Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1940.
Der totale oder Mehrfachkfz, gibt die Beziehungen zu mehreren Veränder-
lichen an. Man berechnet ihn aus den Kfz, von je zwei Veränderlichen vorteil-
haft nach der Determinantenmethode, auf welche hier nicht näher eingegangen
werden soll,
Reiche Anwendungsmöglichkeit der Korrelationsrechnung bieten die Unter-
suchungen der atmosphärischen Zirkulationsschwankungen, die sich zwar ge-
wöhnlich aus Erfahrung oder Theorie folgern, aber noch zu wenig mathematisch
formulieren lassen, Erfahrungsgemäß erfolgen die Zirkulationsschwankungen
mehr rhythmisch als periodisch, wobei man unter Rhythmen zwar periodenähn-
liche, aber unregelmäßigere Schwankungen versteht, welche plötzlich aufzutreten
pflegen und dann mehr oder weniger rasch abklingen, Zwar ist aus dem Grunde
eine Zerlegung der Schwankungen in Perioden für gewöhnlich nicht durchführbar,
doch lassen sich unter Anwendung der Korrelationsrechnung die mittleren Längen
der Rhythmen bestimmen, Aus den Schwankungswerten mit den strammsten
Beziehungen zueinander läßt sich auf die Dauer des Rhythmus schließen. In
vielen Fällen ist für ähnliche Untersuchungen die allgemeine atmosphärische
Zirkulation ein noch zu allgemeiner Begriff und man zerlegt sie deshalb in die
sogenannten „Hauptformen“,
Vor Beginn der eigentlichen Untersuchungen soll jedoch die Entstehung und
Wirkungsweise der allg. atm, Zirkulation kurz dargelegt werden,
Entstehung und Wirkungsweise der allgemeinen atmosphärischen Zirkulation.
Unter „allgemeiner“ atm, Zirkulation versteht man die Gesamtheit der atm.
Zirkulationen oder der Luftkreisläufe, Diese entstehen überall da im Raum, wo
das barotrope Feld gestört wird, d. h. wo Flächen gleichen Luftdrucks und gleichen
spez, Volumens gegenseitig zum Schnitt gebracht werden, Es treten Zirkulations-
beschleunigungen von Masseteilchen auf, welche wieder die barotrope Lage ein-
zunehmen versuchen. Die Zirkulationsbeschleunigungen können sich jedoch nicht
ins Unbegrenzte fortsetzen, sondern werden bei kleinräumiger Verteilung der
Zirkulationsfelder durch Reibungsvorgänge zu unbeschleunigten Luftkreisläufen
im Sinne des Sandströmschen Zirkulationssatzes. Als kleinräumige Zirkulation
ist der Luftaustausch zwischen Land und See oder Berg und Tal zu bezeichnen,
bei dem der Einfluß der Erdrotation noch nicht sehr zur Geltung kommt. Bei
der großräumigen baroklinen Massenverteilung wirken die Korioliskräfte der
Erdrotation im selben Sinne wie die Reibung, jedoch unter mehr Voraussetzungen.
[nfolge der Bestrahlungsunterschiede zwischen Pol und Äquator besteht ein pol-
wärts gerichtetes Temperaturgefälle in der Troposphäre, dem schwach gegen
den Äquator geneigte Flächen gleichen spez. Volumens entsprechen, welche von
den isobaren Flächen geschnitten werden. Da senkrecht zu dieser Massenverteilung,
welche man wegen der regelmäßigen, nordsüdlich verlaufenden Anordnung als
„normal“ bezeichnen kann, Gradientwinde herrschen, können nur im geringen
Umfange Zirkulationsbeschleunigungen entstehen, weil die senkrecht zur Wind-
richtung wirkenden Korioliskräfte entgegengesetzte Beschleunigungen hervorrufen.
Die Gleichung der Zirkulationsbeschleunigungen lautet unter Berücksichtigung
der Reibung: „
= [max Vet frRat ann
Das erste Glied der rechten Seite stellt die Zirkulationsbeschleunigung der
Massenverteilung dar, VZ7p bedeutet den Druckgradienten, Vo den isosteren
Gradienten; beide vektoriell miteinander multipliziert. df ist die infinitesimale
Flächeneinheit, in der ein Teilchen einen Kreislauf ausführt.
Das zweite Glied ist der Ausdruck für die Reibung. Bei kleinräumiger An-
häufung der Solenoide, wie die röhrenförmigen von den Flächen ausgeschnittenen
Gebilde auch bezeichnet werden, wirkt diese vor allem als Gegenkraft. /
Das dritte Glied stellt die Zirkulationsbeschleunigung der Korioliskräfte dar.
@ bedeutet die Winkelgeschwindigkeit der Erde, rm die zeitliche Änderung der
Projektion der Fläche auf eine Breitenkreisebene, Im Gleichgewichtsfall hält