accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 68 (1940)

L02 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März 1940, 
zwischen 2600 und 2000 m vereiste wieder die Maschine. Von der Basis dieser 
Schicht aus waren unterhalb der Maschine in etwa 800 bis 1200 m 9,7 Se erkennbar, 
Es wurde nun bei dauerndem Abstieg stets an der Basis des As mit Vertikal- 
sicht nach unten geflogen, bis schließlich der tiefe Se mit dem herabkommenden 
As zusammen wuchs, so daß unterhalb 1200 m blind geflogen werden mußte, In 
150 m wurde die Untergrenze bei starkem Regen erreicht, Im nachfolgenden 
Anstieg vereiste die Maschine nicht. Die Wasserwolke der tieferen Schichten 
ging oberhalb der 0-Grad-Grenze sofort in Kristallwolken wechselnder Dichte 
über, die bis über 6000 m reichten. In 5000 m Höhe war zeitweise die Sonne 
durchscheinend und es traten Untersonne und Nebensonne auf, 
Die Niederschlagsbildung‘ kam also nur dort zustande, wo die hohe Kristall- 
wolke mit der tieferen Wasserwolke zusammengewachsen war, Der Flug zeigt 
OR Vorderrand eines Aufgleitwolkensystems 
OO 
SO 
Wolkenlos a 
Cr 
BES 
£008 
2008 
Of 
TREO 
N JE _—_- 
A em ZN FE 
— 
AL 
Fig. 2. 
weiterhin, wie in gleicher Höhe Wasser- und Kristallwolken abwechseln., Eine 
Maschine, die im ersten Teil der Strecke ohne Kenntnis der Vertikalschichtung 
in 2500 m geflogen wäre, hätte den Flug wegen Vereisung sicher abbrechen 
müssen. Trotz völlig einheitlicher Wolkenluft wäre dagegen auf dem letzten Teil 
ein Flug ohne Vereisung in jeder Höhe durchführbar gewesen, Aus der Beob- 
achtung des Regens mußte andererseits — die Gültigkeit der obigen Vorstellungen 
über die Niederschlagsbildung vorausgesetzt — schon vor Beginn des zweiten An- 
stieges auf ein Zusammenwachsen der tiefen Bewölkung mit dem As (Kristalle) und 
damit auf eine Mächtigkeit der Ns-Massen von mindestens 5000 m geschlossen werden. 
Der Flug zeigt aber noch ein Weiteres, nämlich, daß die Auflösung des Auf- 
gleitgewölkes zu einzelnen getrennten Wolkenschichten führt. Das gleiche Bild 
ergibt sich übrigens, wie andere Beobachtungen zeigen, auch von der Vorderseite 
her, Ein derartiger Flug ist in Figur 2 wiedergegeben. Erst dureh ausfallenden 
Niederschlag und Örtliche stärkere Labilisierung werden die einzelnen Schichten 
zu der einheitlichen Nimbostratusmasse, die gemeinhin als die Wolke der Auf- 
gleitfläche angesehen wird. Es ist daher auch schwer, aus Wolkenbeobacehtungen 
auf eine Neigung der Aufgleitfläche zu schließen. Hellmut Berg, Köln, 
a FUGWEG 
km. 
2. Klimatographische Witterungsschilderung. Nr. 143: Chile, — Aus der 
Sammlung des überseeischen. meteorologischen. Dienstes der Deutschen Seewarte. — 
Wetterbeobachtungen aufeiner Exkursion im Gebiet des Vulkans Osorno 
in Südchile (41° S, 721° W). Beobachtungstage: 15, bis 17. März 19361), 
Ziel uoserer Exkursion, die wir von der Stadt Osorno aus unternahmen, war neben einer Be- 
steigung des Vulkans Osorno die Durchführung einer topograpbischen Aufnahme des Gebietes zwischen 
1) Weitere Klimatogr. Wittrgsschldrg, d, Verf, aus Chile s, Ann, d. Hydr. uew, 1939, S, 565 u. 
1940, S. 24 u. 68.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.