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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 68 (1940)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1940, 
sogenannten refolo della Calabria, der um etwa 5!/h, also zur Zeit der stärksten 
Entfaltung der Strömung nach Norden von Punta Pezzo ausgeht und in Torre 
Faro in etwa !A Stunde ankommt. Er ist charakterisiert durch eine besonders 
unruhige Meeresoberfläche und hängt wohl zusammen mit dem Vordringen un- 
vermischten schweren Wassers bis zum Nordausgaung der Straße, das hier seiner 
Schwere wegen gegenüber dem leichteren tyrrhenischen Wasser eine absinkende 
das 4 Tendenz aufweisen muß, Ich glaube, daß dieser 
Silent 5 0m Gere refolo anderen Charakters An anderen Ur- 
sprungs als die tagli ist. 
Alle diese tagli oder seale di mare (Wasser- 
stufen), wie man sie auch nennt, sind besonders 
zur Zeit der Syzygien gut entwickelt, aber erst 
bei starken Winden werden sie zu imposanten 
Erscheinungen; so erreicht, wie G; Mazzarelli 
angibt, die Kopfwelle der rema montante vor 
Pezzo bei Nordwinden eine Höhe bis zu 1! m, 
was wohl durch Anstau des vordringenden 
Wassers vor der bei Nordwinden nicht wei- 
chenden leichteren tyrrhenischen Wasserart er- 
zwungen wird, Bei Südwinden ist ihre Höhe 
kaum */, m. Von dieser Größenordnung sind 
äuch die der rema scendente, bei der der Süd- 
wind den Anstau bedingt, Der verstärkende 
Einfluß der Winde auf die Erscheinungen in 
der Straße ist theoretisch verständlich und weist 
besonders darauf hin, daß der allgemeine, von 
den Gezeiten unabhängige Wasseranstansch 
zwischen dem TIonischen und Tyrrhenischen 
Meere in Superposition mit den Gezeitenströmen 
bei der Ausbildung der Stromstörungen der taglıi 
ler ausschlaggebende Faktor ist. Man könnte 
sich z, B. vorstellen, daß bei Nordwinden der 
Wasserstau im südlichen Tyrrhenischen Meere 
vor dem Eingang in die Straße von Messina 
so bedeutend ist, daß er sozusagen. wie eine 
Barre die mit der Gezeit des Ionischen Meeres 
vordringenden. Wassermassen aus Süden aufhält. 
Dann würde der eine der früher erläuterten 
extremen Fälle realisiert sein und die Folge 
davon ein besonders stürmischer Ausgleich der 
Abb. S. Schematische Darstellung der Sich ausgebildeten Niveaudifferenzen. 
Lage der beiden Wasserarten auf einem In Verbindung mit den Stromkonvergenzen 
Längsschnitt durch die Straße von Messina stehen nun auch die Wirbel vertikaler Achse. 
während des Ablaufes der Gezeit. —y1;op gibt es drei Stellen, die für ihre Ausbildung 
wahrscheinlich besonders günstige morphologische Bodengestaltung aufzuweisen 
scheinen, Es sind die Stellen: 1. vor Peloro, d. % die Charybdis, 2. vor Scilla, d. & 
die Seylla-Wirbel und 8. der Wirbel vor der Punta San Ranieri vor der Hafen- 
barre von Messina, Von diesen sind die Wirbel der Charybdis und vor Messina die 
bedeutenderen; sie stellen gegenseitige Kinwirbelungen der zwei verschiedenen 
Wasserarten an der Konvergenzfläche dar, wobei die schwerere Wasserart sinkt 
und die leichtere sich einwirbelnd darüber schiebt, Im allgemeinen sind diese 
Wirbel zyklonischen Drehungssinnes, Es gibt aber auch solche antizyklonischen 
Charakters; man erkennt sie am Aufsteigen des Wassers in den Zentralpartien. 
Die. Meeresoberfläche erscheint hier als eine glatte, scheinbar Öölige Fläche, 
weshalb sie auch macchie d’oglio genannt werden?) 
9] 
4y Für die tagll und Wirbel haben F, Vereelli und G, Mazzarelli in den oben zitierten 
Abhandlungen gute Photographien gegeben, auf die ich aufmerksam machen möchte.
	        
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