Kleinere Mitteilungen.
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dem Vulkan und dem Lago Rupanco. Als Rastplatz und Ausgangspunkt für die einzelnen Begehungen
sollte uns die im Bau befindliche Schutzhütte des Osorniner Skiklubs dienen. ;
Seit drei Wochen herrschte ia diesem Gebiet ununterbrochen gutes Wetter: Wolkenloser Himmel,
hole Sommertemperaturen von teils mehr als 25°, kein einziger Regenfall. Dieser Witterungszustand
war allerdings eine Ausnahmeerscheinung für das Ösorniner Gebiet, Vier Tage vor Beginn unserer
Exkursion war lediglich in den Hochanden am Nachmittag Regen gefallen. Drohend stand an diesem
Tage eine Wolkenwand über dem Gebirge, um in das Längstal einzufallen, Sie zog aber nach N
und löste sich in der Gebirgsregion selbst. auf. Diese Erscheinung schien den Bewohnern Osornos
auf einen bevorstehenden Wetterumschlag hinzudenten, Zwar zeigte das Barometer am Nachmittag
vor unserem Aufbruch keine Änderung an, doch drehte der Wind scheinbar von Südwest auf West.
Bei unserem Aufbruch am Morgen des 15. März um 6h war der Himmel
mit dichtem Ast bedeckt. Die Lufttemperatur betrug 13°. Der Wind wehte
schwach aus N, Als wir gegen 9b am Yanquihuesee in Puerto Oktay ankamen,
setzte ein feiner Regen ein. Die Sicht war sehr beschränkt, die Anden und die
gegenüberliegenden Ufer des Sees verschwanden in dichten Wolkenhaufen und
im Regenschleier. Der Wind hatte inzwischen an Stärke zugenommen. Auf der
Weiterfahrt über Puerto Glocker in das Gebiet des Vulkans ÖOsorno, d. bh. in öst-
licher Richtung, setzte mit zeitweiliger Unterbrechung ein sich immer mehr
steigernder Regen ein, so daß wir am Nachmittag auf einem Ritt durch das Tal
des Rio Blanco mitten im dichten Urwald Form und Wirkung eines echten süd-
chilenischen Regens kennenlernten. Gegen 14 zog von N eine tiefliegende
schwarzgraue Wolkenwand heran. Von etwa 141% bis gegen 19% fiel mit zeit-
weiligem Nachlassen ein unaufhörlicher Starkregen, so daß wir des Öfteren unter
Bäumen einen notdürftigen Schutz suchen mußten, Teils war der Regen so
dicht, daß wir die Kronen der Bäume auf weitere Entfernung nur in einen
Schleier gehüllt sahen. Von den Bergen war nichts mehr zu erkennen, In
kurzer Zeit war der lehmige Boden aufgeweicht, durch den sich die Pferde nur
schwer vorwärts bewegen konnten. Von den Blättern der Bäume schoß wie
aus kleinen Kanälen beständig das Wasser herab. Bei jedem Tritt des Pferdes
quoll aus den dichten Moospolstern, die den Waldboden und die umherliegenden
Gesteine bedeckten, das Wasser auf. Mit der Zeit versagte auch die sonst
regensichere Manta, die wir als Schutz umgehangen hatten. Die Nässe und
sinkende Temperatur machten sich unangenehm bemerkbar, und man kann
wohl sagen: stumpfsinnig setzten wir unsern Weg fort, den Blick meist zum
Himmel gerichtet, um zu erkunden, wann endlich der Regen nachlassen würde.
Als keine Aussicht auf Besserung des Wetters vorhanden war, traten wir die
Rückkehr an, um in einem Fundo am Ausgang des Tales zu übernachten. Gegen
20h schien es aufklaren zu wollen, so daß wir für den nächsten Morgen den
Ritt zum Vulkan noch einmal versuchen wollten.
Am folgenden Morgen (16, März) hatte sich die tags zuvor geschlossene
Wolkendecke in einzelne Wolkenbänke aufgelöst, Der Wind wehte aus nord-
westlicher bis westlicher Richtung. Tau war in der Frühe reichlich gefallen.
Die Luft war trotz der niedrigen Höhenlage des Örtes (300 m) feuchtkalt, Die
Feuchte betrug 92%, Die Täler lagen in einem dichten Nebelschleier verhüllt,
und die Bergspitzen waren von Wolkendecken umlagert, Noch war nicht zu
erkennen, ob der Nebel fiel oder stieg, Die Wetterlage war jedenfalls unsicher,
Gegen 8% traten wir unseren Ritt an. Der am vorhergehenden Tage überhaupt
nicht sichtbar gewesene Yulkan Osorno lag wolkenfrei vor unseren Blicken bis
zu einer Höhe von etwa 1500 m (Gesamthöhe 2652 m). Von dem schwarzen vul-
kanischen Aschen- und Lavagrund der Hänge hoben sich deutlich die weißen
Flecken der Schnee- und Eisfelder am Vulkankegel ab. Der Urwald triefte von
Feuchtigkeit, der Boden mit dem auflagernden Moospolster hatte sich wie ein
Schwamm voll Wasser gesogen, Gegen 10h brach die Sonne durch die Wolken-
decke, und die Nebelschleier verschwanden aus dem Talgrund., Auf 500 m an-
gekommen, lichtete sich der Urwald. An seine Stelle trat eine Parklandschaft,
deren ausnahmslos aus vulkanischer Asche bestehender Boden mit Flechten und
Heidekraut bedeckt war. In diesem Teil des Yulkans war die Bodenfeuchtigkeit
kaum wahrzunehmen, da der größte Teil des am Tage zuvor gefallenen Regens
in den lockeren Aschenschichten eingesickert war. Auf 800 m Höhe schlugen
wir unseren Rastplatz auf, Obgleich der Himmel immer noch mit Wolken