760 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1940.
Glied des Druckganges gefundenen Anordnung, Einerseits nimmt a, von
den tropischen Breiten polwärts ia. zu, wobei sich, wie namentlich im Nord-
atlantik gut erkennbar ist, an der polseitigen Abdachung des Subtropenhochs
ein sekundäres Minimum („Knotenlinie“ in 30—35° Br.) einschaltet, Die tropische
Minimumszone verläuft, wie es der Lage des thermischen Aquators entspricht,
fast durchweg auf der Nordhemisphäre und ist durch eine Reihe von Knoten-
punkten bzw. -linien gekennzeichnet.
Viel imposanter als diese zonale Anordnung tritt der Einfluß der Land-
Meerverteilung in Erscheinung. An den Grenzen zwischen Kontinenten und
Ozeanen befinden sich — wenigstens in. den Ektropen — überall Minimumszonen
der Amplitude, am deutlichsten ausgeprägt an den Ost- und Westseiten der Fest-
länder Eurasiens und Nordamerikas, Sehr auffällig, wenn auch vorerst nicht
erklärlich, scheint dabei die Feststellung, daß diese Minimumszonen eine recht
charakteristische Verschiebung gegenüber dem Küstenverlauf aufweisen: In den
höheren Breiten — mit überwiegender Landbedeckung —, etwa nördlich 50°,
liegen sie mehr landeinwärts, in den südlicheren Breiten (überwiegend. Wasser-
flächen) umgekehrt weiter meerwärts. Gegen die Roßbreiten zu münden diese
meridionalen Minimumszonen in die zonalen der Subtropen,
Über dem Inneren der Kontinente sowohl wie über dem offenen Meer lagern
Kerngebiete der Jahresamplitude, von denen aus sich ein mehr oder weniger
rascher Übergang zu den kleinen ayWerten im Bereiche der Küsten. vollzieht,
Das mächtigste derartige Maximum der Amplitude zeigt der eurasiatische Kon-
tinent mit einem Kern von beinahe 15 mm Hg in der inneren Mongolei (ungefähr
dort, wo der Gelbe Fluß seinen großen Bogen über Norden macht), Hier herr-
schen in östlicher Richtung‘ auch die größten Gegensätze der Jahresschwankung
auf kürzeste Distanz, über 40 Längengrade verringert sich a, von 15 auf 0 mm
Hz. Viel weniger stark ausgebildet ist das Maximum über Nordamerika, einer-
seits wegen der ungleich kleineren Breite des Kontinents, andererseits auch
wegen der im Bereiche Canadas beiderseits tief ins Festland eingreifenden Mini-
mumszonen; zufällig liegt auch hier der Kern des Maximums von a, — südwest-
lich des Großen Salzsees über dem Hochlande von Nevada — in der gleichen
Breite wie über Asien; der Intensität nach aber erreicht er über Amerika nur
etwas über ein Viertel (4 mm Hg) des asiatischen Maximums, .
Zwischen Europa und Amerika lagert auf dem Atlantik ein ausgedehntes
Gebiet großer Jahresamplitude, das zentral, zwischen Island und Grönland, Werte
bis zu 6 mm Hy aufweist, Das Gegenstück hierzu über dem Nordpazifik er-
reicht nahe dieselbe Intensität, der Schwerpunkt liegt aber etwas südlicher (im
Mittel 50° N},
Bezeichnend ist, daß in den arktischen Gebieten infolge der Vereisung‘ von
Land und Meer auch die meridionalen Unterschiede der Amplitude so ziemlich
verschwinden und die Isoamplituden wieder mehr eine zonale Anordnung annehmen,
Über den Nordpol selbst zieht sich eine Knotenlinie hin, die die Verbindung
herstellt zwischen jenen an den atlantischen Küsten Nordamerikas und Europas,
Erwähnenswert ist schließlich noch, daß sogar Binnenmeere vom Ausmaße
des Mittelländischen Meeres eine Sonderstellung‘ aufweisen in Form relativ
kleinerer a, Werte gegenüber der Festlandsumgebung; auch beim Kaspischen See
deuten die Ausbuchtungen der Isoamplituden eine entsprechende Tendenz an,
Wir werden dieser Besonderheit auch im Bilde der Isophasen wieder begegnen,
dessen. Besprechung wir uns nun zuwenden.
Feld der Phase A, (Abb, 2). Eingezeichnet sind die Isophasen in Abständen
von 30°, also angenähert entsprechend Monatsintervallen, Gezählt wird von Mitte
Januar an, 0° = 360° bedeutet somit Eintritt des Maximums Mitte April, 270° im
Juli, 180° im Oktober und 90° im Januar, Schraffiert sind die Gebiete, in welchen
der Phasenwinkel A, im IIL oder IV. Quadranten liegt, das Maximum der jährlichen
Druckwelle also auf das Sommerhalbjahr (Mitte April—Mitte Oktober) füllt.
Die Isophasenkarte kann übrigens auch aufgefaßt werden als synoptische
Darstellung der Abweichungen der reinen ganzjährigen Sinuswelle vom Jahres-
mittel des Luftdrucks. Man erspart sich so die Wiedergabe von Karten der