei verschiedenen Bordabständen,
b) Einfluß der Schiffskrängung auf die Deviation, und
ec) Veränderung der Derviation bei dem durch die Strömung nach achteraus
versetzten Strömungsmesser. ;
5. Sonderuntersuchungen (Oktober 1985),
Diese Sonderuntersuchungen zur Klärung der Frage nach dem Einfluß der
Schiffsbewegungen auf die Größe der Deviationswerte wurden in der Zeit vom
15. bis 17, Oktober 1935 im Anschluß an die Deviationsbeobachtungen ausgeführt,
Im ganzen sind 304 Werte beobachtet worden, die sich auf die drei Unter-
suchungsreihen wie folgt verteilen:
a) Untersuchungen bei verschiedenen Bordabständen 145 Werte
b) » „ gekrängtem Schiff ,‚ . .. 128
6) En „ nach achteraus versetztem
Strömungsmesser , ; . ; + 36
Zusammen 304 Werte,
Alle drei Untersuchungsreihen konnten aus Zeitmangel nur für eine Tauch-
tiefe durchgeführt werden. Da im Mittel die größten Ablenkungswerte für die
„Ahne“ in der 2 m-Tauchtiefe liegen, die Verhältnisse also für die Tauchtiefe
am ungünstigsten sind, wurden die Sonderuntersuchungen ebenfalls für die 2 m-
Tauchtiefe durchgeführt.
a) Der Einfluß des Bordabstandes auf die Größe der Deriationswerte,
Die Untersuchung erstreckte sich auf die Bordabstände 0.5 m, 1.0 m, 1.5 m
und 2.0 m; außerdem lagen für den normalen Abstand von 2,7 m die Ablenkungs-
werte vor, Das Ergebnis der Beobachtungen ist in Abb, 15 wiedergegeben. Die
Deviationskurven bei den drei größeren Bordabständen (2.7 m, 2.0 m und 1,5 m)
unterscheiden sich in ihrem Verlauf grundsätzlich von den Kurven bei den
reringen Abständen (1.0 m und 0.5 m). Während die erstgenannten drei Kurven
zwischen den Kursen 70° bis 80° die + 0°-Linie durchschneiden, gehen die
beiden anderen, für die geringen Bordabstände gültigen Kurven auf diesen
Kursen durch die + 180°-Linie. Der Übergang von dem einen Kurvenverlauf
zum anderen liegt schätzungsweise bei einer Bordentfernung von 1.3 m; die
Kurve für 1.5 m Bordabstand liegt schon nahe an dieser Übergangszone, was
durch die starken Streuwerte auf den Kursen von 50° bis 70° deutlich in Er-
scheinung tritt,
Diesem Bereich starker Unterschiede im Kurvenverlauf steht ein Bereich
ausgeprägter Gleichmäßigkeit gegenüber, Auf dem 240° Kurs liegt gewisser-
maßen ein Kuotenpunkt, durch den sämtliche fünf Deviationskurven laufen,
Ein ganz ähnliches Ergebnis haben die Untersuchungen von Thorade und
Schumacher auf dem Peilboot II in der Eckernförder Bucht im Oktober 1922
geliefert, Es sind dort zwei verschiedene Bordabstände (40 om und 75 em}
untersucht worden; das Ergebnis der Beobachtungen für die 1 m-Tauchtiefe ist
in Abb, 16 wiedergegeben. Grundsätzlich ist der Verlauf der Deriationskurven
derselbe wie in Abb. 15. Im Bereich von 70° bis 100° treten die größten Unter-
schiede in den Ablenkungswerten auf; während die Deviationskurve für den
75 cm-Bordabstand die + 0°-Linie durchschneidet, geht die Kurve für den 40 em-
Bordabstand durch + 180°. In diesem Bereich genügen mithin kleine Änderungen
des Bordabstandes, um Streuwerte bis zu 180° zu erzeugen. Andererseits ist auf
len Kursen von 210° bis 240° fast kein Unterschied zwischen den beiden Devia-
jionskurven vorhanden,
Bei dem Drehen des Meßschiffes durch alle Kurse werden also zwei aus-
gezeichnete Bereiche durchlaufen, die ungefähr einander gegenüber liegen: In
dem ersten Bereich (etwa bei 60°) ist die Deviationsgröße sehr veränderlich
(es treten beträchtliche Streuwerte auf}, in dem zweiten Bereich (etwa bei 240°)
ist die Deviation weitgehend gleichmäßig; auch die Streuwerte sind hier gering