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Full text: 68, 1940

Ann, d. Hydr. usw., LXVIIL Jahrg, (1940), Heft IV. 
109 
Monatskarten der Oberflächenströmungen im Nordailantischen Ozean 
(5° S bis 50° N). 
Von Arnold Schumacher, Hamburg, Deutsche Seewarte, 
(Hierzu Tafeln 5 und 6 und Tabellentafel 7 mit Tabellen 3 und 4.)« 
Zusammenfassung. Auf Grund der Strompfeile, zu denen die NEE deutscher Schiffe auf 
den neuem Monatskarten der Deutschen Seewarte für den Nordatlantischen Ozean nach dem Scheitel- 
wertprinzip. zusammengefaßt. worden sind, werden Stromlinienkarten der vorherrschenden nord« 
atlantischen Oberflächenströmungen vorgelegt; hierbei wird u. %. auch der Begriff der Beständigkeit 
anders gefaßt als bisber allgemein üblich, Die Karten En wesentliche Anderungen gegenüber den 
letzten vorhergehenden Darstellungen: Verkürzung der südöstlichen Ausläufer der Nordostatlantischen 
Strömung, Ausdehnung des Aquatorialen Gegenstromes im Sommer and Herbst bis über den süd- 
Amerikanischen Kontinentalabfall (in Übereinstimmung mit älteren nautischen Darstellungen), Ein- 
zeichnung eines gesonderten wesilichen Gegenstromgebietes in den Winter- und Frühlingsmonaten, 
Mutmaßliche Beeinflussung der Oberflächenströmungen durch die Bodenformen, besonders durch den 
Mittelatlantischen Rücken, wird in mehreren Beispielen erörtert, 
Bei der Neubearbeitung der Monatskarten für den Nordatlantischen Ozean, 
die in diesen Monaten von der Deutschen Seewarte zum Abschluß gebracht wird, 
fiel dem Verfasser die Darstellung der Oberflächenströmungen zu. Sein Bestreben 
war dabei, eine Form zu finden, die in erster Linie den Bedürfnissen der Praxis 
gerecht wird, daneben aber auch dem wissenschaftlichen Betrachter etwas gibt, 
Besonders reizvoll wurde die Aufgabe dadurch, daß die Lochkartensammlung der 
Versetzungen deutscher Schiffe, die auf der Deutschen Seewarte im Entstehen 
begriffen ist, sich als ausreichend erwies, um hier erstmals verwendet zu werden, 
Die Anforderungen, die der Nautiker an eine Strömungskarte stellt, werden 
vermutlich am gründlichsten durch eine Darstellung in Stromrosen erfüllt, bei 
der die Rosen möglichst für Gebiete einheitlichen Strömungscharakters berechnet 
werden?). Das eindruckvollste Beispiel hierfür bieten wohl die niederländischen 
Atlanten für die ostasiatischen Gewässer?), Der Verwendung von Stromrosen 
steht aber bei den Monatskarten u, a. das Bedenken entgegen, daß diese Dar- 
stellungsart schon für den Wind in Anspruch genommen ist. Es wurde daher 
eine Kennzeichnung der Strömungen durch gerade Pfeile entwickelt, die der 
Stromrose insofern verwandt ist, als auch sie die häufigste und nicht, wie 
sonst bei der Verwendung von Pfeilen in den letzten Jahrzehnten ziemlich all- 
gemein üblich, die mittlere Richtung und Geschwindigkeit im mechanischen 
Sinne zur Anschauung bringt. Das mechanische Mittel sagt dem Praktiker zum 
mindesten. für Gebiete mit unbeständiger Strömung sehr wenig, sowohl hinsicht- 
lich der Richtung wie besonders hinsichtlich der Geschwindigkeit, die zu klein 
ausfällt, auch wenn die errechnete mittlere Richtung noch annähernd der vor- 
herrschenden entspricht. Welche bedenklichen Folgen — vor allem im Falle 
auflandiger Versetzungen — durch Verwendung des mechanischen Mittels in der 
nautisch-praktischen Literatur entstehen könnten, zeigt ein Vergleich der mitt- 
leren Geschwindigkeiten im nordöstlichen Atlantischen Ozean (Golf von Biskaya— 
marokkanische Gewässer) auf unseren Karten mit denen, die auf den — nicht 
für die Praxis bestimmten — Karten von O.-H. Felber®) angegeben sind, Auf 
Tafel 5 und 6 ist durchweg 9.0 bis 14.9 sm im Etmal eingetragen, auf den Karten 
von Felber um 5sm im Etmal. 
Die Darstellung der Strömungen auf den Monatskarten der Deutschen Seewarte, 
Um die vorherrschende Richtung und Geschwindigkeit zu ermitteln, wurden 
— im offenen Ozean für jedes Zweigradfeld, in den westindischen Gewässern 
westlich von 58° W und südlich von 32° N für jedes Eingradfeld — die für das 
Hollerith-Verfahren vorbereiteten Versetzungen nach den Richtungen (Doppel- 
strich) und innerhalb der einzelnen Richtungen nach der Größe geordnet; auch 
Vgl. hierzu z, B. die Ausführungen des Verfassers Ann, d. Hydr. 60, 1932, S. 462; dort auch 
weitere Literaturhinweise; ferner E, Römer, Über die Bedeutung von Stromangaben usw, Der Bee- 
wart, 6, 1937, S. 174ff. — 2) Kon. Nederl, Meteor, Institunut No. 115. Oceanogr. en met, Waarnemingen 
in de Chineesche Zecep. I. 1X. s’Gravenhage 1935/36, — % O.-H, Felber, Oberflächenströmungen des 
Nordatl, Ozeans zw. 15° u. 50° mn. Br. Arch, d. Disch, Seewarte 53, 1934, Nr, 1, Taf, 4—6, 
Ann, A. Hrdr. a8w, IMÖ, Heit IY.
	        
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