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Full text: 68, 1940

Lüders, K.: Die Ablenkung (Deviation) der Kompaßnadel in Strömungsmessern usw. 167 
1929 voll bestätigt, sondern es sind darüber hinaus neue Erkenntnisse gewonnen 
worden, die dazu anregen mögen, die Frage der Deviation weiterhin zu unter- 
suchen. Denn eine Klarstellung dieser Frage würde dem magnetischen Strömungs- 
messer die Stellung wieder einräumen, die ihm wegen seiner leichten Handhabung, 
einfachen Bedienung auch unter ungünstigen Witterungsverhältnissen und ein- 
lachen Überwachung gerade für die oft unter schwierigen Verhältnissen durch- 
zuführenden Strömungsbeobachtungen im Flachseegebiet zukommt. 
Il. Die Ablenkung (Deviation) der Kompaßnadel. 
i. Angaben über das Meßschiff, den Strömungsmesser und die technische 
Durchführung der Deviationsbestimmungen, 
Als Meßschiff für die im Jadegebiet und in der Deutschen Bucht ausgeführten 
Strömungsuntersuchungen diente der Schlepper „Ahne“ der Kriegsmarinewerft in 
Wilhelmshaven, ein eisernes Schiff von 31 m Länge, 6.30 m Breite und einem 
Tiefgang von etwa 2 m, Dieses Schiff wird außer für die erwähnten Strömungs- 
antersuchungen auch als Schlepper und als Peildampfer benutzt. Da das Haupt- 
arbeitsgebiet dieses stark beanspruchten Fahrzeugs im Wattenmeer liegt, kommen 
nicht selten Grundberührungen vor, wodurch Änderungen der magnetischen 
Eigenschaften des Schiffes und damit auch der Deviationswerte des Strömungs- 
messers eintreten können. Ferner bedingt die starke Beanspruchung dieses viel- 
seitig benutzten Schiffes des öfteren Instandsetzungsar beiten, Umbauten, Einbauten 
usw. die gleichfalls stets mit einer mehr oder weniger großen Veränderung der 
schiffsmagnetischen Eigenschaften verbunden sind. Auf diese Gesichtspunkte sei 
hier besonders deshalb hingewiesen, um zu zeigen, daß für die Untersuchung 
der Deviationsfrage durchaus nicht günstige Voraussetzungen vorliegen. Es kann 
vielmehr bei der „Ahne“ von recht ungünstigen Vorbedingungen gesprochen 
werden. Bei Meßschiffen, die nur ihrem Zweck dienen, werden die Veränderungen 
der magnetischen Eigenschaften des Schiffes sicherlich geringer sein, was sich 
auf die Beständigkeit der Deviationsbeträge im günstigen Sinne auswirken dürfte. 
Für die Beobachtung der Strömungen wurde der Schwimmflügel „Mulde*‘‘ 
von Ott-Kempten verwendet. Dieser Flügel zeigt den Winkel, den seine Achse 
{= Strömungsrichtung) mit der Kompaßnadel in der Meßkammer des Gerätes 
bildet, durch elektrische Übertragung an Bord stufenweise von 2° zu 2° an, Eine 
ausführliche Beschreibung des Strömungsmessers und seiner Arbeitsweise findet 
sich bei Thorade (1s, 8. 292 =. f.), 
Über die technische Durchführung der Deviationsbeobachtungen ist kurz 
Folgendes zu sagen: Der an einem Bronzeseil befestigte Schwimmflügel hängt 
wie bei den Strömungsmessungen an einem an der Backbordseite des Schiffes 
angebrachten Ladebaum, Der Abstand des Strömungsmessers vom Schiff beträgt 
2.70 m. Die parallele Lage des Strömungsmessers zur Schiffsachse während der 
Deviationsbeobachtungen wird durch eine auf das Gerät aufgesetzte Messinggabe) 
bewirkt, die ein zweites, ebenfalls in 2.70 m Bordabstand befindliches Bronzeseil 
amfaßt (Abb. 1), das durch ein unten angehängtes Bleigewicht steif gehalten wird. 
Beim Versenken des Strömungsmessers in das Wasser gleitet die Gabel an diesem 
Bronzeseil entlang, so daß das Gerät in jeder Stellung parallel zum Schiff liegt. 
Als Ort für die Deviationsbeobachtungen wurde ein Wilheimshavener Hafen- 
becken gewählt, Das Becken liegt innerhalb der Schleusen, es ist also strömungs- 
irei. Somit fallen die durch die Flügelschaufel des Strömungsmessers gegebenen 
alektrischen Kontakte zur Zählung der Schaufelumdrehungen fort. Da bei den 
im Jahre 1929 durchgeführten Deviationsuntersuchungen festgestellt worden war, 
daß diese Kontaktgabe einen wenn auch nur geringen Einfluß auf die Einstellung 
der Kompaßnadel besitzt (*% 8.67), wurden die Kontakte von Bord aus in den 
Stromkreis der Umdrehungsmessung gegeben. 
Um die Ablenkung der Kompaßnadel für die verschiedenen Tauchtiefen auf 
möglichst zahlreichen Kursen zu bestimmen, wurde das vor Anker gelegte Meß- 
schiff durch ein Motorboot lanysam im Kreise herumgedreht, wie es auch bei 
der Kompensierung der Schiffskompasse üblich ist, Der jeweils anliegende 
Schiffskurs wurde an einer um 180° verstellten Tochter des Kreiselkompasses
	        
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