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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 67 (1939)

Scherhag, R.: Die Erwärmung des Polargebiets. 
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Periode beträchtlich wärmer als die erste, wobei die Erwärmung in den 
einzelnen Bezirken zwischen 0.25° und 0.64° schwankt. Im Mittel erhält man, 
für dieses Ursprungsgebiet des Golfstroms (letzte Spalte der Tabelle 4) eine 
Temperaturerhöhung von etwas mehr als 0.4° von 1915 bis 1930, ein 
Betrag, der sich in guter Übereinstimmung mit der an der europäischen 
Küste stattgefundenen Erwärmung befindet und der bei der bekannten 
Konstanz der Meerestemperatur in den Subtropen als recht beachtenswert an- 
gesehen werden muß, 
£8s hat sich also gezeigt, daß die Zunahme der atmosphärischen Zirkulation 
und die Erhöhung der Lufttemperatur fast der gesamten Landmassen der Erde, 
yor allem aber der arktischen Gebiete, auch von beachtenswerten Ande- 
rungen der Hydrosphäre begleitet ist. Es soll nun das Verhalten der 
atmosphärischen Zirkulation während der letzten Jahre untersucht werden, 
3. Die atmosphärische Zirkulation in den letzten Jahren. Um das Ergebnis 
gleich vorwegzunehmen: Die schon öfters ausgesprochene Vermutung, daß der 
Höhepunkt der Zir- 
kulationssteigerung 
und der Erwärmung 
schon erreicht oder 
vorüber sei, hat sich 
nicht bestätigt. Die 
atmosphärische 
Zirkulationhatin 
diesem Jahrzehnt 
und vor allem 
während der letz- 
ten Jahre eine 
weitere Steigerung 
erfahren, und die 
Erwärmung hat 
noch erhebliche 
Fortschritte ge- 
macht. 
Eine Teilunter- 
suchung für die 
Wintermonate 1933 
bis 19351) hatte be- 
reits für jenen Zeit- 
raum die Fortdauer 
einer verstärkten 
Zirkulation, kennt- 
lich an einer erheb- 
lichen Verstärkung Abb. 1 Luftdruckabweichun vom 1. November 1936 bis 31 Oktober 1938 
des Druckgradienten 4? % er dem 6Ojährigen Mittel 1874 bis 1933. 
vor allem im islän- 
dischen Raum, ergeben. In Abb. 1 ist nun die mittlere Abweichung des Luftdrucks 
während der letzten 24 Monate vom 1. November 1936 bis 31. Oktober 1938 auf 
Grund der im Mitteleuropäischen Witterungsbericht!) veröffentlichten Tabellen 
und Karten der Druckabweichung vom 60jährigen Mittel des Zeitraums 1874 bis 
1933 dargestellt, wobei die Abweichung im ganzen für 150 Punkte des Karten- 
bildes berechnet wurde, 
Das Ergebnis ist eindeutig: Sämtliche Aktionszentren waren während 
der letzten zwei Jahre noch mehr verstärkt als vordem. Das Islandtief 
war um mehr als 2 mb vertieft, und zugleich wiesen sämtliche Hochdruckzellen 
übernormal hohen Druck auf: die russische Antizyklone, das Azorenhoch, das 
kanadische Maximum und das pazifische Roßbreitenhoch, ebenso zeigte der nach 
31) Siehe Abb, 3 in der unter Fußnote 1 angeführten Arbeit. — 2) Herausgegeben von der 
Staatl, Forschungsstelle für langfristige Witterungsvorhersage in Bad Homburg v, d. Sohe.
	        
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