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Deutsche Antarktische Expedition 1938/30,
Versagen des Senders oder Empfängers, 95 Aufstiege sind bereits völlig ausge-
wertet, ihre Durchschnittshöhe beträgt 17880 m. Davon haben 39 eine Gipfelhöhe
über 20 km erreicht, nur 14 eine Höhe unter 12 km, Das gute Ergebnis war
nur möglich durch die über Erwarten gute Funkaufnahme, die es gestattete,
fast alle Aufstiege bis zum Platzen des Ballons aufzunehmen. 20 Nachtaufstiege,
die Verstrahlungsfehler ausschließen und vor allem eine im Tropengebiet ge-
Jjegentlich beobachtete starke Erwärmung oberhalb 18 km — bei gleichzeitiger
Östströämung — meßtechnisch sicherstellen sollten, führten nicht zu dem ge-
wünschten Ergebnis. Bei Temperaturen unterhalb — 70° versagten regelmäßig
die Uhren, die sich sonst gut bewährten. Immerhin ist bei einem dieser Nacht-
aufstiege auf 6° Südbreite die tiefste Temperatur (— 74.4°) der ganzen Aufstiegs-
serie gemessen worden,
Die Auswertung der 65 Aufstiege mit Sonden des Marineobservatoriums ist
noch nicht so weit geschehen, daß sich genaue Angaben über die erreichten
Höhen machen ließen.
Ein eingehender Vergleich der Meßergebnisse beider Sondenarten wird auch
erst nach der vollständigen Auswertung sämtlicher Aufstieyge erfolgen können.
Lotarbeiten der „Schwabenland‘“ Dezember 1938 bis April 1939.
Von Dr. Theodor Stocks, Berlin,
Mit den beiden an Bord befindlichen Lotapparaturen „Elektroakustik“ und
„Atlaslot“ erzielte die „Schwabenland“ in etwa dreieinhalbmonatiger Lotarbeit
insgesamt 9000 Echolotungen mit etwa 3400 Lotorten (nach erfolgter Mittelung
der korrespondierenden Ablesungen). Als Beobachter betätigten sich neben dem
Expeditionsleiter die Wissenschafter (Barkley, Gburek, Herrmann, Paulsen)
sowie die Flugzeugführer (Mayr, Schirmacher) und die übrigen zum fliege-
rischen Personal gehörenden Besatzungsmitglieder, Auf äquidistante Messungen
wurde kein Wert gelegt, wenn auch — vor allem gegen Schluß der Reise —
eine Bevorzugung der halbstündigen Ablesungen zu bemerken ist; grundsätzlich
haben die Beobachter die Lotfolge verdichtet in Gebieten, in denen stark
varlierende Tiefenverhältnisse zu erwarten waren,
Zunächst interessieren die Lotungsergebnisse der „Schwabenland“ auf dem
Südatlantischen Rücken, der insbesondere südlich von Ascension noch sehr wenig
bekannt ist. Wie zu erwarten, gelang es auch, geringere Tiefen als bisher an-
genommen, zu erloten, so z.B. etwa 2000 m etwa 250 Sm südlich von Ascension‘),
wodurch der Kamm des Rückens besser festzulegen sein wird. Mit einer Lotung
ron weniger als 2000 m, die am 5.1. 39 in dem Eingradfeld 16°—17° 5, 14°—15° W
gewonnen wurde, hat die „Schwabenland“ eine weitere derartige Stelle auf dem
Kamm oder in seiner Nähe erlotet in einem Gebiet, in dem man bisher min-
destens 2500 m erwartet hatte, Eine Lotung wenige Stunden später ergab aller-
dings eine Einsenkung im Rücken von fast 4300 m (vier Einzelablesungen),
Während auf der Weiterfahrt nach Süden bei guter Übereinstimmung mit
den Lotungsreihen des „Meteor“?) neben Tiefen von weniger als 3000 m auch
solche von über 4000 m verzeichnet wurden — vermutlich liegt der Hauptkamm
des Rückens zwischen 20° und 23° S östlich der Reiseroute —, fand die Expedition
am 6.1.39 in der Nähe einer Lotung von weniger als 2300 m („Challenger“ 1874)
die überraschend geringe Tiefe von etwa 1600 m. Das ist die höchste bisher
bekannte Erhebung des Südatlantischen Rückens zwischen Ascension und der
Tristan da Cunha-Gruppe überhaupt.
4, Alle hier und im folgenden wiedergegebenen Tiefenzahlen und Positionen sind mit Absicht
nur in sehr starker Abrundung wiedergegeben, um eine vorzeitige Verwendung der unbeschickten Lot-
zahlen und ungekoppelten Positionen, woraus COANTUDZERCMAD leicht Verwirrung ia den See- und
Tiefenkarten angerichtet werden kann, zu verhindern, Die Veröffentlichung der endgültigen Zahlen
bleibt dem ac der Deutschen Antarktischen Expedition vorbehalten.
2) Profil VIL, Juli/August 1926.