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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 68 (1940)

Neuere Veröffentlichungen., 
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2, Bei einem Wind von der Geschwindigkeit 
2 bis 5 m/sec zählen die EN NE ungefähr 
10% nicht mit, bei einem Wind von der Geschwin- 
Jigkeit 6 bis 0 m/sec vergrößert sich der Ausfall 
annähernd auf 20% von der Menge der gemessenen 
Regenniederschläge. 
3. Im nordwestlichen Kasakstan und im Wolga- 
and zählen die Regenmesser 10 bis 100% der 
zemessenen Schneeniederschläge nicht mit, in 
Polargebieten sogar mehr als 150% Schneenieder- 
schläge der Gesamtjahresmenge an Niederschlägen. 
4, Die gar nicht gezählten „horizontalen Nieder- 
schläge“ von sich bewegendem Nebel können in 
waldigen Gegenden die Größen gewöhnlicher verti- 
kaler Niederschläge und mehr erreichen, 
5. Bei geneigtem Fallen der Et in 
Zegenden mit rogliedertem Relief erhalten die 
Hänge verschiedener Exposition sich nach der 
Menge wesentlich unterscheidende Niederschläge 
bei gleichartiger Größe auf die horizontale Ober- 
J/läche des Regenmessers. . . 
6. Die atmosphärischen Niederschläge sind 
dem Prinzip der vertikalen Zonengliederung, unter- 
worfen und nehmen mit wachsender Höhe der 
Gegend zu bis zu einer mittleren Linie der Zone 
der Regenwolken. Die Zugehörigkeit der meteoro- 
logischen Stationen vorzugsweise zu hiedrigen 
Formen des Reliefs, die Unvollkommenheit der 
Stationen anf den Wasserscheiden und ihr fest 
ölliges Fehlen anf den Bergen erscheinen als 
Ursprung ungeheuer siarker Verminderung der 
Niederschläge auf den Karten, die auf Grund der 
Methode der geradlinigen Interpolation herge- 
stellt sind, 
Verf, hält folgende Verbesserungen der ange- 
wandten Methoden für notwendig: 
i, Es ist nötig, die Messungen der Nieder- 
schläge auf dem Wege der Anwendung einer zweck- 
mäßigeren Methodik und rvollkommener Apparate 
genau zu bestimmen, im besonderen ist es not- 
wendig, die Messung der sog. „horizontalen Nieder- 
schläge‘ in Gegenden mit entsprechender Häufig- 
keit der Nebel nen einzuführen, 
2, Es ist notwendig, die Messung der sog. 
„konkreten Niederschläge“ (Koloskow) in Gegenden 
mit zerschnittenem Relief neu zu organisieren, wo 
die tatsächliche Befeuchtung bei geneigtem Fallen 
der Hydrometeore in sehr starkem Grade von der 
Exposition des Hanges abhängt. 
3. Es ist notwendig, entsprechende Ergänzungen 
in der Methodik der Kartographie der Niederschläge 
einzuführen, und zwar: . 
a) Bei Ausnutzung des bis heute angesammelten 
Materials ist es nötig, in die vieljährigen 
Ergebnisse der Regenmesserangaben. Berichti- 
zungen einzuführen, welche den Ausfall der 
Regen- und besonders der Schneeniederschläge 
compensieren. 
Bei Aufzeichnung der Isohyaten ist €& not- 
yerxlig, eine Methode anzuwenden, welche die 
Ausführung der Ioterpolationen sichert mit Be- 
rechnung der Orographie des Landes und des 
Pripzips der Serükelen Zonengliederupg der 
Niederschläge. . 
Es ist nötig, auf den Karten die waldigen Ge 
biete mit bestimmter Wiederkehr der Nebel zu 
amreißen, wo eine bedeutend größere Befeuch- 
ung auf Rechnung der „horizontalen Nieder- 
schläge‘“ möglich ist, 
Es ist notwendig, auf den Karten die Gebiete 
mit zerschnittenem Relief zu umreißen, wo bei 
Destimmter durchschnittlicher Niederschlags- 
menge ihre eingehende Verteilung auf die 
Hänge verschiedener Exposition sehr bunt sein 
ann, 
Dann beantwortet Verf, die Frage, ob die ge- 
forderten Verbesserungen realisierbar sind, in posi- 
ivem Sinn und macht praktische Vorschläge, 
Hedwiry Stoltenberg, 
3. A, Uschakow: Die ersten Ergebnisse der wissen- 
schaftlichen Arbeit der Papanin - Expedition *'. 
