Neuere Veröffentlichungen.,
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2, Bei einem Wind von der Geschwindigkeit
2 bis 5 m/sec zählen die EN NE ungefähr
10% nicht mit, bei einem Wind von der Geschwin-
Jigkeit 6 bis 0 m/sec vergrößert sich der Ausfall
annähernd auf 20% von der Menge der gemessenen
Regenniederschläge.
3. Im nordwestlichen Kasakstan und im Wolga-
and zählen die Regenmesser 10 bis 100% der
zemessenen Schneeniederschläge nicht mit, in
Polargebieten sogar mehr als 150% Schneenieder-
schläge der Gesamtjahresmenge an Niederschlägen.
4, Die gar nicht gezählten „horizontalen Nieder-
schläge“ von sich bewegendem Nebel können in
waldigen Gegenden die Größen gewöhnlicher verti-
kaler Niederschläge und mehr erreichen,
5. Bei geneigtem Fallen der Et in
Zegenden mit rogliedertem Relief erhalten die
Hänge verschiedener Exposition sich nach der
Menge wesentlich unterscheidende Niederschläge
bei gleichartiger Größe auf die horizontale Ober-
J/läche des Regenmessers. . .
6. Die atmosphärischen Niederschläge sind
dem Prinzip der vertikalen Zonengliederung, unter-
worfen und nehmen mit wachsender Höhe der
Gegend zu bis zu einer mittleren Linie der Zone
der Regenwolken. Die Zugehörigkeit der meteoro-
logischen Stationen vorzugsweise zu hiedrigen
Formen des Reliefs, die Unvollkommenheit der
Stationen anf den Wasserscheiden und ihr fest
ölliges Fehlen anf den Bergen erscheinen als
Ursprung ungeheuer siarker Verminderung der
Niederschläge auf den Karten, die auf Grund der
Methode der geradlinigen Interpolation herge-
stellt sind,
Verf, hält folgende Verbesserungen der ange-
wandten Methoden für notwendig:
i, Es ist nötig, die Messungen der Nieder-
schläge auf dem Wege der Anwendung einer zweck-
mäßigeren Methodik und rvollkommener Apparate
genau zu bestimmen, im besonderen ist es not-
wendig, die Messung der sog. „horizontalen Nieder-
schläge‘ in Gegenden mit entsprechender Häufig-
keit der Nebel nen einzuführen,
2, Es ist notwendig, die Messung der sog.
„konkreten Niederschläge“ (Koloskow) in Gegenden
mit zerschnittenem Relief neu zu organisieren, wo
die tatsächliche Befeuchtung bei geneigtem Fallen
der Hydrometeore in sehr starkem Grade von der
Exposition des Hanges abhängt.
3. Es ist notwendig, entsprechende Ergänzungen
in der Methodik der Kartographie der Niederschläge
einzuführen, und zwar: .
a) Bei Ausnutzung des bis heute angesammelten
Materials ist es nötig, in die vieljährigen
Ergebnisse der Regenmesserangaben. Berichti-
zungen einzuführen, welche den Ausfall der
Regen- und besonders der Schneeniederschläge
compensieren.
Bei Aufzeichnung der Isohyaten ist €& not-
yerxlig, eine Methode anzuwenden, welche die
Ausführung der Ioterpolationen sichert mit Be-
rechnung der Orographie des Landes und des
Pripzips der Serükelen Zonengliederupg der
Niederschläge. .
Es ist nötig, auf den Karten die waldigen Ge
biete mit bestimmter Wiederkehr der Nebel zu
amreißen, wo eine bedeutend größere Befeuch-
ung auf Rechnung der „horizontalen Nieder-
schläge‘“ möglich ist,
Es ist notwendig, auf den Karten die Gebiete
mit zerschnittenem Relief zu umreißen, wo bei
Destimmter durchschnittlicher Niederschlags-
menge ihre eingehende Verteilung auf die
Hänge verschiedener Exposition sehr bunt sein
ann,
Dann beantwortet Verf, die Frage, ob die ge-
forderten Verbesserungen realisierbar sind, in posi-
ivem Sinn und macht praktische Vorschläge,
Hedwiry Stoltenberg,
3. A, Uschakow: Die ersten Ergebnisse der wissen-
schaftlichen Arbeit der Papanin - Expedition *'.
