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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 40 (1912)

Mühleisen, A.: Ortsbestimmung durch Standlinien nach der Höhenmethode usw. 585 
Bei Nacht wird man sich die beiden Gestirne so aussuchen, daß sie auf 
verschiedenen Seiten des Meridians liegen und ihr Azimutalunterschied 30° bis. 50° 
beträgt. Ist das eine Gestirn in der Nähe des Nord-Meridians und das andere 
Gestirn in der Nähe des Süd-Meridians, so sollte der Azimutalunterschied 150° bis 
130° betragen. 
Natürlich können auch noch Standlinien von Gestirnen mit herangezogen 
werden, deren Azimut ein beliebig großes ist; die Berechnung von Höhe und 
Azimut erfolgt dann eben auf eine andere als die hier mitgeteilte Methode, Bis 
jetzt sind noch keine Tafeln erschienen, aus denen man Höhe und Azimut für 
alle Fälle auf eine einfache Weise entnehmen könnte. Es liegt wohl in der 
Natur dieser Aufgabe, daß solche Tafeln, wenn sie bequem sein sollen, auch 
äußerst umfangreich werden müssen. 
Aus dem Vorhergehenden ist ersichtlich, daß innerhalb der angegebenen 
Grenzen die beigefügten Tafeln die Ermittlung ermöglichen: ; 
i. einer Nebenmeridianbreite, Diese Methode kann die Kulminations- 
sekundenmethode ersetzen, denn sie ist einer ausgedehnteren Anwendung 
fähig und nimmt auch nicht mehr Seiten in Anspruch als jene; 
2. einer Nebenmeridianhöhe; 
3. des Azimuts in der Nähe des Meridians, und zwar entweder als Zeit- 
azimut oder als Höhenzeitazimut; 
4. einer Standlinie nach der Breitenmethode durch Verbindung von 1, 
und 3,; 
5. einer Standlinie nach der Höhenmethode durch Verbindung von 2. und 3.; 
6. des Schiffsortes aus zwei Standlinien, wenn die Gestirne in der Nähe 
des Meridians stehen. 
Nachtrag. Durch meinen Kollegen, Herrn Dr. v. Schaper, angeregt, 
forme ich die Gleichung 
.t „ „(8 1000-1000 
u = (1000 sin 5 cos g)- (1000 sin 3 cos 6): (ein 3 BO) 
1000 + 1000 nt .t 
u-cosh- 2.3378 * (1000 sin 5 008 g)- (1000 sin 5-00s o) ; 
dann wird 
u-cosh- 145.45 = fg-f68. 
Setzt man hier cos h = 1, also h = 0°, und dividiert man beide Seiten der 
Gleichung durch 100, um innerhalb der Werte der Tafel I zu bleiben, so wird 
u 1.4545 == fg-£6:100, 
Indem man also u mit 1.4545 multipliziert, erhält man einen Wert, der 
auf jeder Tafelseite unter h = 0°, also in der ersten -Zahlenreihe steht, und dieser 
Wert ist gleich dem durch 100 dividierten Produkt fg -f0ö. Man erhält dem- 
nach u in Minuten, indem man jeden in der ersten Zeile stehenden Wert durch 
1.4545 dividiert. 
Die dementsprechend erweiterte TafelI wird dann folgendermaßen ge- 
braucht: Bilde das Produkt fg -fö, dividiere es durch 100, suche den erhaltenen 
Quotienten in der Horizontalzeile auf, die h enthält und entnimm die Beschickung u 
am Fuße der Vertikalspalte, in der man jenen Quotienten gefunden hat. 
Handelt es sich um eine schnelle, angenäherte Bestimmung von u, will 
man also nicht nach zwei Richtungen einschalten, so bietet diese Methode einen 
kleinen Vorteil gegenüber der Methode fg -fö:d, die aber bei nur geringer 
Mehrarbeit genauere Resultate gibt. 
Die in diesem Nachtrag mitgeteilte Methode versagt in der Tafel I, wenn 
u>2°14’ wird, während die andere Methode auch dann noch anwendbar bleibt; 
vgl. Höhenbeispiel Nr. 1.
	        
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