Berg, H.: Die Kontinentalität Europas und ihre Änderung 1928/37 gegen 1888/97. 127
Totlufträume vorhanden
sind, in denen die Luft
stagniert und damit in-
different und schließlich
kontinental wird, wäh-
rend sonst der normale
Luftkörperwechsel vor
sich geht, Das würde zu
einer verstärkten Kon-
tinentalität in Mulden
oder im Lee der Berge
führen, die aber nun
nicht an die Höhe ge-
bunden ist, sondern eine
reelle Vorherrschaft des
einen oder anderen Kli-
mabestandteils zum Aus-
druck bringt.
Diese Erscheinung ist
im Winter in Skandi-
navien zu beobachten,
wo das Innere des Landes
(im Lee der skandina:
vischen Gebirge) einen
besonders hohen Kon
tinentalitätsgrad besitzt.
Schon beim Durchsehen
der Wetterkarten fiel es
auf, daß die hier in Frage
kommende Station Särna
häufig mit Windstille
und tiefer Temperatur
im Lee der Gebirge in
einem Totluftraum liegt,
während an der schwe-
dischen Küste und in
Finnland bereits eindeu-
tig maritime Luft weht,
Im Jahresmittel äußert
sich dies nur im einer
Ausbuchtung der Linien
gleicher Kontinentalität,
Im übrigen ist natur-
gemäß das Klima im
Winter koöntinentaler als
im Sommer, Eine Aus-
nahme bildet die Po-
ebene, für die aber die
K-Werte ohnehin proble-
matisch sind — die An-
wendung des für das
übrige Gebiet gültigen
Luftkörperbegriffes bie
tet hier gewisse Schwie-
rigkeiten —, ferner Bel-
grad und Bukarest, die
das Maximum der Kon-
tinentalität im Sommer,
Kontinentalität
Europas
7928-1937 Sommer
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Karte 2. Kontinentalität des Klimas Europas (Sommer) 19281937,
öl
Kontinenfalität
Europas
1028-7837 Winter
A
Karte 3. Kontinentalität des Klimas Europas (Winter) 1928—1987,