VO UR i Hydrologia“, Moskau-Leningrad,
1938, Nr. 2, 8. 3—8, {(Russisch,)
Der kleinen Gruppe Papanins waren ver-
schiedene Aufgaben übertragen. Die Station „Nord-
pol“ sollte in erster Linie die Drift der Eismassen
untersuchen, um anf Grund der Analyse der Drift
der Station die Möglichkeit von Eisprognosen für
die Schiffahrt längs des Nördlichen Seeweges zu
zewinnen, Ungefähr 6(0 unmittelbare Messungen
der Geschwindig keit der Drift und der Meeres-
strömungen unter den Kisfeldern wurden ge-
macht. Die Drift der Eisscholle wurde durch
148 astronomische Ortsbestiomungen festgelegt,
Die Expeditionsmitglieder untersuchten auch die
Mecresgewässer und die Lultmassen der zirkum-
xlaren Räume, Tiefenmessungen führten zur
Feststellung der Bodenschicht zwischen Grönland
and dem Nordpol. Die Tiefe übertrifft in der
Nähe des Poles 4000 m; durch die Beobachtungen
wurde bestätigt, daß am Pol und in seiner Nähe
Inseln und Festland nicht vorhanden sind, Auf
dem Wege der Drift werden an 38 Stellen Tiefen-
Serienmessungen gemacht. Es zeigte sich, daß das
atlantische Wasser eine große Rolle im hydro-
logischen Regime des Eismeeres spielt. und sich
bis zum Pol ausbreitet,
Im Verlauf von 274 Tagen wurden meteoro-
logische Beobachtungen ausgefühit, die entgegen
einer verbreiteten bisherigen Ansicht, daß das
zentrale polare Becken ein Gebiet beständigen hohen
Druckes der Atmosphäre sei, zeigten, daß auch dort
jas Wetter den veränderlichen Charakter der süd-
licheren Breiten aufweist. Die durch das Radio
übermitelten meteorologischen Beobachtungen
nützten bei der Anfertigung der täglichen synmop-
ijschen Karten für die nördliche Halbkugel und
;pielten zur Zeit der transarktiscben Flüge von
Vschkalow und Gromow eine wichtige Rolle,
Beachtlich sind die Schwerkraftmessungen im
Nördlichen Eismeer, die au 22 Punkten der Drift
ausgeführt wurden, In Verbindung mi den
irüheren Beobachtungen in südlicheren Breiten
aat man jefzt die Möglichkeit, die wahre Form
der Erde in dem riesigen Sektor Grönland—Nord-
DOl-—Neousibirische Inseln festzustellen,
Besondere Bedeutung haben auck die Beob-
achtungen der Papanin- Expedition über das
magnetische Feld der Arktis, Da bisber keine
nagnetischen Bestimmungen im Gebiet des Pols
vorlagen, waren die maxznetischen Karten der
Arktis unsicher. Durch die zahlreichen magne-
tischen Stürme der Arktis ist die Durchführung
der magnetischen. Beobachtungen außerordentlich
erschwert, Indessen gelang es Fedorow, eine zu-
zerlässige magnetische Karte für den Luft- und
Seeverkehr in den hohen arktischen Breiten anzu-
jertigen. Nach den bisherigen Karten wurde an-
genommen, daß am Pol der Winkel zwischen den
Richtungen des wahren Nullmeridians und des
1) Die vier Teilnehmer der Expedition waren:
Paypanin, Krenkel, Schirmow, Fedorow.
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