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Full text: 68, 1940

168 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1940, 
{= verbesserter Schiffskurs) im Augenblick der Einschaltung des Richtungsmessers 
abgelesen und mit der Richtungsangabe und der Tauchtiefe des Strömungsmessers 
in das Beobachtungsbuch eingetragen. Die Verstellung des Tochterkompasses um 
180° ist aus Bequemlichkeitsgründen geschehen, um die jedesmalige Umrechnung 
vom Schiffskurs auf den Stromrichtungskurs zu vermeiden. 
2. Die Bearbeitung der beobachteten Deviationswerte. 
Die gesuchte Solldeviation, d.h. die von Streuwerten und Beobachtungsfehlern 
befreite Deviation, wird aus den beobachteten Einzelwerten auf graphischem 
Wege ermittelt. Zu diesem Zweck werden die durch die Unterschiedsbildung 
zwischen der verbesserten Kursangabe des Schiffskompasses (= Sollkurses der 
Strömung) und Richtungsangabe des Strömungsmessers gefundenen Deviations- 
werte in einen Netzvordruck nach Abb. 2 eingetragen, und zwar die östlichen 
(positiven) Werte von dem Nullkreis radial nach außen und die westlichen (nega- 
tiven) radial nach innen. Für die Anfertigung des Netzes ist zu beachten, daß 
der Maßstab für die Auftragung der Deviationswerte der gleiche sein muß wie 
derjenige für den Nullkreis. Mißt also der Umfang des Nullkreises 360 mm, dann 
sind auch die Deviationswerte im Maßstab 1° == 1 mm aufzutragen. 
Für jede Tauchtiefe, in der die Deviation bestimmt wurde, ist eine solche 
Auftragung der beobachteten Werte herzustellen. Wie die Abb. 2, die als Beispiel 
einer derartigen Auftragung dienen soll, erkennen läßt, liegen die beobachteten 
Einzelwerte ungefähr auf einer Ellipse angeordnet. Es sind nun für jede einzelne 
Tauchtiefe diejenigen Ellipsen zu zeichnen, die die günstigste Lage zu den Einzel- 
werten der Deviation besitzen, Diese Ellipsen stellen dann die gesuchte Soll- 
deviation dar, und zwar können nun auch auf denjenigen Kursen, auf denen 
keine Deviationswerte beobachtet worden sind, diese abgelesen werden. 
Die Nachprüfung, ob die für die einzelnen Tauchtiefen gefundenen Ellipsen 
die günstigsten darstellen, wird durch eine weitere graphische Auftragung erreicht. 
Hierfür werden zunächst für die einzelnen Tauchtiefen die aus den Ellipsen 
gefundenen Solldeviationswerte von 10° zu 10° abgelesen in ein Schema nach 
Abb. 3 eingetragen. Sodann werden die Linien gleich großer Deviation gezeichnet. 
Fallen nun hierbei die Werte einer Tauchtiefe aus dem Gesamtbilde durch einen 
angleichmäßigen Linienverlauf heraus, dann ist die Solldeviationskurve der 
betreffenden Tauchtiefe nochmals nachzuprüfen. In den meisten Fällen wird es 
nicht schwer sein, eine günstigere Lage der Ellipse als die erstgefundene zu 
zeichnen, Mit den neuen Werten wird dann die Darstellung der Linien gleicher 
Deviationswerte verbessert, 
Auf zwei Punkte muß hier noch besonders hingewiesen werden, und zwar 
auf die untere und die obere Begrenzung der Darstellung der Linien gleicher 
Derviationswerte, 
Die untere Begrenzung, die von der 16 m-Tauchtiefe gebildet wird, stellt 
die „Deviationstiefe“ des Meßschiffes dar, Bei den ersten Deviationsuntersuchungen 
(im Jahre 1929) war festgestellt worden, daß etwa von der 10 m-Tauchtiefe ab 
praktisch nur noch die Gerätedeviation wirksam ist, Die damaligen Deviations- 
beobachtungen gestatteten wegen der geringen Wassertiefen im Jadegebiet nicht, 
zrößere Tauchtiefen zu untersuchen. Seitdem die Beobachtungen aber im Hafen- 
gebiet durchgeführt werden, ist es möglich gewesen, auch in Tiefen bis zu 14 m 
die Ablenkung zu untersuchen, Diese Messungen hatten grundsätzlich dasselbe 
Ergebnis: Von der 10 m-Tiefe ab kann für die „Ahne“ nur noch die Eigen- 
deviation als vorhanden angenommen werden. Um nun ein den natürlichen 
Verhältnissen entsprechendes allmähliches Übergehen der Deviationswerte auf die 
bleibenden Beträge der Gerätedeviation zu erhalten, wurden diese letzteren als 
Werte für die 16 m-Tauchtiefe eingesetzt. Von dieser Tauchtiefe ab verlaufen 
die Linien gleicher Deviation senkrecht nach unten, d.h, diese Deviationswerte 
bleiben für alle weiteren Tiefen unverändert bestehen. 
Es sei. an dieser Stelle bemerkt, daß die hier beschriebene Auswertungsmethode nach meiner 
ersten Veröffentlichung über die Bestimmung der Deviation im Jahre 1929 (2) entwickelt worden ist, 
Die im Jahre 1929 beobachteten Deviationswerte wurden nachträglich nach dieser Methode nochmals
	        
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