Ekhart, E.: Die ganzjährige Periode des Luftdrucks auf der Nordbalbkugel. 161
monatlichen Abweichungen, wie sie z. B. Reuter für die halbjährige Welle ge-
geben hat. Für einen bestimmten, der Phase @ entsprechenden Zeitpunkt
repräsentieren die Isophasen @ und w- x die Nullinien der Abweichung. Ver-
nachlässigt man die ungleichen Monatslängen, so sind es für den Januar — ge-
nauer: Mitte Januar — die Isophasen 360° (== 0°) und 180°, für den Februar 330
and 150°, für den März 300 und 120° usw. Die Vorzeichen der zu beiden Seiten
der Nullinie liegenden bzw. des von dieser eingeschlossenen Anomaliengebietes
ist, wie ohne weiteres einleuchtet, bestimmt durch die Phasenwinkel dortselbst;
gelangt man von der ersten der beiden Grenzisophasen des betreffenden Monats
zur zweiten über wachsende Phasenwinkel, so hat der durchlaufene Raum positive
Anomalie, der andere entsprechend negative, Beispiel: Fast ganz Eurasien hat,
sofern man allein die ganzjährige Druckwelle betrachtet, während der 6 Monate
September bis April (Winter) übermittleren, in der Sommerhälfte naturgemäß
untermittleren Druck,
Auch bei der Phasenkarte finden wir eine dem Bilde der Amplitude ähnliche
Verteilung: Vorwiegend zonale Anordnung der Isophasen in den tropischen und
polaren. Gebieten, während ihr in den gemäßigten Breiten mehr meridionaler
Verlauf in eindrucksvollster Weise den dominierenden Land-Meereinfluß demon-
striert. Durchschnittlich in 10° n. Br. vollzieht sich meist sehr rasch der Über-
gang zu dem gegen die Nordhalbkugel um eine halbe Wellenlänge verschobenen
Jahresgang des Druckes der Südhemisphäre, Wenn auch die Sicherheit des Ver-
laufs der Isophasen in den niedrigen Breiten etwas unter dem Mangel an ge-
aügenden Beobachtungspunkten leidet, so scheint doch festzustehen, daß das Um-
schlagen der Phase fast überall unter Linksdrehung des Phasenwinkels (über
0 = 360°) erfolgt, nur über Afrika, dem einzigen Teil, wo zwischen beiden Hemi-
sphären eine Landverbindung größeren Ausmaßes besteht, ist die Trennung
zwischen dem Jahresgang der Nord- und jenem der Südhalbkugel durch die
180°-Isophase gegeben.
Außer auf den Meeren der gemäßigten Zonen fällt das Maximum des ganz-
jährigen Druckganges auf der ganzen Nordhalbkugel auf das Winterhalbjahr;
auf der Südhälfte muß entsprechend der Konstanz der gesamten Luftmasse über
Jjer Erde zu gleicher Zeit das Minimum eintreten, wie es auch der im Karten-
bilde noch erfaßte Teil südlich des thermischen Äquators wahrscheinlich macht.
Das charakteristischste Merkmal der Verteilung der Phase ist aber der geradezu
verblüffend deutlich herauskommende Gegensatz zwischen Land und Meer: Auf
Jen Ozeanen der gemäßigten Breiten größtenteils Phasenwinkel um 270° (Maxi-
mum im Juli), auf den Festländern genau um 180° verschoben, 90° (Januar-
Maximum). Im Küstenbereich erfolgt, wie die meistenorts stark gedrängten Iso-
phasen anzeigen, der Umschlag fast sprunghaft (Quasi-Knotenlinien). In Über-
einstimmung mit dem bei Besprechung der Amplitude Gesagten stellen wir fest,
daß nördlich 50° Br. der Meerestypus des ganzjährigen Luftdruckganges ins
Landinnere hineingreift, während südlich davon das Umgekehrte der Fall ist,
der Kontinentaltypus sich weit ins offene Meer hinaus ausbreitet. So fällt in
ganz Skandinavien, Labrador, der südlichen Hälfte von Alaska mit dem an-
schließenden Teil von Canada westlich des Felsengebirges, ebenso auf der
Tschuktsechen-Halbinsel das Maximum der ganzjährigen Druckwelle noch auf das
Sommerhalbjahr. Das gleiche gilt aber auch für Island, Grönland und den
größten Teil des nordamerikanischen Archipels. Auch im Mittelmeer versucht,
wie bereits früher erwähnt, der ozeanische Typus sich durchzusetzen, zwischen
Sardinien und der Küste Tunesiens liegt ein Gebiet, wo das ganzjährige Druck-
maximum noch im Sommerhalbjahr (vor Mitte Oktober) auftritt, Es darf daran
erinnert werden, daß auf dieses mit dem jährlichen Druckgang auf den großen
Ozeanen nahe konform gehende Verhalten kleinerer Meeresbecken bereits
Hann (5) ausdrücklich, und zwar ebenfalls am Beispiel des Mittelländischen
Meeres, aufmerksam gemacht hat,
An den Ostseiten der beiden großen Kontinente befinden sich, paarweise
angeordnet und jeweils meridional untereinander liegend, richtige Amphidromien,
die nördlichen bei ungefähr 50°, die südlichen auf 35° Br, Zwischen den beiden