Ekhart, E.: Die ganzjährige Periode des Luftdrucks auf der Nordbalbkugel. 159
und der Art des Materials bedingt hätte, die auf gleiches Niveau reduzierten
Luftdruckmittel zu nehmen, wobei nur darauf zu achten war, daß diese Reduktion
selbst keine merkliche Fehlerquelle in sich barg. In dieser Hinsicht stellen die
im Ergänzungsbande der „World Weather Records“ (e, Part II) zusammen-
gestellten, auf NN reduzierten Zehnjahresmittel (1921-—19830) des Luftdrucks von
entsprechend ausgewählten und möglichst gleichmäßig über die ganze Nordhalb-
kugel verteilten Stationen die ideale und zugleich bequemste Grundlage dar.
Unter den ‚insgesamt 128 dort publizierten derartigen Stationen befinden sich
als sehr verdienstvolle Neuerung auch 28 Meerespunkte (16 Pazifik, 12 Atlantik,
[nselstationen nicht mitgerechnet), deren Druckmittel durch Interpolation aus
den täglichen Wetterkarten berechnet worden waren. So ist ia, das Netz der
verfügbaren Beobachtungspunkte auf dem Meere erfreulicherweise nahezu ebenso
üdicht wie es auf dem Lande gewählt worden ist, Die Landstationen wieder sind
nach Möglichkeit in niedrigen Seehöhen genommen, so daß von der Reduktion auf
Meeresniveau keine wesentliche Verfälschung der Druckwerte zu befürchten war‘).
Von den 107 benutzten Landstationen liegen 28%, unter 100 m, über die Hälfte
(55°) unter 300, 41°% zwischen 300 und 700 und nur 3 Stationen über 1000 m
hoch (maximal 1890 m}. In der Tat ergaben sich auch nirgends Anhalte dafür,
daß durch die Reduktion auf Meeresspiegel Störungen im allgemeinen Verteilungs-
bilde der Elemente der ganzjährigen Druckwelle verursacht worden wären.
Da anzunehmen ist, daß die vielfach nachgewiesenen Klimaschwankungen
auch den Jahresgang des Druckes nicht unbeeinflußt lassen?), war es sehr wert-
voll, daß das genannte Material als in sich sehr homogen anzusehen ist, insofern
es zu rund 80°/, aus vollständigen Beobachtungsreihen des Dezenniums 1921—1930
besteht, von den restlichen Stationen aber meist nur wenige Monate fehlen, was,
wie der Versuch zeigte, hier unbedenklich in Kauf genommen werden konnte.
Jedenfalls kann die Sicherheit der abgeleiteten Ergebnisse durch die Einheit-
jiichkeit des Beobachtungsmaterilals nur gewinnen.
Wenn es auch letzten Endes darauf ankam, die Felder der Amplitude (a,)
und der Phase (A,) als der physikalisch unmittelbar verständlichen Charakteristika
der ganzjährigen Druckwelle karthographisch zu veranschaulichen,”so erwies es
sich doch als zweckmässiger, vorher Kartenbilder der harmonischen Konstituenten
pı und q, zu entwerfen; denn die horizontale Verteilung von p und q ist eine
stetige, während die von A Unstetigkeiten in Form von Feldsingularitäten auf-
weisen kann, Die Karten von p und q erlauben ferner ohne weiteres und mit
großer Sicherheit Interpolationen, wodurch für die Konstruktion der Isolinien
von a und A, wo immer es wünschenswert schien, eine beliebige Verdichtung
des Punktnetzes möglich war,
Feld der Amplitude a, (Abb. 1). Die Abstufung der Liniengleichen (Iso-
amplituden) erfolgte von 1 zu 1 mm Hg. Zur Erhöhung der Anschaulichkeit
wurden in Abständen von 4 mm Hg noch verschiedene Schraffen verwendet,
Durch Kreise ist die Lage der durch gleichzeitiges Verschwinden von p und q
definierten Knotenpunkte der ganzjährigen Druckwelle angezeigt; im Felde der
Phase sind es singuläre Punkte. Ebenso wurden die Orte mit minimaler Ampli-
tude durch punktierte Linien (......) verbunden; Knotenlinien im strengsten
Sinne sind von vornherein unwahrscheinlich, die Linien minimaler Amplituden-
werte (meist < 1 mm Hg) können aber praktisch als solche angesprochen werden,
Die horizontale Verteilung von a, ist ebenso wie die von A, überraschend
einfach und klar, besonders im Vergleich zu der von Reuter für das halbjährige
*) Die Reduktion der Barometerstände auf Meeresnivean erfolgt normalerweise bekanntlich unter
der einheitlichen Annahme eines vertikalen Temperaturgradienten von 0,5° C/100 m. Hätten wir in
Wahrheit eine vertikale Temperaturabnahme von 1°/100 m im Sommer bezw. 0°/100 m (Isothermie)
im Winter (kontinentale Verhältnisse), so würden wir unter Zugrundelegung des fiktiven Gradienten
von 0,5° C/100 nach Koschmieder (7, S. 34) bei der Barometerreduktion für Stationen in 500 m
Seehöhe einen Fehler von etwa */;, mm Hg begehen (zu niedrige Luftdruckwerte im Sommer, zu hohe
im Winter), die Jahresschwankung (2a,} rd also um rund !/, mm Hg zu groß ausfallen. Ein
Fehler, der angesichts der hohen 2&,-Werte im Innern der Kontinente durchaus vernachlässigbar
zrscheint, — *%) Es wäre sicher verlohnend, den säkularen Änderungen des ganzjährigen Druckpgliedes
(Amplitude ünd Phase) einmal nach den z.B. bei den Untersuchungen von Wagner {s) über die
Schwankungen der allgemeinen Zirkulation #ugewandten Prinzipien nachzugehen,
He