146 Annalen der Hydrographie und Maritinsen Meteorologie, Mai 1940.
Unterströmungen sich namentlich zur Zeit der Syzygien (bei Voll- und Neumond)
einstellen und daß vermutlich im Gebiet zwischen Ganzirri und Punta Pezzo
mit kräftigen vertikalen Wasserversetzungen zu rechnen ist.
Erst im Jahre 1922 hat dann Prof. F, Vercelli!) vom italienischen tallasso-
graphischen Komitee den Auftrag bekommen, eingehende ozeanographische Unter-
suchungen über die ozeanographischen Verhältnisse in der Straße von Messina
zorzunehmen, die in den Jahren 1922 und 1923 durch das Kgl. Forschungsschiff
„Marsigli“ sowohl in bezug auf die Strömungen als auch in bezug auf den
ozeanischen Aufbau der Wassermassen der Meeresstraße ausgeführt worden sind,
Die eingehende Analyse der auf dieser Untersuchung gewonnenen Beobachtungen
durch Vereoelli bildet die Grundlage für eine geophysikalische Erfassung der
Erscheinungen in der Straße von Messina, Im folgenden werden wir auf diese
wichtigen Ergebnisse nuch öfters zurückkommen. 1938 hat schließlich Gustavo
Mazzarelli®), der Sohn des früher genannten, seine ausführlichen Beobachtungen
über die Wirbel, Stromkonvergenzen, Kabbelungen und ähnlichen Stromerschei-
nungen in dieser Meeresstraße veröffentlicht, die zwar nicht auf zahlenmäßige
Messungen beruhen, aber sehr wichtig zur Festlegung und für den Ablauf der
Vorgänge in der Meeresstraße sind,
Einige Worte mögen mit der Morphologie der Straße von Messina vertraut
machen, Wie Tabelle 1 und Abb. 1 zeigen, liegen die kleinsten Wassertiefen
zwischen Kalabrien und Sizilien auf dem Profil Punta Pezzo—Ganzirri. Dieses
Tabelle 1. Morphologische Grundwerte der Straße von Messina,
Cr | Mittlere Tiefe
Quer- |
schnitt
a Oberfläche
Längs- | . ;
zwischen zwei
koordinate | uerschnitten
km?
km
km?
in
JU
3,05
5121
2.16
12.22
15.27
18,32
21.38
22.90
24.43
25,96
27,49
20.01
30.54
32,07
33.59
35.12
36.65
38.18 |
39.70
12.76
15.81
62,76
0.55
16.08
41.54
33,20
32,51
10.56
‚2.26
10.12
1,97
9,73
3.16
576
5.49
37
5.19
384
{8.25
25.12
69.68
95.83
23.10
18.63
14,86
14,56
12.11
10.28
10.48
9.06
6.92
4.90
6.41
U
„19
497
“87
3,87
3,97
8,55
16.80
10.65 |
23,92
20.13
20.11
14.91
11.485
941
5.64
493
‚86
3
32
“9
8
78
42
130
AR
45
156
123
292
120
„17
852
Si
800
775
635
550
160
37)
“9
>67)
+5
)
}
)
5
3
}
«(0
40
>76
215
260
DR
|
a
&
1a
&
“a
155
Profil hat mit einer Breite von etwas weniger als 4 km eine fast rechteckige
Querschnittfläche von nur einem !/, km% so daß die mittlere Tiefe nur 80 m
ist; die größten Tiefen liegen auf zwei Durchlässen von etwa 120 m Tiefe. Von
dieser Schwelle aus senkt sich der Meeresboden nach Süden und Nordosten
talartig, und zwar nach beiden Seiten ziemlich gleichförmig und rasch, Bei
Messina findet man schon in der Achse der Straße Tiefen größer als 300 m,
1) Croeiere per Jo studio dei fenomini nello stretto di Messina (R. N, „Marsigli“ 1922-—23).
Com. intern. del mediterraneo, Venrzia 1925 u. 26. — F, Vercelli: I. J1 yegime delle correnti
a delle maree nello stretfo di Messina. — F. Vercelli e M, Pieotti: II. IL regime fisico-chimico
delle acque nello etretto di Messina, Die Literatur der dieser ersten geophysikalischen Untersuchung
zorhergehenden. Arbeiten findet man in einem besonderen Literaturverzeichnis bei Vercetli, —
3 G. Mazzarelli: I vortici, i tagli € altri fenomeni delle correnti dello stretto di Messina, Atti
‚cal. Acc. Peloritana Vol, XL Messina 1938,