VO UR i Hydrologia“, Moskau-Leningrad, 
1938, Nr. 2, 8. 3—8, {(Russisch,) 
Der kleinen Gruppe Papanins waren ver- 
schiedene Aufgaben übertragen. Die Station „Nord- 
pol“ sollte in erster Linie die Drift der Eismassen 
untersuchen, um anf Grund der Analyse der Drift 
der Station die Möglichkeit von Eisprognosen für 
die Schiffahrt längs des Nördlichen Seeweges zu 
zewinnen, Ungefähr 6(0 unmittelbare Messungen 
der Geschwindig keit der Drift und der Meeres- 
strömungen unter den Kisfeldern wurden ge- 
macht. Die Drift der Eisscholle wurde durch 
148 astronomische Ortsbestiomungen festgelegt, 
Die Expeditionsmitglieder untersuchten auch die 
Mecresgewässer und die Lultmassen der zirkum- 
xlaren Räume, Tiefenmessungen führten zur 
Feststellung der Bodenschicht zwischen Grönland 
and dem Nordpol. Die Tiefe übertrifft in der 
Nähe des Poles 4000 m; durch die Beobachtungen 
wurde bestätigt, daß am Pol und in seiner Nähe 
Inseln und Festland nicht vorhanden sind, Auf 
dem Wege der Drift werden an 38 Stellen Tiefen- 
Serienmessungen gemacht. Es zeigte sich, daß das 
atlantische Wasser eine große Rolle im hydro- 
logischen Regime des Eismeeres spielt. und sich 
bis zum Pol ausbreitet, 
Im Verlauf von 274 Tagen wurden meteoro- 
logische Beobachtungen ausgefühit, die entgegen 
einer verbreiteten bisherigen Ansicht, daß das 
zentrale polare Becken ein Gebiet beständigen hohen 
Druckes der Atmosphäre sei, zeigten, daß auch dort 
jas Wetter den veränderlichen Charakter der süd- 
licheren Breiten aufweist. Die durch das Radio 
übermitelten meteorologischen Beobachtungen 
nützten bei der Anfertigung der täglichen synmop- 
ijschen Karten für die nördliche Halbkugel und 
;pielten zur Zeit der transarktiscben Flüge von 
Vschkalow und Gromow eine wichtige Rolle, 
Beachtlich sind die Schwerkraftmessungen im 
Nördlichen Eismeer, die au 22 Punkten der Drift 
ausgeführt wurden, In Verbindung mi den 
irüheren Beobachtungen in südlicheren Breiten 
aat man jefzt die Möglichkeit, die wahre Form 
der Erde in dem riesigen Sektor Grönland—Nord- 
DOl-—Neousibirische Inseln festzustellen, 
Besondere Bedeutung haben auck die Beob- 
achtungen der Papanin- Expedition über das 
magnetische Feld der Arktis, Da bisber keine 
nagnetischen Bestimmungen im Gebiet des Pols 
vorlagen, waren die maxznetischen Karten der 
Arktis unsicher. Durch die zahlreichen magne- 
tischen Stürme der Arktis ist die Durchführung 
der magnetischen. Beobachtungen außerordentlich 
erschwert, Indessen gelang es Fedorow, eine zu- 
zerlässige magnetische Karte für den Luft- und 
Seeverkehr in den hohen arktischen Breiten anzu- 
jertigen. Nach den bisherigen Karten wurde an- 
genommen, daß am Pol der Winkel zwischen den 
Richtungen des wahren Nullmeridians und des 
1) Die vier Teilnehmer der Expedition waren: 
Paypanin, Krenkel, Schirmow, Fedorow. 
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